Zitat von Brightness2: Ihr habt ganz schön viel gemeinsam. Jede ist der Meinung, die andere sei im Unrecht. Tief verankerte Glaubenssätze auf allen Seiten. Wenn die andere doch nur anerkennen würde, was ich leiste, wär alles gut. Wenn die andere ihr Verhalten ändert, gehts mir gut.
Zitat von Umbra_: Unsere Denkweisen gehen viel zu weit auseinander.
Ich finde nicht, dass eure Denkweisen so weit auseinandergehen. Ihr erwartet alle vom jeweiligen Gegenüber dass es etwas tut, damit es euch besser geht. Deine Mutter erwartet, dass ihr uneingeschränkt zu ihrer Verfügung steht, damit sie sich so um ihren Mann kümmern kann, wie sie es für richtig hält. Du und deine Schwester erwartet (aus verständlichen Gründen), dass sie versteht, dass ihr das nicht mehr schafft, kompromissbereit ist und sich auf etwaige andere Lösungen einlässt. Und das sie vor allem anerkennt, was ihr alles schon für sie getan habt.
Das Ding ist halt, eure Mutter ist alt und festgefahren in ihren Ansichten und Meinungen. Daran wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern. Ihr könnt euch jetzt noch ewig daran abarbeiten, dass eure Mutter nicht so reagiert und denkt und fühlt, wie ihr euch das wünschen würdet und wie es für eine liebende Mutter eigentlich normal wäre. Oder ihr könnt akzeptieren, dass sie eben so ist und das nichts über euren Wert als Töchter aussagt.
Mein leiblicher Vater hat sich mein Leben lang einen feuchten Kehricht für mich interessiert Er fand, seine Vaterpflichten seien mit wenigen Anrufen und ab und zu einem Treffen, wenn er gerade nichts Besseres vorhatte, erfüllt. Ich hab als Kind und Jugendliche so um die Zuneigung meines Vaters gekämpft, aber irgendwann einsehen müssen, dass es zwecklos ist. Das war der Punkt, wo ich es einfach akzeptiert habe, weil ich es eh nicht ändern konnte und es mich viel zu viel Kraft gekostet hat zu versuchen, irgendeine Art von Beziehung zu meinem Vater aufzubauen und immer wieder vor die Wand zu laufen.
Ich habe als Kind sehr darunter gelitten, habe manchmal gedacht, dass ich ja ganz furchtbar sein muss, wenn nicht mal mein eigener Vater mich liebt. Mittlerweile habe ich verstanden, dass das mit mir als Person nichts zu tun hatte, er
konnte es einfach nicht anders. Und genauso denke ich, dass das Verhalten eurer Mutter wenig mit euch aber ganz viel mit ihr zu tun hat.