Perzet
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Du beschreibst es ganz genau selber - Deine Schwester und Du seid moralisch super erpressbar und Ihr seid somit voll drin in ihrem System.
Man möchte ja sowieso helfen.
Man möchte eh für den anderen da sein und entlasten.
Und das alles eh ohne Druck oder Anfrage. Ihr zwei macht das, weil Ihr Menschen mit Herz seid.
Ihr zwei macht das, weil Ihr empathisch seid.
Sowieso.
Und jetzt ist da jemand, der diese, Eure Eigenschaften leugnet und so tut, als würdet Ihr alles nur tun, weil sie den entsprechenden Druck macht und Euch dazu bringt.
Und irgendwie ist es tatsächlich so.
Ob sie n narz ist. Oder ob sie selbst Erlebtes einfach nur weiter gibt? Alles ist möglich. Aber es muß nicht so bleiben.
Es ist großartig, daß Du das Thema angesprochen hast, zu einer Zeit, wo Du und Deine Schwester noch einigermaßen Kraft dazu habt. Denn Du siehst ja selber, wie sehr diese Gespräche einen fertig machen. Später wirst Du dafür keine Kraft mehr haben. Also ist es wichtig, jetzt die Weichen zu stellen.
Und ich kann es nur bestätigen - bis die Nerven sich beruhigen und man nicht mehr 'permanent auf Abruf' steht, dauert noch lange danach an.
Alleine schon die Art und Weise, wie sie dann den Nachbarn einbringt, klingt es, als seiet ihr unwillig und egoistisch. Das Bild wird sie von Euch nach außen hin verkaufen. Das ist total unfair und tut entsprechend weh. Viele sehen das selber. Andere nicht unbedingt.
Aber hier an dieser Stelle müßt Ihr über euren Schatten springen und das aushalten. Ansonsten bleibt ihr nicht nur erpressbar sondern Eure Grenzen werden immer weiter verschoben, bis es gar keine mehr gibt.
Das gleiche mit dem Bus fahren.
Dann soll sie es tun. Noch ist es nicht dunkel draußen. Lasst sie machen.
Ja, das klingt hart. Sie selber ist total überdreht und selber überfordert von der Erwartungshaltung, die sie an sich selber stellt (woher auch immer diese kommen mag) . Auch sie kommt nirgendwo zur Ruhe. Oder doch? Vielleicht beruhigt sie die Zeit, in der sie im Bus sitzt?
Ach liebe @Umbra_ egal wie man es wendet, diese Situation verlangt nach Veränderung. Entweder Ihr akzeptiert, daß nicht alles so läuft, wie Ihr es gerne hättet (Ihr wollt zb keinen Bus) und habt irgendwann gar keine Grenzen mehr.
Oder auch ihr akzeptiert, daß sie erstmal so weiter machen wird, auch wenn ihr dabei schlecht wegkommt.
Und es bleibt bei der Forderung, daß ihr Euch überlegt, was ihr jeweils leisten könnt und wollt. Was sind Eure Grenzen. Realistische Grenzen!
Denn nur, weil wir hier sagen, setzt Ihr Grenzen, heißt es nicht automatisch daß es so und so auch richtig ist. Diese Grenzen müßt ihr für euch feststellen lernen.
Denn einen Aspekt habe ich inzwischen erreicht: bei mir ist die Situation nun nach Jahrzehnten der Dauer vorbei. Und ich habe Vergleiche mit meinen Brüdern. Ich hatte sehr sehr viel gemacht. Nicht immer. Aber je länger es dauerte, desto mehr. Und die Anzahl meiner Zusammenbrüche, kann ich nicht mehr zählen. Man wächst mit seinen Aufgaben. Ja, das auch. Aber ich weiß, daß ich relativ fest sagen kann, daß ich alles getan hatte, was mir möglich war.
Meine Brüder sagen das nicht mit gleicher Klarheit, eigentlich gar nicht. Und man merkt nen Unterschied. Sie fühlen sich nicht wohl damit. Auch das wird irgendwann vergehen.
Ein Grund mit, daß Ihr Euch jeweils überlegt, was ihr mittragen könnt. Wie, in welcher Form a) - auf Dauer oder b) - kurzfristig erhöht bei akutem Bedarf.
Das habt ihr ja bereits angefangen, wie oft Ihr Euch einteilt. Das war gut so!
Das ist nicht einfach und es ist ein Prozess, der sich entwickelt und verändert.
Und das wird mitgeteilt. Nicht um Akzeptanz gebeten, sondern mitgeteilt. Natürlich wird alles versucht werden, dies nicht so machen zu müssen.
Schritt um Schritt!
Ach, ist heftig, für jede beteiligte Person. Noch ne Umarmung 🤗
Und ja, Eure Mutter ist im Tunnel. Das darf man ihr zugute halten. Das heißt nicht, daß alle außerhalb mit in diesen (!) Tunnel müßen.