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Traum von Familie am Ende?

silaline

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Ach, wo fange ich an.

Ich bin 35 Jahre, Mutter eines 3jährigen Sohnes und scheinbar am Ende meiner Beziehung.

Kurzer Umschlag: ich komme aus keinen einfachen Verhältnissen. Scheidungskind, unglücklich bei Mama und Stiefvater ausgewachsen, mit 16 ausgezogen. Allgemein bin ich ein eher extrovertierter Mensch ohne dabei ein totaler Freak zu sein, bin aufgeschlossen, immer gerne feiern gegangen, viel gearbeitet, eher positiv eingestellt, eloquent, selbstbewusst und im Großen und Ganzen mit mir im Reinen.
Seit 2015 läuft es allerdings nicht mehr so ganz rund. Ende 2015 hab ich erfahren, dass meine vermeintlich große Liebe mich betrogen hat. Ich habe mich getrennt, fiel in ein Loch, hatte 2 Krankenhausaufenthalte, hatte echt negative Gedanken und wäre ich prinzipiell nicht so ne Kämpfernatur weiß ich nicht wie es ausgegangen wäre. Ich war schwer traurig und habe gekämpft um aus diesem Loch rauszukommen. So richtig gelungen ist mir das bis heute noch nicht, glaub ich. Also ich bin prinzipiell mit meinem Ex durch aber diese Gefühle durch den Betrug, ich möchte fast Trauma sagen, hallt bis heute nach.
Ich habe danach einen neuen Mann kennengelernt, wollte ich doch eine Beziehung und es war nicht die Liebe auf dem ersten Blick aber es war gut. Er war gut. Und ganz ehrlich, ich glaube mein Herz ist durch diesen Betrug so kaputt gegangen, dass ich sowieso nie wieder solche Gefühle für einen Mann zulassen kann.
Wir kamen also zusammen, sind 2017 zusammen gezogen. Er war so gegensätzlich zu meinem Leben davor. Er hatte nicht viel Geld, hatte 2 Kinder aus erster Ehe, war einfach. Aber das Herz am rechten Fleck. Ich hatte und habe Gefühle für ihn aber es ist bodenständig, wenig romantisch. Leider. Ich wurde schwanger - gewünscht. Unser Sohn kam 2019. Es war schwierig. Er viel am Arbeiten ich ganz allein, hab ja mit meiner Familie keinen Kontakt und frage allgemein ungern nach Hilfe. Ich hatte es mir mit Säugling nicht so anstrengend vorgestellt. Aber es ging und wurde mit zunehmendem Alter auch besser. Ich kam in meiner Mutterrolle an. Ich liebe mein Kind so sehr, so bedingungslos!
In dieser ganzen Zeit hat mein Partner nebenbei (Baugewerbe) angefangen zu arbeiten. Dies wurde immer mehr und er hat Ende 2020 das Nebengewerbe in Hauptgewerbe geändert. Viel Arbeit, wenig Zeit, jeden Cent in die Firma (Baufirma) gesteckt. Dazu Corona. Das ging an die Nerven. Ich habe das Arbeiten wieder angefangen, das war alles wo ich rauskam. Nix hatte offen, Krabbelgruppen fielen weg, der Partner nur am Arbeiten.
Und nun zum Wesentlichen: die Streitigkeiten wurden immer mehr. Über jede Kleinigkeit. Unser Umgang teilweise so respektlos. Vielleicht von meiner Seite auch, weil es nie die große Liebe war.
Ich weiß zu schätzen, wie viel er arbeitet aber alles drumherum bleibt an mir hängen. Es scheitert mittlerweile schon daran, einen Löffel in die Spülmaschine zu räumen. Wir haben uns abgesprochen, sind konservativ aufgeteilt. Das ist nicht schlimm und mir ist klar, dass ich einkaufen gehe, putze, usw aber muss man die dreckige Wäsche im Bad auf den Boden schmeißen? Neben den Wäschekorb? Ich bin nur noch am hinterherräumen.
