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Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

G
Malea Zwei Freundesmileys

#1906


Wollie
Ich wünsche allen hier, welche gerade durch das Alzheimer Thema betroffen sind, ganz viel Kraft, Weisheit und Energie dafür. Jede Krankheitsgeschichte ist anders, aber endet leider bei Alzheimer immer sehr ähnlich. Habe dies ja bei meiner Mutter 7 Jahre erlebt und sie intensiv begleitet, von der Anfangsdiagnose bis hin zur Heimaufnahme und ihrem ständigem Abbauprozess. Es ist furchtbar, wenn der eigentliche Mensch immer mehr verschwindet. Und sie fehlt, bis heute 😢. Stand letzte Woche erst an ihrem Grab und merke, wie sehr ich die gesunde Frau vermisse, welche soviel konnte und wusste. Und immer da war, wenn es Probleme gab. Und wenn ich die Pflegesituation in unserem Land anschaue, die galoppierenden Kosten für Pflegeheime usw., da frag ich mich wirklich, wo dies enden soll und wer am Ende des Tages dies überhaupt bezahlen kann. Aber dies ist ein polit. Thema und wird hoffentlich irgendwann mal von einer Regierung bearbeitet und anständig gelöst werden.

x 12 #1907


A


Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

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P
Zitat von Wollie:
wie sehr ich die gesunde Frau vermisse, welche soviel konnte und wusste. Und immer da war, wenn es Probleme gab.

Ich bin voll und ganz bei Dir!
Dies ist und bleibt eine besondere Veränderung, für alle.

Vor wenigen Monaten hatte ich die Gelegenheit für das Lied "Der Löwe in Dir" von Unheilig als Lichtdouble zu fungieren. Ich kannte das Lied nicht und habe mich deshalb sehr auf den Text konzentriert, damit ich 'gut performe'. Und das wiederholte sich ca 10 mal.
Holla, was war das? So einen Text kann nur jemand schreiben, der w e i ß, wie es ist, wenn ein Elternteil in die Demenz geht und diesen Menschen begleitet.
Ich war hoch beeindruckt von dem Text/ dem Lied.

x 5 #1908


Hola15
Ich hab das Lied gerade gesucht (heißt: Mein Löwe). Ja da hast du recht.

Bei mir ist es etwas anders. Ich hatte das nie so mit dem Rollenwechsel. Irgendeinen Vorteil muss die Parentifizierung ja haben.

x 2 #1909


Pippa
Ich habe diese Woche den Antrag auf Pflegegrad abgeschickt.
Weiterhin stehen wir auf der Warteliste für betreutes Wohnen bzw. in einigen Wochen auch auf der für ein Heim.

Mir kommt das alles viel zu früh vor. Wir hatten heute einen guten Tag.
Abgesehen davon, dass der Fernseher irgendwie ein Buch mit sieben Siegeln für sie ist, ging es diese Woche ganz gut.

Was muss ich derzeit noch in die Wege leiten?

x 4 #1910


G
„ .. bis er in den Himmel geht“ Weinendes Gesicht

x 1 #1911


VictoriaSiempre
Zitat von Pippa:
Das Schlimmste ist, dass sie manchmal bemerkt, dass etwas gewaltig schief läuft und sie ihren Kopf mit Grübeleien darüber überfordert.

Bei meiner Schwiegermutter (ich hatte eine ganz liebe! Herzen ) war diese Zeit des „Übergangs“ auch am schlimmsten. Ihre Verzweiflung darüber, dass ihr „blöder Kopf“ einfach nicht mehr so mitmacht, wie sie es bislang kannte…

Danach - schwerst dement - wirkte sie immer sehr zufrieden; vor allem, wenn die Sozialbetreuung ihre Fingernägel rot lackiert hatte (sie hat immer körperlich gearbeitet und war eher ein Putzteufel, lackierte Fingernägel gab es bei ihr bislang nie!) war sie total glücklich.

Für mich schien es so, als ob diese letzten Jahre für uns Angehörigen sehr viel schlimmer waren als für sie selber. Wir mussten aushalten lernen, dass es diese agile Frau, die wir lange erlebt haben, nicht mehr gab, uns nicht mehr erkannte (und sie war immer Familienmensch, zugewandte Mutter von 5 Kindern) und in einer völlig anderen Welt lebte. Aber das war eben eher unser Problem, nicht mehr ihres. Was es nicht besser macht 😢 Aufmunternde Emojis , uns aber irgendwie auch getröstet hat. Keine Ahnung, ob rüberkommt, was ich sagen will…

Diese Sch@iz-Krankheit - leider nicht die einzige, an der momentan noch nichts zu machen ist. Hab grade erfahren, dass ein guter Bekannter an ALS erkrankt ist.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft! Allen anderen Betroffenen hier im Forum auch!

x 12 #1912


HeavyDreamy
Zitat von VictoriaSiempre:
Aber das war eben eher unser Problem, nicht mehr ihres. Was es nicht besser macht , uns aber irgendwie auch getröstet hat. Keine Ahnung, ob rüberkommt, was ich sagen will…


Genau so denke ich - ich lass die Frau einfach so sein wie sie ist (kannte sie früher ja auch anders).
Ihr Sohn regt sich aber halt über alles mögliche auf, weil nix mehr so funktioniert wie früher, was natürlich nicht einfach ist.
Aber er kann ja nicht ändern und seine Nerven macht er dadurch unnötig kaputt.

x 2 #1913


VictoriaSiempre
Naja, @HeavyDreamy , es macht aber natürlich auch einen Unterschied, ob jemand von außen drauf guckt (und dadurch vieles akzeptieren kann) oder ob ein Angehöriger sich Gedanken darüber machen MUSS, wie es zukünftig funktionieren soll.

