mitsubi
Gast
ich bin mir sehr unschlüssig, ob ich ein kleines Paket mit einem Buch und einem kurzen Brief versenden sollte oder nicht.
Es geht um einen Mann, den ich vor kurzem kennenlernte, der Vollgas gab und sehr euphorisch war, sofort von Beziehung sprach und als ich mich drauf einließ, den ersten Rückzug einleitete. Er hat ein großes berufliches Problem, steht vielleicht kurz vor einem Burnout. Weil ich mal in einer sehr ähnlichen Situation befand und auch da in einem frischen Kennenlernen steckte, wusste ich, wie er sich fühlen musste. Zudem zeigte er schon von Anfang an Indizien einer kleinen Bindungsangst. Ich beendete es und er verstand es. Wir versuchten es aber wenige Tage doch noch mal unter der Prämisse, dass Dampf aus dem Kessel gelassen wird. Es dauerte dennoch nur wenige Tage und er zog sich erneut zurück. Dann beendete er es. Dann passierte innerhalb von sechs Wochen.
Ich habe mein eigenes Päckchen mit Bindungsangst zu tragen, allerdings arbeite ich schon lange daran und bin auch schon sehr gut voran gekommen. Nur eben in diesem Fall hab ich nicht auf meinen Verstand gehört, den der sagte von Beginn an, dass sich hier zwei Bindungsvermeider gegenüber stehen.
Na ja, ich bin schnell wieder zurück auf die Datingseite wo wir uns kennenlernten und er auch. Dort schrieben wir sehr kurz und bevor er sich wieder löschte, weil er selbst nicht wusste, was er dort eigentlich macht, schrieb er, er sei der Aggressor gewesen und ich/wir Opfer seiner Umstände. Dies schrieb er, weil ich fragte, wen ich da in mein Leben ließ.
Nun sehe ich es aber nicht so, dass er der Aggressor war und ich/wir Opfer seiner Umstände. Ich habe mich sehenden Auges darauf eingelassen. Ich wusste um die Dynamik und das er sein Tempo nicht wird halten können. Ich bin kein Opfer seiner Umstände.
Nun überlege ich, ihm ein Weihnachtspaket zu senden. Mit einem Buch, welches mir mal half, meine Bindungsprobleme zu erkennen. Und mit einem Brief, in welchem ich ihm mitteilen will, dass er keine Schuld trägt.
Aber das kann ihn völlig überfrachten - ein Buch über Bindungsangst, wo er im Job so kämpft. Nur habe ich gute Gründe anzunehmen, dass das Buch ihm irgendwann mal helfen könnte. Er hat bereits eingeräumt, ggf tiefgreifende Probleme zu haben.
Mir könnte es egal sein, was aus ihm wird. Ist es aber nicht. Ich habe auch keinen Kummer wegen ihm, nur etwas Wehmut, weil er ein Guter ist und vieles passte.
Was meint ihr? Ist solch ein Paket zu viel?