Es ist alles irgendwie so verzwickt. Ich steh absolut hinter der Selbstständigkeit aber das kostet Kraft. Er kann gut arbeiten aber bei Selbstständigkeit gehört eben auch Büro dazu. Das kann er nicht, das mag er nicht, das macht er nicht. Also habe ich das gemacht. Dann wusste ich wenigstens, dass richtig gemacht wird. Das wurde immer mehr. Hinzu Kind und Haushalt und ständig alleine. Wir haben uns dann zusammen dazu entschlossen, dass ich nochmal Elternzeit nehme und quasi für ihn arbeite und entsprechend daheim alles lenke. Ich bin für dieses Privileg prinzipiell sehr dankbar. Ich habe Zeit für Haushalt, die Firma und vorallem unseren Sohn. Mein Partner weiß das irgendwie auch aber irgendwie auch nicht. Es ist halt verzwickt. Wie soll ich es erklären ohne, dass es überheblich klingt. Er wäre aufgeschmissen ohne mich. Die Bude wäre verdreckt, niemand würde mit seinem Hund gehen, die Firma würde scheitern.
Er sagt, ich wäre undankbar und unzufrieden. Er hat nicht komplett Unrecht aber es liegt einfach an seiner Person.
Er lässt sich immer mehr gehen. Er hat stark zugenommen, trinkt viel, schläft viel. Keine Zärtlichkeiten, keine lieben Worte. Wir sind kein schlechtes Team aber wir sind kein Liebespaar. Wir reden ständig aneinander vorbei, er verdreht einem das Wort im Mund. Früher hatte er auch mal an Andere gedacht, jetzt sieht er nur noch seinen Stand. Ja, er ist fleißig. Zumindest bei Dingen die er möchte. Für alles andere braucht er so viel Antrieb. Alles muss ich im Blick haben. Und dann immer wieder diese Streitigkeiten. Es geht ums weggehen, um die Arbeit, um den Kleinen, ums Geld. Wir werden laut und dann bockt er. Wir streiten auch vor dem Kleinen, furchtbar. Noch nie ist er auf mich zugegangen, ich fühle mich teilweisen wie der letzte Dreck. Ich erkenne mich teilweise selbst nicht wieder. Am Liebsten würde ich ihm den Mittelfinger zeigen aber ich möchte eigentlich doch garnicht, dass es auseinander geht. Die Firma würde nicht so klappen und das bedeutet mir natürlich auch was. Ich möchte nicht raus aus dem Haus, ich möchte, dass es funktioniert und vorallem sind wir eine Familie. Wir haben ein Kind. Ich möchte dem Kleinen nicht die Familie nehmen.
Ach, ich bin verwirrt. Wenn er doch nicht so ein Bock wäre.
Und dann denke ich wieder, dass ich mir nicht alles bieten lassen muss aber wohin? Mit dem Aufbau der Firma und meiner (nichtbezahlten) Elternzeit sieht es finanziell auch nicht so rosig aus. Ich habe keine Eltern wo ich fragen kann, möchte mit dem Kleinen nicht irgendwo bei jemandem auf dem Sofa schlafen. Er braucht sein Zuhause aber das Haus gehört meinem Partner.
Wir können nicht reden. Entweder er bockt und ich versuche alles um die Wogen zu glätten oder es läuft einigermaßen aber auch nur, weil ich mir so oft auf die Zunge beiße. Er steht sich selbst im Weg, er steigert sich rein. Ich kann mit dieser Kälte nicht umgehen. Soll das ein Leben lang so weitergehen? Wäre unser Sohn nicht, wäre es schon lange vorbei. Aber wir haben uns zusammen jetzt auch schon so viel aufgebaut und uns immer mehr verloren.
Und ich bin bereit für meine Familie, für ihn und unseren Sohn, zu kämpfen aber es ist so ohne Perspektive, wenn er sich nicht dreht. Und ich habe es schon 1000x gesagt. Wir haben doch aber nur uns. Seine Eltern sind beide schon verstorben und ich habe keinen Kontakt seit 18Jahren zu meinen Eltern.
Ich zweifel auch an mir. Ich kann mich gut einschätzen, bin reflektiert. Bin ich zu undankbar? Bin ich gar depressiv (was er mir auch schon vorgeworfen hat)? Er macht mich teilweise ganz schön runter. Ich stehe dem aber auch oft in nichts nach. So ehrlich muss ich sein.

