Also, da gibt es schon einige Sachen, die du machen kannst. Aber zuerst mal
Teil 1:
Ihr seid seit 14 Jahren verheiratet, davor ward ihr sicher auch schon das eine oder andere Jahr zusammen. Der Mensch ist in erster Linie eine Art Tier, das sich über Zehntausende von Jahren entwickelt hat. Nur die Stärksten und Klügsten haben überlebt. Jeder, der heute auf der Welt ist, dessen Gene wurden über Unmengen an Generationen weitergegeben. Damit das auch so bleibt ist es so wichtig - und das hat jeder von uns tief im Unterbewusstsein verankert - die bestmöglichen Chancen für den eigenen Nachwuchs zu kreieren. Das geht zum einen mit dem besten Männchen bzw. dem besten Weibchen (was genau man darunter auch immer verstehen will, aber das ist jetzt mal egal) und zum anderen - und das ist hier entscheidend - mit verschiedenen Partnern, weil die Chance, dass zumindest ein Nachkomme überlebt und sich seinerseits wieder fortpflanzt, am Größten ist, wenn die eigenen Gene mit den Genen mehrerer Partner vermischt werden. Das ist der Grund, warum der Mensch S.uell wohl nicht monogam ist und somit ist es völlig normal, dass man - gerade nach so vielen Jahren - das große Bedürfnis hat, sich auch mit anderen potentiellen Partnern zu paaren.
Gib dir also nicht selbst die Schuld, von wegen du hättest dich "gehen lassen" und hättest ihr nicht genug Aufmerksamkeit gegeben. Im Prinzip ist das was bei euch gerade passiert, ein relativ normaler Vorgang, den die Natur so eingerichtet hat und bei dem man oft gar nichts "falsch" gemacht haben muss.
Teil 2:
Liebesbeziehungen werden nicht in erster Linie aus "Nächstenliebe" eingegangen, oder weil man dem anderen etwas Gutes tun möchte, sondern aus Eigennutz. Jeder verspricht sich etwas vom anderen und hat die Sehnsucht, dass eigene Bedürfnisse befriedigt werden und durch diese Beziehung angenehme Gefühle für sich selbst entstehen. Auch eine Mutter Teresa hat den Armen in ersten Linie deshalb geholfen, weil es sich für sie gut und erfüllend angefühlt hat. Paarbeziehungen sind immer Momentaufnahmen. Es existiert so etwas wie ein (unsichtbares) Plus-Minus-Konto. Wenn das Konto richtig voll ist, kann eine Beziehung auch mal Monate (und im Extremfall Jahre) der Dürre überstehen, aber auch jedes noch so volle Konto kann leer werden und zwar entweder durch viele kleine Abbuchungen über eine große Zeitspanne hinweg oder über eine schnelle Riesenabbuchung (z.B. Fremdgehen). Wenn du schreibst, ihr wollt diese "14 Jahre jetzt nicht einfach wegwerfen", dann ist das leider nur der rationale Verstand deiner Frau, der da spricht, aber wenn ihre Gefühle etwas anderes sagen, dann interessieren auch diese 14 Jahre nicht mehr, weil dann das Konto einfach leer oder sogar schon im Minus ist.
Teil 3:
Jetzt kommt das, was du meiner Meinung nach tun kannst. Was ich in den ersten beiden Teilen sagen wollte, ist eigentlich nur, dass es eventuell schon zu spät sein kann und dass es in keinster Weise deine Schuld oder Verantwortung sein muss, dass da was schiefgelaufen ist bei euch, sondern dass es eben ein völlig "normaler" (wenn natürlich aus deiner Sicht blöder) Verlauf eurer Ehe gewesen sein kann. Menschen sind immer eigenständige Individuen, sie wandeln sich fortwährend, und wenn sich zwei Leute in vielen Jahren eben in unterschiedliche Richtungen entwickeln, dann ist das einfach so, ohne das irgendwer das verhindern könnte.
Falls es bei euch aber noch nicht zu spät ist - und davon musst du jetzt mal ausgehen, denn sonst hilft ja das ganze Kämpfen nichts - kannst du jetzt entweder "richtig" oder "falsch" handeln. Ich denke, dass du bisher in einigen Situationen falsch gehandelt hast. Wenn du zum jetzigen Zeitpunkt noch mit deiner Frau schläfst, dann sendest du damit ein fatales Signal an sie. Du subkommunizierst, dass sie dich sicher hat und dass sie mit dir machen kann was sie will. Somit gibst du ihr die Möglichkeit, die Sache zu dem Neuen zu festigen, weil sie eben NICHT die Angst haben muss, dich zu verlieren. Auch die Gespräche, die du momentan mit ihr führst, wie es mit euch weitergehen soll, sind eher kontraproduktiv. Du sprichst damit nur den Verstand deiner Frau an, aber der hat leider nicht viel mitzureden, wenn es ans Eingemachte geht. Was entscheidend sind, sind die Gefühle, ihre Emotionen. Wenn du die ansprechen willst, musst du HANDELN, nicht REDEN. Du musst ihr die Möglichkeit geben, dich vermissen zu dürfen und Angst um dich zu haben. Das geht nur, indem du dich rar machst und durch deine Handlungen subkommunizierst, dass du sie nicht unbedingt brauchst, sondern auch ohne sie alleine klar kommst. Indem du jetzt mit ihr zu viel redest, kannst du wahnsinnig viel kaputt machen. Sie muss spüren, dass du ein eigenes Leben hast und ohne sie klar kommst. Dann hast du (eventuell) noch eine Chance. Aber wenn du solche Sachen machst, wie in der aktuellen Situation mit ihr zu schlafen oder auch "nur" emotional weich zu werden oder die Schuld bei dir zu suchen, dann wirst du sie verlieren. Du wirst dann automatisch weiter an Anziehungskraft auf sie verlieren, ohne dass sie was dagegen tun könnte. Es ist schwer, ja, aber in der jetzigen Situation musst du dir selbst "weh tun" und auf die kurzfristigen Belohnungen in Form von "guten" Gesprächen oder Körperkontakt verzichten, damit ihr dann mittel- und langfristig evtl. einen Neuanfang starten könnt. Du solltest aber vor allem erkennen, dass deine Frau dich momentan ganz schön vorführt und dich richtig übel behandelt (dass sie ihre Gefühle nicht steuern kann stimmt zwar, ist in dem Fall aber egal) und du solltest dir überlegen, ob du wirklich weiterhin mit so jemandem zusammen sein möchtest.