Zitat von Herzenssache91: Wer sagt mir denn, dass mein Mann nicht auch so seine Fantasien hat? Solange man diese nicht auslebt und dies auch nicht möchte, ist das für mich kein Betrug.
Sexuelle Fantasien kommen vor und sind kein Betrug. Besonders in Zeiten mit viel Alltag, Kindern, Arbeit und wenig Paarzeit. Das kennen sehr viele und ich auch. Das kann belasten, geht aber auch vorbei. Meist verflüchtigt sich eine Schwärmerei, wenn man keinen Kontakt mehr zum Objekt der Begierde hat.
Aber ein fehlendes Sexleben holt Dich da nicht heraus. Eine physische Abneigung deinem Mann gegenüber ist sehr hinderlich. Hier solltest Du der Sache auf den Grund gehen. Warum ist er für Dich unattraktiv? In was hast Du Dich einmal verliebt? Welche Eigenschaften haben Dir damals gefallen? Wie kannst Du ihn darin bestärken wieder zu diesen Eigenschaften zurück zu kommen?
Ich würde an deiner Stelle ihm helfen ein Leben abseits der Familie wieder aufzubauen. Sport, Musik, Verein, Ehrenamt. Er ist dann nicht mehr so auf Dich fokussiert und schöpft Energie aus anderen Bereichen.
Zitat von Herzenssache91: Ich wollte immer einfach nur eine glückliche Familie. Mann, Kinder, Haus, Garten.
Man kann nicht alles im Leben in gleichem Maße haben. Du hast an irgendeinem Punkt deine Familie (zugunsten der anderen Sachen?) vernachlässigt. Bei so seltenem Sex sollten die Alarmglocken schon viel früher läuten. Dir hat wohl ein Stück weit auch die Fantasie gefallen in die Du geflüchtet bist, Du hast es zugelassen und Dich emotional nur noch weiter entfernt.
Zitat von Herzenssache91: Ich möchte nichts lieber als zu meinem Mann zurückzufinden.
Der Wunsch ist schon mal die beste Voraussetzung! Ihr habt ein Ungleichgewicht in der Beziehung zu seinem Ungunsten. Wenn er an Attraktivität in Deinen Augen gewinnen soll, muss dieses Ungleichgewicht beseitigt werden. Das wird er wohl möglich nicht aus eigener Kraft schaffen. Deshalb musst Du bewusst Sachen anstoßen, die ihn wieder auf Augenhöhe bringen. Zum Beispiel erfüllte Tätigkeit im Außen.
Zitat von Herzenssache91: Spricht aber auch ständig davon, dass er das Gefühl hat, dass alles gut läuft. Dass es in mir drin anders aussieht, spielt er runter…
Dieser Satz spricht von schlechter Kommunikation. Du verheimlichst wie es in Dir (wirklich) aussieht. Zu sagen, dass Du Dir Deiner Gefühle nicht sicher bist, ist zu wenig. Das gibt ihm überhaupt keinen Handlungsspielraum und verstärkt das Ungleichgewicht.
Mein Eindruck ist, dass Du es entweder nicht merkst, oder es genießt, dass Du mit deinem Verhalten - kein Sex, nicht 100 Prozent ehrlich - ihn dominierst und zappeln lassen kannst, ohne dass er weiß, wie er aus diesem Dilemma herauskommen kann.