Zitat von p86:"glaube nicht immer deinen gedanken.", "gedanken sind keine tatsachen, es sind mentale ereignisse.", "gedanken lassen sich nicht kontrollieren, denn ihr ursprung liegt wesentlich tiefer, als sie auf der bewusstseins-ebene ändern zu können."
Bezüglich meiner Gedanken haben mir 3 Dinge geholfen. Vor allem am Anfang eine leicht verständliche Erklärung.
Das Hirn speichert allen möglichen Mist ab. Und den spult es den ganzen Tag runter. Wie eine Festplatte die den ganzen Tag vor sich hinrödelt. Mit der Zeit hält man das für superwichtig, aber meisst ist es einfach nur alter gespeicherter Schrott.
Später dann aus dem Zen - "Wenn Dir ein Gedanke kommt, lache über ihn" - ist eine hervorragende Möglichkeit mit Gedanken umzugehen.
und noch viel später:
Wer behauptet eigentlich, dass es Deine Gedanken sind? Du siehst sie, hörst sie. Du weisst sie sind da. Aber das ist auch alles was Du über sie weisst.
Irgendwann schenkt man ihnen einfach immer weniger Aufmerksamkeit und betrachtet sie zunehmend als unwichtig. Dann kann man mal Freude und Spass mit ihnen haben. Wie Spielsachen.
Zitat:gedanken lassen sich nicht kontrollieren
Kann man sogar ausprobieren im Selbstexperiment. Wenn man sich auf die bewusste Beobachterrolle zurückfallen lässt und Gedanken nur beobachtet, ohne auf sie aufzuspringen, stellt man fest, die haben ein Eigenleben.
Man kann das Hirn zwar langfristig umtrainieren, dass es vermeintlich erwünschtes denkt - aber dadurch kommt man nur auf die andere Seite der Medaille. Sogenanntes positives denken. Manchen reicht das, mir hat's nicht gereicht, weil es der gleiche Mist war nur mit anderem Vorzeichen.
Richtig gut ist, dass das Ego oft denkt, es würde denken und klopft sich für seine Gedanken auf die Schulter. Hach was hab ich da gerade tolles gedacht. Tatsache ist, auch das kann man beobachten, zuerst ist der Gedanke da, einfach so, und dann kommt der Gedanke, man hätte gerade wunders was getan. Ist für manch einen so enttäuschend, dass er das auf keinen Fall akzeptieren kann. Selbst in der Wisschenschaft wird erkannt, das ERST der Arm bewegt wird, und DANN der Gedanke kommt, ich hätte das getan. Passt nicht so ganz in unser Weltbild, ist dennoch wahr. Aber auch sehr entspannend wenn man es entlarvt hat. Kann jeder im Selbstexperiment ausprobieren. Achtung - hier eine Warnung. Depressionsgefahr. Kein schei..
Ich find's heute lustig dass ich manchmal denke, ich hätte was gedacht. Oder gemacht. Gleich kommt Jemand mit der weissen Jacke mich holen

Zitat von p86:wenn ich mich also ab morgen im urlaub befinde, mir nichts vornehme zu tun, und einfach geschehen lasse, meinst du, dass es mich weiterbringt?
Das kann ich Dir nicht beantworten. Aber es ist den Versuch wert. Einfach nichts machen. Nur Dich beobachten. Und Gedanken nicht "reiten" sondern sie vorbei fliegen lassen. Das ist alles schon 'ne Menge Holz.
Zitat:ich mein, wer setzt sich freiwillig schmerz aus.
Och, irgendwann, doch, wenn ich merke es kommt was und ich blockiere aufgrund dieser alten Verhaltensmuster, freu ich mich drauf, wenn das blockieren aufhört. Das kann ich auch nicht steuern, es geht nur immer schneller.
Mittlerweile nehme ich die Zeit in der ich ohne es zu wissen vor Schmerz fliehe als viel unangenehmer wahr als den Schmerz selbst. Dieses Getrieben sein empfinde ich heute als äusserst unangenehm. Aber es raubt mir meine Energie auch so schnell, dass der Zusammenbruch fix kommt.