Bisher habe ich hier still mitgelesen, möchte jetzt aber zukünftig aktiv schreiben.
Meine Mutter ist 77 Jahre alt und zeigt beginnende kognitive Einschränkungen.
Die selbstständige Körperpflege lässt nach, sie verlegt Sachen und beschuldigt danach mich, diese versteckt zu haben
Ihr Alltagskompetenzen werden immer weniger, sie gibt an oft Angst zu haben.
Eine Begutachtung durch den MDK fand Ende September statt, aufgrund ihrer noch vorhandenen sehr guten körperlichen Fitness hat sie Pflegegrad 1 bekommen.
Dieses Gutachten hat sie bisher versteckt, ich habe es gestern durch Zufall gefunden.
Einige Tage vorher hatte ich noch bei der Krankenkasse angerufen und freundlich kritisiert, dass ich bis heute auf das Gutachten warte.
Auch meine Mutter habe ich wöchentlich gefragt, ob sie Post von ihrer Krankenkasse bekommen hat, was sie vehement verneinte.
Andere Post, wie bspw. Nachfragen der zuständigen Versorger nach den aktuellen Zählerstanden von Wasser, Strom etc. legt sie für mich hin und zeigt sie mir, so dass ich das erledigen kann.
Den Bescheid vom MDK aber nicht.
Es gab deswegen gestern Abend einen heftigen Streit.
Meine Mutter ist verwitwet seit sie 61 ist.
Sie wiegt bei 1,70 Meter nur noch 45 Kg.
Sie verneint, dass sie Hilfe benötigt, in anderen Situationen ruft sie mich an weil sie mehr weiss, wie die Tür der Waschmaschine aufmacht.
Aber ihrer Aussage nach ist ja Alles in Ordnung bei ihr.
Für mich ist diese Lebenslüge, die sie bis heute lebt das Schlimmste.
Mich belastet diese Situation immer mehr.
Auch deswegen, weil ich zu 90 % ab Dezember eine Umschulung gefördert bekomme, diese ist in Vollzeit und für mich und mein weiteres Leben sehr wichtig.
Meine bisherige Tätigkeit in der Pflege ist nicht mehr möglich.
Seit 3 Monaten bin ich krank geschrieben, somit konnte ich mich bisher recht gut um sie kümmern.
Das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter war und ist problematisch aufgrund körperlichen und verbalen Übergriffen von ihr in meiner Kindheit.
Entschuldigt hat sie sich bis heute nicht bei mir.
Ich merke, wie mir immer mehr alles zuviel wird.
Ich kümmere mich aufgrund meiner Verantwortung als einziges Kind.
Aber die heute noch stattfindenden Beleidigungen ihrerseits machen es mir oft schwer.
Der MDK empfiehlt Ergotherapie zum Training der zeitlichen und örtlichen Orientierung.
Ich weiss nicht wie ich es zeitlich schaffen soll.
Ich weiss, dass ich weiterhin aktiv bleiben muss, also Antrag auf Höherstufung.
Vor 3 Wochen war ich mit ihr bei einer psychiatrischen Institutsambulanz und die dortige Psychiaterin hat die Auffälligkeiten bemerkt.
Sie sagte zu mir, dass sie der Hausärztin meiner Mutter einen Bericht schreibt.
Aufgrund einer Subarachnoidalblutung 2005 möchte sie weitere Untersuchungen wie Mrt und die aktuellen Blutwerte.
Auch hier bekomme ich aufgrund meiner Wahrscheinlichkeit der Umschulung ein zeitliche Problem.
Manchmal möchte ich am liebsten alles hinwerfen und bei der Betreuungsbehörde anrufen, damit die sich vielleicht darum kümmern.
Heute abend bin ich mit meinen Nerven am Ende.
Danke fürs Lesen.