Zitat von chaosfee: mir geht es nicht gut, liege seit Tagen im Bett (Urlaub) und habe das Gefühl MIR auf die Schliche zu kommen.
Liebe chaosfee,
seit Tagen im Bett zu liegen ist nichts Verwerfliches, und das ist das, was Deine Seele jetzt wohl braucht: RUHE, GRÜBELN, TRAURIG sein, und alle Viere von sich strecken. Ich kenne das, bei mir war´s die Couch, Unmengen an Zig., Wein und TV. Wenn Du erstmal aufgehört hast zu verdrängen, es weiter zuläßt Dir "auf die Schliche" zu kommen, dann ist das ein gutes Zeichen, mit dem Du "arbeiten" solltest. Je mehr Du Dich an bestimmte Dinge aus Deiner Kindheit erinnerst, desto mehr wirst Du vielleicht erkennen, dass er nicht er war, sondern ein Mensch, der unverarbeitete und tief vergrabene Teile Deiner Kindheit geweckt hat.
Zitat von chaosfee: ...wenn meine Eltern nicht miteinander redeten.( STREIT) wurde ich gebraucht um Nachrichten von einem zum Anderen zu übermitteln.
Das würde ich umformulieren als "benutzt". Mittel zum Zweck.
Als meine Eltern sich trennten, war ich zwar schon 16, aber hängen blieb ebenfalls dieses zwischen den Fronten stehen und vermitteln. Mein Vater redete nicht mehr mit meiner Mutter und sagte immer zu mir
"sag Deiner Mutter bitte", "richte Deiner Mutter bitte aus...". Ich glaube ich war erst 30 als mir diesbezüglich der Kragen platzte. Ich legte ihm die Nummer meiner Mutter hin und sagte, er sollte selbst anrufen, wenn er ihr was zu sagen hätte. Und das ich langsam lächerlich fände.
Weihnachten und Geburtstage habe ich auch drauf achten müssen, beide getrennt einzuladen, damit es zu keinem Eklat kam. Auch dies habe ich geändert indem ich zu diesen Anlässen Beide einlud und sie darüber informierte.
"Benimmt sich einer daneben, schicke ich euch beide nachhause" war meine Warnung. Und siehe da: Alles immer bestens verlaufen.
"Deine Mutter" klang für mich schon so abwertend, ich hatte dabei immer
das Gefühl ich müßte mich dadurch alleine schon schuldig fühlen und rechtfertigen, dass ich sie weiterhin als "Mami" bezeichne und trotz anderen Mannes noch genauso lieb hatte.
Wenn sie sich stritten, wurde mein Vater sehr laut. Ich haßte diesen bestimmten Klang
Wenn mein Vater mich aufgrund (m)eines "Fehlverhaltens" anbrüllte, haßte ich diese Tonlage und den bestimmten Klang. Danach wurde ich wütend und dann weinte ich. Mein Vater schickte mich in mein Zimmer und kümmerte sich nicht weiter. Damit Papa mich aber wieder lieb hatte, ging ich kleinlaut zu ihm und entschuldigte mich.
Wenn N. und ich uns stritten und er mich anbrüllte, haßte ich diese Tonlage und den bestimmten Klang
Danach wurde ich wütend und dann weinte ich. Der N. drehte mir den Rücken zu und es kümmerte ihn nicht weiter.
Damit der N. mich aber wieder lieb hatte, ging ich kleinlaut zu ihm und entschuldigte mich (und damit
sein Verhalten mir gegenüber)
Zitat von chaosfee: ich war so ca. 4-10 Jahre alt, wenn ich mich richtig erinnere.
Immer versuche ich Jeden oder Alles zu entschuldigen, und VERMITTELN , alle sollen sich doch wieder vertragen........
finde fast immer eine Erklärung für das Verhalten der Person, ich höre so oft...........neeeeeeeeee, nicht schon wieder entschuldigen....
Und so zog sich das bei mir bis hin zur Beziehungszeit des N. (der beiden N´s). Habe ihre Ausraster und ihr unfletiges Verhalten immer entschuldigt. Auch vor anderen erfand ich Ausreden und Entschuldigungen für sie.
"Ach seid doch nicht so, seht das doch nicht so eng, er ist halt manchmal so"Das er mir - aus dem Nichts - den Stinkefinger vor versammelter Mannschaft (inkl. meiner Eltern) zeigte, habe ich nicht darüber nachgedacht, dass das das Allerletzte ist, sondern mehr gedacht,
Oh Gott, wie erkläre ich das denn jetzt? Danach ging er direkt raus eine rauchen, und ich stand da mit meinem verzerrt lächelden Gesicht.
Zitat von chaosfee: Meine Verhaltensmuster sind so sehr eingebrannt...ich kann sie nur schwer ablegen, sehr schwer. Dank euch konnte ich da mal hinsehen.
Das ist ein guter Anfang. Wenn man erstmal soweit ist und etwas
erkennt, egal was, hat man etwas, woran man arbeiten kann. Erkennt man etwas nicht (wie wir alle anfangs mit den N´s), kann man daran nicht arbeiten. Erst
haben wir erkannt, dass uns die Beziehung nicht gut tut. Dann haben wir etwas
dagegen unternommen (Ob es nun der einsetzende Schutzmechanismus oder die Trennung ist). Dann haben wir
klarer gesehen, und das umfaßt: Nicht nur die Beziehung mit allen Störungen
klarer gesehen, sondern auch
uns klarer gesehen. Dann fingen wir an uns unter die Lupe zu nehmen. Bis wir
begriffen, warum wir an so einem Menschen kleben blieben. Und damit uns so etwas nie wieder passiert, haben wir uns entschieden von diesen Luftikussen Abstand zu nehmen und
uns zu nähern und zu widmenZitat von chaosfee: puuuuuuuuuh , wie nennt man solche Baustellen ? LANGZEITBAUSTELLE
Verstopfte Rohre. Kanalreinigung bitte antreten und Dreck rauspusten
