Zitat von Heloise: Das mag alles sein. Aber das trifft auf jeden Elternteil zu. ALLE sind unperfekt und machen Fehler. Es kommt auch nicht drauf an, wieviel Zeit man miteinander verbracht hat, sondern wie die Qualität war. Daraus entsteht Bindung.
Es bringt auch jetzt überhaupt gar nichts, die Vergangenheit so dermaßen zu thematisieren. Die ist vorbei. Unwiederbringlich. Außerdem steht dir jetzt ein ganz anderer Mensch gegenüber. Volljährig und selber verantwortlich für sein Leben und seine Fehler. Und mit dem möchtest du ein gutes erwachsenes Verhältnis haben. Da gehören keine Schuldgefühle über was auch immer in der Vergangenheit zu deiner Vaterrolle nicht hinein. Du kannst zwar deiner Tochter gegenüber manchen Fehler, den du erkannt hast, offenbaren und um Verzeihung bitten, aber in die Diskussion über Einzug und Enkelbetreuung sollte das nicht hingehören.
Auf der anderen Seite hast du eine Frau an deiner Seite, mit der du dein zukünftiges Leben gestalten möchtest und den Lebensabend. Du möchtest, dass sie glücklich ist und auch ihre Bedürfnisse erfüllt werden.
Und du natürlich und da wo deine Prioritäten liegen und wie die sich mit den Wünschen und Vorstellungen der anderen beiden vereinbaren lassen. Viel Erfolg dir, beim Gewichten und aushandeln.
Ich glaube, so einfach würde ich es mir nicht machen. Natürlich kann man die Vergangenheit nicht ändern und natürlich sind alle Beteiligten heute andere Menschen. Aber nur weil etwas vergangen ist, heißt das für mich nicht, dass es keine Auswirkungen auf die Gegenwart mehr hat.
Wenn ein Vater selbst erzählt, dass der Kontakt zu seiner Tochter nach der Trennung immer weniger wurde und er es irgendwann "kommentarlos zugelassen" hat, dann finde ich schon interessant, wie es dazu gekommen ist. Nicht um alte Schuld aufzurechnen, sondern um die heutige Beziehung zu verstehen.
Für mich gehört Ursache und Wirkung da schon zusammen. Wenn man verstehen möchte, warum eine Beziehung heute so ist, wie sie ist, kann man den Weg dorthin nicht einfach ausblenden.
Und genau deshalb finde ich die Frage spannend, was @AUS123 heute eigentlich möchte und was er selbst bereit ist, dafür zu tun. Und ob er bereit ist, Konflikte wirklich auszutragen, also nicht nur mit seiner Tochter allein darüber zu sprechen und nicht nur mit seiner Frau, sondern sich auch einmal mit beiden gemeinsam an einen Tisch zu setzen und offen darüber zu sprechen, was jeder möchte, wo die Konflikte liegen und wie es weitergehen soll.