Guten Morgen ihr Lieben
Zitat von Brightness2: Ich lese gerade einen Rechtfertigungsdruck bei dir.
Vielleicht kam es hier so rüber, dass ich permanent bis heute versuche, bei dem Verhalten meiner Mutter etwas zu ändern. Dem ist in keinster Weise so. Wir haben zwangsläufig akzeptieren müssen, wie es ist. Wenn man mehrfach Vorschläge gemacht hat und es ist nicht gewünscht, gibt man doch auf.
Wenn sie z.B. erzählt, dass sie wieder einmal ein Kaffee trinken mit ihren Bekannten sausen lässt, könnte es sein, dass ich sage: 'Geh doch hin, dann fahren wir eben später ins Heim'. Mir ist das eigentlich Wurscht, ich denke dabei an sie, damit sie mal etwas Abwechslung hat.
Ja, davon kann ich mich nicht freisprechen, dass so etwas gelegentlich noch von mir kommt.
Zitat von Brightness2: Wie kannst du dir kleine, kurze Oasen kreieren, um den Wahnsinn zu überstehen?
Wahnsinn - das Wort trifft es. Es ist schwierig, denn Abschalten geht so gut wie gar nicht. Den Unterricht nehme ich weiterhin, es gibt ja auch einen Vertrag. Den möchte ich nicht kündigen.
Ein paar mal habe ich eine kleine Radtour gemacht.
Aber in den Zeiten, als ich noch so häufig im Einsatz war, hatte ich ja kaum Zeit. Ich hatte ja nur jeden 3. Tag 'frei'.
Durch ihre Bus-Aktionen war ich seit 1 Woche nicht im Heim. Ganz komisch ist das. Meine Schwester fährt heute mit ihr. Ich hab mich für morgen angeboten. Mal schauen, ob sie es annimmt. Bin schon ganz gespannt auf das Gespräch heute Abend mit meiner Schwester.
Zitat von Amaible: Meine Mutter war nie da, wenn ich sie gebraucht hätte
Das ist sehr traurig. Meine Mutter hat mir schon geholfen, aber nur bei Dingen, die sie auch für richtig hielt. Als mein Mann vor 10 Jahren starb, haben wir fast täglich telefoniert und sie stand mir bei. Sie mochte ihn auch sehr.
Als ich Jahre zuvor einen anderen Mann verlassen habe, konnte ich nichtmal mit ihr über meine Probleme reden. Ich habe ihr es erst gesagt, als ich bereits ausgezogen war.
Zitat von Amaible: Manchmal denke ich, könnte ich, wenn nun endlich mal eine Einsicht ihrerseits kommen würde.
Wird aber nicht mehr passieren, da sie so eingefahren ist in ihrem Denken und ihr Handeln und Tun, das "einzige richtige" ist (ihrer Meinung nach).
Meine Mutter tut auch nur das einzig richtige. Sie hat immer Recht. Eine Entschuldigung oder ein 'es tut mir Leid ' erwartet man vergebens.
Zitat von Amaible: Anerkennung, Wertschätzung und einfach mal eine gehörige Portion Empathie, die man sich wünscht.
Ist hier genau so. Dafür hört man dann, was die Kinder von Frau Sowieso alles können und machen.
Tja, ändern kann man es nicht, nur versuchen besser damit umzugehen. Das gelingt mir aber nicht und ein Therapeut ist noch nicht in Sicht.