Sorry, für den wirren Text. Ich bin gerade verwirrt. Haben uns gestern wegen einer Kleinigkeit wieder so gestritten und auch heute ging es weiter und es ist so unerträglich gerade wieder. Jetzt war es mal 3 Wochen gut. Eigentlich möchte ich nur weg obwohl ich doch meine Familie möchte. Und nicht nur das. Ich möchte auch bisschen Respekt, Zärtlichkeiten und eine Paarbeziehung. Es könnte alles so schön sein, wenn es anders wäre. Wenn Er andere wäre

01.11.2022 21:09 • x 3 #1


Warsdas

Warsdas

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@silaline Was mir als erstes einfällt, wenn ich deinen Text lese: ich glaube, ihr bräuchtet Hilfe von aussen, um aus dem Kuddelmuddel raus zu kommen und klarer zu sehen. Sonst braut sich immer mehr zusammen und die Fronten werden immer verhärteter. Meiner Meinung nach solltet ihr eine Paartherapie machen.

01.11.2022 21:31 • x 1 #2



Traum von Familie am Ende?

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thegirlnextdoor

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Herzlich Willkommen, liebe @silaline und lass dich mal ganz fest drücken. Das ist eine verdammt schwierige Situation und ich verstehe sehr gut wie dir zumute ist.
Der Weg da raus ist sicher nicht leicht.
Wäre dein Mann denn prinzipiell zu einer Paartherapie bereit?
Wärst du dazu bereit?
Oder denkst du, dass die Gefühle von deiner Seite aus ohnehin nicht für eine richtige Beziehung ausreichen würden?
Weiß dein Mann, dass du nie Hals über Kopf in ihn verliebt warst? Ging es ihm ähnlich oder warst du für ihn die ganz große super romantische Liebe?

Ich wünsche dir erstmal viel Kraft, auch auf dem Weg der Aufarbeitung, den du hier mutig begonnen hast. ️

01.11.2022 21:33 • x 1 #3


Gorch_Fock

Gorch_Fock

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Hi Sila, klingt alles ziemlich schwierig. Gerade wenn Du keinen familiären Background hast, ist das in der Tat nicht einfach. Denn Du wirst massiv abhängig. Du kritisierst Deinen Mann für die Arbeit. Das Geld wird aber ganz angenehm sein. Und klar ist auch, dass Du diesen Wohlstand nicht halten wirst können. Es gehört alles ihm, dumm ist er also nicht.
Darf man fragen, was die Gründe für die Krankenhausaufenthalte damals waren? Waren diese psychischer Natur?
Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass Du es ihm sicherlich auch nicht einfach machen wirst, ganz im Gegenteil. Ich schätze das Du in bester Manier auch austeilst und das nicht zu knapp.
Und wieso sollst Du alles in der Firma machen bzw. denkst das Du das musst? Normalerweise stellt man Leute für so etwas ein. Also auch seine Welt wird nicht zusammenbrechen, und fürs Haus kann er sich sicherlich auch eine Putzkraft suchen.
Ich denke auch ihr müsst gemeinsam an den Problemen arbeiten. Ansonsten wird über kurz oder lang ein Affairenmann auf Dich aufschalten. Oder Du machst es wie meine Ex-Frau und benutzt einen Affairenmann dazu, die Ehe zu sprengen. Ist ein sehr einfacher Weg, da sich der Hass des Ehepartners dann weg auf den Affairenmann richtet.
Dass das der worst-case wäre, muss ich hoffentlich nicht erklären. Solche Trennungen enden meist sehr unschön und allein wegen Eures Kindes solltest Du Dich wenn auf Augenhöhe trennen.