Ich finde es toll, dass Du Dich um Deine Nachbarin so kümmerst Herzen . Aber am Ende des Tages musst Du nicht entscheiden, wie es weitergehen kann. Heim ja oder nein, wenn ja - wo und wie finanzieren, wenn nein - wie lange geht das noch gut?

Dass das Nervenkostüm der Angehörigen sehr, sehr dünn wird, kann ich total verstehen; ich hab es ja auch mitgemacht. Allerdings als Schwiegertochter eher aus der zweiten Reihe und verteilt auf mehrere Schultern. Wenn jemand alleine davor steht… puuuuh!

x 4 #1914


HeavyDreamy
Zitat von VictoriaSiempre:
es macht aber natürlich auch einen Unterschied, ob jemand von außen drauf guckt (und dadurch vieles akzeptieren kann) oder ob ein Angehöriger sich Gedanken darüber machen MUSS, wie es zukünftig funktionieren soll.

Zitat von HeavyDreamy:
was natürlich nicht einfach ist.


deswegen hab ich ja das hier dazugeschrieben. Mir ist sehr wohl bewusst, dass das alles nicht einfach ist.
Ich war auch 18 Jahre alt, als meine Oma starb und ich alles mitbekam, weil meine Mutter sie pflegte.


Zitat von VictoriaSiempre:
Aber am Ende des Tages musst Du nicht entscheiden, wie es weitergehen kann.


Du glaubst gar nicht, wie gerne ich ihre Tochter sein möchte.

Weisst du, meine eigene Mutter hatte zu mir nie gesagt: "Du bist mein Engel"
Sie schon Lachendes Gesicht

x 2 #1915


VictoriaSiempre
Zitat von HeavyDreamy:
Du glaubst gar nicht, wie gerne ich ihre Tochter sein möchte.

Weisst du, meine eigene Mutter hatte zu mir nie gesagt: "Du bist mein Engel"
Sie schon


Ach Mensch. Das ist traurig Küssen

x 1 #1916


Pippa
Zitat von VictoriaSiempre:
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

Danke 🙏.
Deine Worte helfen mir sehr.

Es kann also definitiv eine Phase kommen, in der ihr das Ganze nicht mehr so extrem zu schaffen macht?

x 1 #1917


HeavyDreamy
Zitat von VictoriaSiempre:
Ach Mensch. Das ist traurig

Irgendwie schon. Ich weiss, das meine Mutter keine schöne Kindheit hatte. Und man könnte es damit entschuldigen.

Aber sie macht ja sogar meinen Papa runter, er tut mir so sehr leid, aber er möchte sich so behandeln lassen und ich kann da nichts tun.

Ich bin Mal gespannt, wenn etwas mit meinen Eltern ist, ob sich irgendwie was ändern wird.

Wenn sie Hilfe brauchen und ich kann ihnen helfen, bin ich da.

x 1 #1918


VictoriaSiempre
Zitat von Pippa:
Es kann also definitiv eine Phase kommen, in der ihr das Ganze nicht mehr so extrem zu schaffen macht?

Ich wünschte, ich könnte Dir das beantworten. Kann ich leider nicht.

Ich kenne etliche Menschen, die in der Pflege/Sozialbetreuung von dementen Menschen arbeiten. Ihrer Erfahrung nach gibt es zwei klassische Typen (ohne es darauf reduzieren zu wollen/können): Die Sitzer und die Läufer.

Meine Schwiegermutter war eine Sitzerin (vielleicht, weil sie ihr Leben lang gelaufen ist?). Sie wollte ihre Ruhe und ihre Fingernägel lackiert bekommt haben und ansonsten an ihrem angestammten Platz sitzen (auch ne Ausfahrt im Rolli war keine echte Option) und ihre Mahlzeiten einnehmen (sie war immer gertenschlank und wurde zum Moppel, aber egal - warum hätte sie nicht futtern sollen, wenn es ihr schmeckt?).

Die Läufer, so sagt man heute, laufen nicht weg. Sondern sie laufen hin. Sie sind ruhelos und auf der Suche nach? Was auch immer. Wir wissen es nicht bzw. ich sowieso nicht, da überhaupt nicht vom Fach.

Was Demenzkranke vermutlich eint: Sie leben in ihrer eigenen Welt. Wie auch immer die aussehen und wie schön oder von welchen Dämonen verfolgt sie sein mag - wir wissen es leider nicht!

Ach @Pippa - ich drück Dich mal! Küssen

x 4 #1919


Catalina
Zitat von VictoriaSiempre:
Danach - schwerst dement - wirkte sie immer sehr zufrieden;

Das ist bei meinem Vater auch so. Früher war er ständig unzufrieden und hat über alles und jeden geschimpft, jetzt lebt er völlig in seiner eigenen Welt und hat vergessen, wie doof er alle anderen findet. Auf eine seltsame Art ist das wirklich tröstlich, weil er nicht leidet.
Zitat von VictoriaSiempre:
Für mich schien es so, als ob diese letzten Jahre für uns Angehörigen sehr viel schlimmer waren als für sie selber.

Same here.
Zitat von VictoriaSiempre:
Hab grade erfahren, dass ein guter Bekannter an ALS erkrankt ist.

Oh, das tut mir sehr leid. 😔 So eine üble Krankheit. Fühl dich gedrückt. 🤗

x 2 #1920


A


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