Zitat von sabi63:@melody..ich kenne das aus meiner Herkunftsfamilie sehr genau....ich wurde tagelang ignoriert als Kind, durfte nicht raus, körperliche Gewalt..
Das ist echt bitter. Als Kind tagelang ignoriert zu werden, ganz furchtbar. Es macht mich sehr traurig, was du alles mitgemacht hast. Raus durfte ich generell fast nie, ich durfte auch als Teenager nur ganz selten am WE ausgehen (und wurde immer von meinen Eltern abgeholt). Ich wurde total überbehütet, v. a. meine Mutter hatte (unbegründet) panische Angst um mich.
Zitat von sabi63:Und was mach ich? der ist ja sooooo weit gefahren....kann ihn doch nicht heimschicken...gefragt hatte er NICHT, ob mir das recht war...per IMPERATIV ne sms: dann steig doch um und pack Deine Sachen....und fuhr grinsend neben uns im Auto...bin bald umgefallen!
Auf solche Aktionen fällt man leicht rein, weil man denkt es ging den Männern um uns. Stattdessen geht es ihnen nur um MACHT und sonst nichts. Als Ex 1 mich damals bat, es ernsthaft mit ihm zu versuchen, wollte ich noch ein wenig Bedenkzeit haben, weil ich ihn kaum kannte. Er blieb den ganzen Tag und Abend über total hartnäckig und flehte mich regelrecht an, es mit ihm zu probieren. Irrtümlicherweise dachte ich, dass der Mann schwer in mich verliebt sein musste und beschloss noch am selben Abend, ihm mein "Ja" zu geben, da ich noch nie eine längere Beziehung hatte. Ich hab´ ihm gleich am nächsten Tag meine Entscheidung per SMS mitgeteilt und war dann ganz erstaunt, dass keine Reaktion kam. Leichtgläubig wie ich war, dachte ich an technische Probleme und schrieb ihm nochmal. Er hat mich dann 1,5 Monate hingehalten und mit den dümmsten Ausreden, die man sich vorstellen kann, vertröstet.
Irgendwann hakte ich ihn ab. Auf einer Geburtstagsfeier beschloss er dann, dass wir ein Paar waren - und ich ließ es einfach zu. Gegen später hat er mir mal gestanden, dass er mich in den Wochen vor dieser Feier mit Absicht ignoriert und hingehalten hat. O-Ton: "Mich hat das richtig scharf gemacht zu wissen, dass du dich nach mir verzehrst und meinetwegen leidest." Auf diese Weise hat er meine Gefühle zerstört.
Die ganze Beziehung war ein Witz. Wenn er etwas wollte und es nicht bekam, versuchte er mich ständig zu überreden, dass ich ihm seine Wünsche erfüllte. Ganz schlimm war es, wenn er das Eine wollte und ich keine Lust hatte. Einmal fuhr er unter der Woche hierher, als ich schwer erkältet war. Ich fühlte mich geschmeichelt, weil ein Mann extra nach Feierabend 200 km auf sich nahm, nur um mich zu sehen. Ihm ging es dann aber nur ums Eine. Wir waren in seinem Auto, und er hat mich ca. 10x gefragt ob ich sicher war, dass ich tatsächlich keine Lust hatte. Wenn ich schwer erkältet bin, dann will ich einfach nur seelischen Beistand und nichts weiter. Ich habe mich dann nicht überreden lassen, er war enttäuscht und hat mir ein schlechtes Gewissen eingeredet, aber ich blieb konsequent.
Er erwartete ständig, dass ich alles toll fand, was er auch toll fand und war total eingeschnappt, wenn ich nicht seiner Meinung war. Er hat mich dauernd runtergeputzt und angeschrien, wenn ich ihm widersprach oder keine Bestätigung geben wollte.
Zitat von sabi63:Der Imperativ würde mir heute schon aufstoßen! Das war schon der Anfang, wie schnell meine Grenzen einzureißen sind! Mit Rücksicht auf ihn.
War bei mir nicht anders. Der Vollpfosten hatte die Angewohnheit, immer von einem "wir" zu reden… von einem "wir", welches es in Wirklichkeit niemals gab. Ich fühlte mich geschmeichelt und dachte, der Kerl sei total verrückt nach mir gewesen. Wenn er Sätze á la: "Was machen wir beide jetzt?" oder "Komm´, wir laufen laufen jetzt zum Bahnhof!" oder "Melody, wir gehen jetzt vor die Tür und rauchen eine Zig.!" sagte, hielt ich das tatsächlich lange für eine Art von Zusammengehörigkeit. Ich ging natürlich immer mit ihm, weil ich sehr verliebt in ihn war und gerne Zeit mit ihm verbringen wollte. In Wahrheit wollte er damit nur ausdrücken, dass er über mich und meine Handlungen bestimmte.
@delfina: Dass der Typ unterste Schublade ist zeigt allein schon die Tatsache, dass er deine Tochter in die Sache reinzieht. Der schreckt echt vor nichts zurück, der widerliche Kerl

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