01.11.2022 21:46 • x 1 #4


silaline

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Ich habe schon oft daran gedacht. Also an Therapie. Vielleicht wäre es die einzige Möglichkeit ihm mal die Augen zu öffnen. Oder mir? Wobei ich mich garnicht großartig ändern möchte. Ich find mich ok. Ja, vielleicht manchmal etwas weniger Temperament aber sonst passt es. Und er ist auch ok. Manchmal. Er sitzt halt viel daheim und wenn er weggeht, dann meist exzessiv. Oder er will spontan weg aber das geht halt nicht so einfach mit Kleinkind.
Unser größtes Problem ist wirklich die Kommunikation. Wir reden ständig aneinander vorbei und er ist einfach so ein sturer Bock. Ich komm mit seiner Reaktion nicht klar sobald ich mal was sage.

Aber ganz ehrlich, ich habe wirklich schon an Therapie gedacht, ich möchte es ja retten aber zum Einen ist sowas nicht ganz günstig aber noch viel mehr frag ich mich wann wir das machen sollen? Wir müssen arbeiten... Und Nachmittags und abends? Da ist der Kleine da. Wir können ihn nicht einfach zu jemanden schaffen. Er ist erst 3Jahre und ne Oma gibt es nicht.
Wir müssen immer nur funktionieren...

Wir sagen uns selten, eigentlich garnicht mehr, dass wir uns lieben. Von ihm kommt sowas schon ewig nicht mehr. Ich bräuchte sowas aber auch mal. Ich bin ne Frau... Er will ja auch intim sein aber mich zieht es garnicht mehr an ihn heran.
Ich habe ihm nicht gesagt, dass er nicht meine große Liebe ist. Ich habe ihm gesagt, dass er der wichtigste Mensch in meinem Leben ist und meine Familie ist, für die ich alles mache und das stimmt. Aber ich will deswegen nicht alles mit mir machen lassen.
Und eine Liebe wie man es sich zwischen Mann und Frau vorstellt, das ist es schon lange nicht mehr. Wenn es das überhaupt schon mal war.
Er war bzw ist eher der Spatz in der Hand als die Taube aufm Dach.
Das klingt schrecklich abgeklärt aber seit dem Betrug damals ist mein Sinn für Romantik ein Stück weit gestorben. Naja und so wie sich meine Partner verhält, lässt er auch nicht unbedingt die Herzen höher schlagen.
Aber ich will ihm nichts schlechtes.

Ich bin so ambivalent in meiner Gefühlswelt.

01.11.2022 22:07 • #5


Warsdas

Warsdas

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@silaline Ich verstehe dich sehr gut. Aber wenn die Paartherapie an den Finanzen scheitern sollte: eine Trennung ist unendlich teurer für alle Beteiligten, glaub mir. Das Geld wäre also gut investiert. Und notfalls nehmt ihr euer Kind halt am Anfang mit...

01.11.2022 22:16 • #6


silaline

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@Gorch_Fock ja, ich habe Bedürfnisse aber ich möchte keine Affäre. Ich hätte dafür garkeinen Kopf und erst Recht keine Zeit. Auch wenn ich natürlich Sehnsucht habe...

Und ja, ich kann auch ordentlich austeilen. Ich bin nicht auf den Mund gefallen auch wenn ich mir echt oft auf die Zunge beiße. Mich treibt vorallem seine Art auf die Palme.

Ich weiß was er leistet, ich bin stolz auf ihn und auf die Firma. Wir reden hier von 4 Mann. Also keine riesige Firma, es ist halt unser Geschäft und es fällt halt immer was an. Er führt keine Gespräche mit Kunden die unangenehm sind oder wenn es mal mit einem Mitarbeiter Stress gibt. Sobald was nicht läuft bekomm ich die Launen ab. Aber ja auch er könnte ne Bürokraft einstellen aber die wäre wesentlich teurer.... Und vorallem würde die seinen ganzen privaten Kram auch machen? Er muss keine Steuer machen, keine Strompreise vergleichen, ich kümmere mich um private Termine usw. Er geht auf Arbeit und das wars. Ich will seine Arbeit nicht klein reden aber danach hat er Feierabend.

Naja und finanziell ist es nicht so, dass wir große Sprünge machen. Also wir gehen jetzt ins dritte Jahr der kompletten Selbstständigkeit und langsam läuft es. Die größten Anschaffungen gemacht, wir können nächstes Jahr hoffentlich profitieren. Wenigstens ein bisschen. Als Handwerker wirst du nicht reich. Die letzten Jahre haben wir ordentlich zurückgesteckt.

