Zitat von brokenforever: naja, hier wird ein ganz wunder Triggerpunkt unserer männlichen Mitschreiber getroffen:
die sexuelle Anziehungskraft ist gone, da KANN ja nur die Ehefrau dran Schuld sein, wer denn sonst? Von Anfang an, alles falsch gemacht, aus den falschen Gründen geheiratet, etc. pp.
... und da wird fleißig solidarisiert, ohne sich eine Sekunde lang in die TE hineinzuversetzen und ihre Beiträge sinnerfassend (!) zu lesen...
Himmel Herrgott nochmal

Ich habe gerade den ganzen Thread überflogen und (Mal abgesehen davon, dass auch viele Frauen kritisch gegenüber der TE war und dieses sexistische "alle Männer"/"alle Frauen" völliger inhaltsloser Quatsch ist), hat sich hier niemand darüber aufgeregt oder "solidarisiert", weil der Mann sich hat gehen lassen. Sollte das der Fall sein, sollte er das schleunigst angehen und wenn er das nicht tut, hat er sich echt nicht zu beschweren, wenn die Frau dann geht.
Darum ging es aber nicht.Es ging darum, dass die Te, sie schrieb es sogar einmal 1:1 selber so, nicht möchte, dass ihr Partner ihr permanent in den A kriecht und das ist etwas was man total verstehen kann!
Zufälligerweise fällt ihr das aber erst jetzt ein. Oder wie sie schrieb "ich habe mich halt entwickelt". Mit 20 kommen sie zusammen, bauen etwas auf. Der Mann war ja schon immer so, das impliziert gleichzeitig, dass sie es ja bis dahin (bzw. bis zu ihrer "Entwicklung") gut geheißen hat, ansonsten hätte sie ihn ja nicht geheiratet (, was übrigens ein Frage ist auf die sie hier mehrmals nicht eingegangen ist).
Außerdem schrieb sie "Wenn ich Vollzeit arbeiten gehen würde, dann hätten wir fast gleich viel Einkommen.". Das heißt sie geht nicht Vollzeit Arbeit, er offensichtlich schon, er geht zur Therapie und versucht, aber alles was von ihr kommt ist "er muss sich ändern" und dabei lässt sie völlig außen vor, dass sie ihm Jahre vorgelebt hat, dass so wie er ist perfekt für sie sei.
Erst als alles in trockenen Tüchern war und sie sich "entwickelt hat" fällt ihr auf, dass er doch weniger Weichei und mehr Macher sein sollte.
Gleichzeitig ist ihr eine Trennung aber viel zu bequem, weil sie, wie sie selber schrieb (!), dann Angst hat Konform zu verlieren, wie etwa das Haus, aber wohl auch die Möglichkeit der scheinbar Teilzeit Stelle usw.
Ich glaube was hier so viele ankreiden ist nicht, dass es so ist wie es ist. Es wäre ja absurd zu denken, dass Menschen und Beziehungen sich nicht ändern.
Hier ist es aber so, dass sie selbst sich einen Mann erwählt hat (" in guten wie in schlechten Zeiten"), eine Existenz aufgebaut hat, Haus und Hof, sich ein bequemes Nest gebaut hat - und dann erst verstanden hat, dass der Mann an ihrer Seite zwar zuverlässig sein mag, sie ihn aber nicht anziehend findet.
Und selbst das kann man ja niemanden vorwerfen! So ist das Leben.
Was aber lächerlich ist, ist dass sie mit der Attitüde an die ganze Nummer es geht, dass er sich halt mal eben zu 99% ändern soll, weil ihr klar geworden ist was sie doch an einem Mann mag und anstatt zu reflektieren, dass Menschen ja keine Computer sind, die einfach Mal eben umprogrammiert werden können, ist natürlich der Mann Schuld, weil er genau das tut was er immer tat und was sie immer von ihm wollte.
Und als Krönung: anstatt ihm die Pistole auf die Brust zu setzen, weil sie ja wirklich unzufrieden ist, spielt sie lieber Spielchen, schreibt sogar hier "naja, da muss er selber drauf kommen" (- wie, wenn sie Jahre das Gegenteil wollte?-) und das alles, weil sie weiß, das am Ende sie viel verlieren würde.
Und irgendwann heißt die "Entwicklung" dann "Huch, ein anderer Mann".
Sie hat sich in eine Situation begeben, aus der sie nicht hinaus möchte, aber zeitgleich auch nicht drin bleiben möchte. Das beste wäre der Mann würde sich einfach über Nacht verwandeln.
Da das logischerweise nicht geht und gleichzeitig man selber ja nicht Schuld haben kann, haben wir das Dilemma.
Diese Inkonsequenz der eigenen Gefühle gegenüber - und am Ende ja auch der Familie gegenüber - , dass ist das was hier, meiner Meinung nach, völlig zurecht angeprangert wurde.