caspar
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nachdem meine Frage, ob mich meine Frau dreist belogen hat, mehr oder minder vollständig geklärt ist, hat sich einiges getan bei mir. Auf die wirklich wichtigen Probleme komme ich später...
Offenbar wird sich meine Frau allmählich der Situation bewusst, dass diese Krise nicht irgendeine Krise ist, die man einfach ein wenig ruhen lassen kann und danach geht alles so weiter wie davor, sondern dass das wohl DER Schluss war. Nun, wie sagt mein Bruder dazu so schön? PAL, nicht mehr mein Problem.
Ups, später? So schnell. Wow. Also, hier sind sie, die wirklichen und wichtigen Probleme - die Kinder.
Wir haben - hmm, das "wir" klingt so falsch. Meine Frau und - auch das klingt merkwürdig. Diese Frau ist formal meine Ehefrau, aber ich bemerke, dass sie sich immer weiter entfernt, dass sie dort hinten ist und ich hier bin. Ich werde mir etwas einfallen lassen, um diese Frau korrekt und ohne Wortungetüme zu benennen. Egal...
Also zu den Kindern.
Wir haben eine Pflegetochter von mittlerweile knapp 16 Jahren, sie kam mit nicht einmal drei Jahren zu uns. Sie macht gerade ihren Hauptschulabschluss. Außerdem haben wir eine leibliche Tochter, die in ein paar Wochen 6 Jahre alt wird. Wir haben in der vorangegangenen Diskussion schon Einiges über die Kinder geschrieben.
Die Kinder sind verstört, das ist ganz klar und anderes wäre auch verwunderlich. Allerdings habe ich heute aus den Telefonaten herausgehört, dass sich die Beiden mit der neuen Situation zu arrangieren beginnen. Das ist zwar nicht toll für mich, weil ich damit auch in ihrem Leben nur noch eine Nebenrolle spiele, aber mir ist es so lieber, als wenn sie ohne mich zerbrechen würden.
Damit kann ich meine eigene Zukunft entspannter angehen und brauche mich nicht zerfleischen. Das heißt nicht, dass ich die Kinder völlig der Frau überlasse, das darf ich aus verschiedenen Gründen nicht.
Ein konkreter Grund ist der, dass die Kinder seit über drei Wochen mit einem fiesen Infekt im Bereich des Halses bis in die Bronchien hinein kämpfen und nicht ein einziges Mal von einem Arzt untersucht wurden. Meine Möglichkeiten sind begrenzt und im Nachhinein hätte ich sie doch am Wochenende in den Notdienst schleifen sollen. Nun, hinterher ist man schlauer...
Mit dem Infekt ist nicht zu spaßen, meine Mutter hat die Keime abbekommen, hat eine Woche gewartet und ist knapp an einer Lungenentzündung vorbeigeschrammt - sie bekommt jetzt ein ziemlich potentes Antibiotikum und ist völlig hinüber. Ich selbst hatte den Infekt auch, bekam aber wegen eines anderen Infekts ein Antibiotikum, das auch bei diesem Keim wirkte. Ich habe mich offenbar wieder angesteckt, nach knapp einer Woche völliger Ruhe bekomme ich seit heute ein Antibiotikum für meinen Hals. Und die Kinder wurden nicht ein Mal von einem Arzt untersucht! Die beiden Erwachsenen im Haus, die Mutter der Kinder und ihre eigene Mutter, sehen offensichtlich kein Problem darin, dass die Kinder seit Wochen schwere Hustenanfälle haben und dabei ziemliche Mengen an eitrigem Schleim auswürgen. Seit Wochen sage ich, dass sie zum Arzt gehen sollen, seit Wochen sagen sie, dass sie es machen werden, seit Wochen haben sie es nicht gemacht.
Heute habe ich mit meiner ehemaligen Ärztin abgemacht, dass die Kinder spätestens morgen Nachmittag in der Praxis erscheinen und wenn nicht, dass sie dann einen Hausbesuch bei den Kindern macht. Sie hat klargestellt, dass sie das nicht lustig findet, aber sie hat eingewilligt. Dieses habe ich heute am frühen Abend meiner Frau per SMS mitgeteilt und klargestellt, dass das erst einmal ein Angebot sei. Ich habe mehrfach nachgehakt, dass wir über die Gesundheit der Kinder sprechen müssten, ich habe bisher keine Antwort von ihr bekommen, sie schläft mittlerweile. Na super! Wir haben nicht das Sorgerecht zu unserem Spaß, sondern es ist eine Verpflichtung gegenüber den Kindern. Aber diese Frau weiß es besser, genauso, wie sie es besser wusste, als sie mehrere Kilogramm pro Woche abnahm, als sie ihre Ernährung radikal umstellte, wie sie es immer besser weiß, wann sie ihr Fluoxetin nehmen muss und wann sie es absetzen kann. So kann das nicht weiter gehen...
Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell gehen würde. Immerhin, es hilft bei der Bewältigung.
So, jetzt ist es spät, morgen habe ich einige wichtige Dinge zu erledigen...
Caspar