01.11.2022 22:26 • x 1 #7


silaline

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Zitat von Warsdas:
@silaline Ich verstehe dich sehr gut. Aber wenn die Paartherapie an den Finanzen scheitern sollte: eine Trennung ist unendlich teurer für alle ...

Also wir sind nicht verheiratet, das Haus gehört ihm (Erbe seiner Mutter) und natürlich müsste ich erstmal Geld aufwenden wegen Wohnungseinrichtung.

Es ist auch nicht so, dass mir unsere Familie das nicht wert wäre aber im Endeffekt kann ich da auch nur sagen, dass ich seine Launen nicht mehr ertrage.
Ich versteh ihn teilweise, ja ich meckere auch aber ehrlich wenn einer nicht mal mehr eine Serviette in den Müll schmeißen kann.
Wobei wir halt schon immer sehr unterschiedlich in Sachen Ordnung waren.
Wegen solchen Kleinigkeiten streiten wir ständig oder ich lächle (innerlich koche ich) und räum es halt wieder weg.

Und darüber reden wir dann für 150Euro die Stunde mit jemandem Fremden darüber während unser Sohn daneben nörgelt, weil wir einfach niemanden haben.
So sehr wünschte ich, dass ich zu einer Mutter o.ä. Könnte. Wir haben nur uns und das ist teilweise unerträglich. Für beide. Wir kotzen uns einfach so oft an

01.11.2022 22:37 • #8


thegirlnextdoor

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Zitat von silaline:
weil wir einfach niemanden haben.

Könntet ihr nicht Kinderbetreuung zu Hilfe nehmen? Das würde vielleicht auch viel Entlastung bringen.


Zitat von silaline:
Wobei wir halt schon immer sehr unterschiedlich in Sachen Ordnung ware

Anfangs ist das meist nicht so schlimm rosa Brille etc... später zerfleischen sich dann viele Paare, die eigentlich nicht kompatibel sind über solchen Dingen.


Zitat von silaline:
Wir haben nur uns und das ist teilweise unerträglich. Für beide. Wir kotzen uns einfach so oft an

Dann aber doch lieber alleine als mit jemandem wo man sich nur ankotzt...

Wie sieht dein Mann das?

01.11.2022 22:41 • #9


silaline

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@thegirlnextdoor wir können schlecht darüber sprechen bzw sprechen allgemein wenig über solche Probleme. Das Los wenn man gemeinsam arbeitet ist natürlich auch, dass man viel über die Arbeit redet. Wir haben ja eh wenig Zeit und die 5Minuten die wir haben ist meist das Geschäft Thema.
Ich weiß, dass er die Beziehung so auch nicht möchte aber ich höre auch nie, dass er es ändern möchte oder was er ändern möchte.
Ich glaube er ist so bockig, dass er eher die Beziehung an die Wand fährt als dass er sich bewegt. Das macht mich wahnsinnig.

Und ja, wenn man ganz nüchtern darüber nachdenkt, haben wir einige Dinge die nicht sehr kompatibel sind (natürlich nicht alles!). Also sein nicht vorhandener Sinn für Ordnung und Sauberkeit ist ein Punkt.

Unser Sohn ist halt noch recht jung. Ich hoffe auch, dass wir bald mal die Möglichkeit haben, dass er mal zu Freunden geht, allein und in 1 oder 2 Jahren mal über Nacht bei jemanden ist. Einen fremden Babysitter zu organisieren bin ich kein Fan von. Er ist erst 3. Ich will ihn auch nicht abschieben, er ist ein Wunschkind. Es ist halt so wenn man ein kleines Kind hat. Aber ne feste Bezugsperson wie Oma oder Tante oder so wäre schon toll. Ich habe zwar Freunde, mit denen wir regelmäßig zusammen sind aber die haben auch Kinder und da will ich auch nicht unbedingt fragen.
Ach, das kommt halt auch hinzu aber ich will nicht, dass man denkt unser Sohn wäre ein Störfaktor.

Es spielt einfach alles zusammen uns gekrönt wird es durch seinen Sturkopf.

Ich bin einfach so unzufrieden mit ihm

01.11.2022 22:59 • #10


thegirlnextdoor

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Zitat von silaline:
Ich weiß, dass er die Beziehung so auch nicht möchte aber ich höre auch nie, dass er es ändern möchte oder was er ändern möchte.

Genau dafür wäre eine Paartherapie ja sinnvoll.
Damit ihr mal offen darüber sprecht, was ihr wollt.

Nicht dafür, dass ihr euch für 150 Euro in der Stunde anzickt und das Kind daneben nörgelt.


Zitat von silaline:
Einen fremden Babysitter zu organisieren bin ich kein Fan von. Er ist erst 3

Geht er nicht in den Kindergarten..?


Zitat von silaline:
Aber ne feste Bezugsperson wie Oma oder Tante oder so wäre schon toll.

Verstehe ich, aber das hat man halt leider wirklich nicht immer. Haben heute auch viele andere nicht (mehr).
Ein gutes Kindermädchen könnte da auch eine große Stütze sein, aber okay, wenn man das nicht möchte, kommt es nicht in Frage.


Zitat von silaline:
Ich bin einfach so unzufrieden mit ihm

Wirklich nur mit ihm oder mit der gesamten Situation?

Gerade wenn man kleine Kinder hat ist es sehr hart, keine Eltern zu haben. Da kann der Partner aber auch nichts dafür. (Vor Allem wenn er dasselbe Schicksal teilt)

Wegen der Sache mit dem hinterher räumen... ich verstehe, dass dich das ärgert.
Allerdings - ich bin mir nicht sicher ob ich es richtig verstanden habe... arbeitest du jetzt oder arbeitest du nicht?

Zitat von silaline:
Unser größtes Problem ist wirklich die Kommunikation. Wir reden ständig aneinander vorbei und er ist einfach so ein sturer Bock. Ich komm mit seiner Reaktion nicht klar sobald ich mal was sage.

Paartherapie.


Zitat von silaline:
Er ist erst 3Jahre und ne Oma gibt es nicht.
Wir müssen immer nur funktionieren...

Kinderbetreuung.

Ich merke, dass du an diese zwei Themen nicht ran willst, sehe da aber angesichts deiner Schilderung das größte Konfliktpotenzial/die drängendste Problematik.

Es klingt ein bisschen so als wolltet ihr euch evtl. beide nicht sehr aufeinander zu bewegen.

Findest du ihn denn trotz Allem noch anziehend genug, um eine richtige Beziehung zu führen? Falls es mit der Kommunikation besser liefe?

Oder geht es dir nur um die Annehmlichkeiten und das Bild einer heilen Familie?

01.11.2022 23:08 • x 1 #11


Gorch_Fock

Gorch_Fock

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Na ja Sila, als Frau in Eurer Rollenaufteilung wirst Du auch das Thema soziale Kontakte bedienen. Hier musst Du Deinen Fokus mal auf Entlastung ausrichten. Was hat ein guter Babysitter für ein paar Mal im Monat mit Abschieben zu tun? Du müsstest dann halt Zeit mit Deinem Mann verbringen. Willst Du das überhaupt?

01.11.2022 23:11 • x 3 #12


Florentine

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Zitat von silaline:
Ich will ihn auch nicht abschieben, er ist ein Wunschkind. Es ist halt so wenn man ein kleines Kind hat. Aber ne feste Bezugsperson wie Oma oder Tante oder so wäre schon toll. Ich habe zwar Freunde, mit denen wir regelmäßig zusammen sind aber die haben auch Kinder und da will ich auch nicht unbedingt fragen.


Du findest Gründe, warum das alles nicht geht.
Rational ist keiner davon.

Ein Kind fühlt sich nicht abgeschoben, wenn es ein oder zweimal pro Woche für ein paar Stunden bei einer vertrauten Person ist und ja, das kann auch ein Babysitter sein.
Meine Babysitterin ist insgesamt fast 6 Jahre immer mal wieder bei meinen Kindern gewesen. Ich habe sie sogar mal kommen lassen, ohne sie wirklich dringend zu brauchen, einfach weil die Kinder sie gerne mal wieder sehen wollten.

In der Zeit könntet ihr beispielsweise zur Paartherapie gehen oder einen Spaziergang machen.
Muss ja nicht immer der ganze Abend sein, da tun es auch mal 2 oder 3 Stunden.

Zitat von silaline:
Wegen solchen Kleinigkeiten streiten wir ständig oder ich lächle (innerlich koche ich) und räum es halt wieder weg.
Und darüber reden wir dann für 150Euro die Stunde mit jemandem Fremden

Ja, darüber redet man dann. Weil ihr es zuhause alleine nicht hinbekommt. Und dann redet man darüber, was alles an diesem Symptom Serviette dranhängt, welche Erwartungshaltungen und Glaubenssätze und Gefühle.
Ja, das ist teuer.
Dem Kind und euch zuliebe solltet ihr es versuchen.

Zitat von silaline:
Wobei ich mich garnicht großartig ändern möchte. Ich find mich ok. Ja, vielleicht manchmal etwas weniger Temperament aber sonst passt es.

Auch du wirst dich ändern müssen, wenn das klappen soll. Es funktioniert nicht, wenn du sagst, du findest dich super und willst nichts ändern und nur dein Mann sei ein Problem.

Zitat von silaline:
Ich glaube er ist so bockig, dass er eher die Beziehung an die Wand fährt als dass er sich bewegt.

s.o.
Du bist doch auch nicht bereit, dich zu bewegen.

Zitat von silaline:
bin ich kein Fan von

Den Einsatz zu bringen und mal die Freunde wegen Kinderbetreuung zu fragen, sollte kein Problem sein, auch wenn man kein Fan ist.
Ist es das, ist entweder dein Leidensdruck nicht hoch genug oder du suchst Ausreden, warum das alles nicht geht und leider scheitern musste.

01.11.2022 23:31 • x 3 #13


thegirlnextdoor

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Zitat von Florentine:
Auch du wirst dich ändern müssen, wenn das klappen soll. Es funktioniert nicht, wenn du sagst, du findest dich super und willst nichts ändern und nur dein Mann sei ein Problem.

Wobei die TE die Antwort auf die Frage schuldig geblieben ist...

Will sie das überhaupt mit diesem Mann..? In den sie nicht so richtig verliebt war und den sie laut eigener Aussage nicht mehr so richtig attraktiv findet, weil er sich gehen lässt..?
Reichen die Gefühle da noch aus, um eine richtige Beziehung versuchen zu wollen?
Kann ich hier nicht richtig herauslesen...

Es heißt ja, wenn man etwas wirklich will, findet man Wege. Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe (warum dieses und jenes nicht geht).


Zitat von Florentine:
Meine Babysitterin ist insgesamt fast 6 Jahre immer mal wieder bei meinen Kindern gewesen. Ich habe sie sogar mal kommen lassen, ohne sie wirklich dringend zu brauchen, einfach weil die Kinder sie gerne mal wieder sehen wollten.

Wir hatten auch mal eine Kinderbetreuung und haben dieselbe Erfahrung gemacht. Die Kinder mochten sie total gerne und haben sich gefreut sie zu sehen. Da kam sich keiner abgeschoben vor. Und der jüngere war da gerade 1,5 Jahre alt, die Schwester 4. (Leider ging unsere irgendwann in Rente sonst würde ich sie immer noch kommen lassen und die Kinder fänden es klasse)

01.11.2022 23:40 • x 1 #14


Florentine

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Zitat von thegirlnextdoor:
Will sie das überhaupt mit diesem Mann..? In den sie nicht so richtig verliebt war und den sie laut eigener Aussage nicht mehr so richtig attraktiv findet, weil er sich gehen lässt..?

Das kann ich aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen.
Aber auch hierbei kann ja jemand Externes helfen, den Blick für Dinge zu schärfen - oder, wie in meinem/unserem Fall dann zu sagen: Das wird so nichts mehr.
Vielleicht würde es dem Mann auch helfen und er fände einen Impuls, um wieder mehr auf sich zu achten etc.

01.11.2022 23:48 • x 1 #15



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