Maura
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Mein Mann und ich sind 2004 zusammen gekommen, 2006 zusammen gezogen und haben 2008 geheiratet. Wir sind sozusagen miteinander groß geworden. Ich bin 43 und er 45. Wir haben zwei Jungs (15 und 9). Wie es nach so vielen Jahren und im Alltag mit Kindern nicht ungewöhnlich ist, war unsere Ehe nicht perfekt. Das Paarleben blieb auf der Strecke. Ich habe es öfter mal angesprochen und er hat abgewiegelt und meinte, das werde schon wieder. Von ihm aus sei alles in Ordnung. Wir lebten nebeneinander her, stritten mal, lachten auch, tauschten uns aus. Mit einem Mal sagt er mir, er wolle sich trennen, er habe eine andere Frau kennen gelernt. Das war Ende Januar 2026. Zwei Wochen zuvor haben wir noch auf seine Initiative hin eine Kreuzfahrt für Sommer 2027 gebucht.
Die andere Frau habe nichts mit der Trennung zu tun. Er kennt sie (ich auch), weil sie die Mutter eines Kita-Freundes meines jüngeren Sohnes ist. Zwei Monate lang habe ich ihn noch ertragen bei uns, weil er sich entschlossen hat, direkt zu ihr zu ziehen und er ihre 3 Kinder nicht mit einem sofortigen Umzug überrumpeln wollte. Wie rücksichtsvoll. Ich habe da nur mitgespielt, weil wir das mit dem Haus auch erst regeln mussten. Das ist ein anderes Thema. Sie lebt in Scheidung, und ihr Ex ist „sehr begeistert“ darüber, dass mein Ex jetzt dort lebt.
Seit der Trennung erlebe ich eine Demütigung nach der anderen für mich und meine Kinder - in seinem Verhalten und seinen Erwartungen an mich und die Jungs, im Verhalten anderer, insbesondere seiner Familie und deren Erwartungen an mich. Ich habe den Eindruck, mich ständig korrekt in den Augen anderer Verhalten zu müssen. Natürlich muss ich das nicht, aber es macht mürbe. Auch Menschen, die mir nahe stehen, enttäuschen mich unbeabsichtigt durch nachlassendes Interesse oder Unverständnis, weil das Leben nunmal weitergeht. Noch nicht mal vier Monate nachdem jemand eine Bombe in unser Leben geworfen hat.
Im Nachhinein ist es bitter, dass ich sagen muss, dass ich absolut blind war. Ich habe ihn oft erwischt, wie er sein Handy schnell wegsteckte, als ich um die Ecke kam. Ich dachte, er spielt. Einmal habe ich im Scherz gesagt, dass ich, wenn ich eifersüchtig wäre, denken könnte, er habe eine Affäre. Und ich habe mich ständig gewundert, warum mein Autositz verstellt war. Er sagte immer, es sei unser großer Sohn gewesen. Jetzt weiß ich es besser. Die Zeit für die Affäre nahm er sich, als er angeblich zum Sport fuhr.
Ich habe mir Hilfe gesucht, um alles zu verarbeiten, aber die Termine lassen auf sich warten. Ich glaube, ich brauche jetzt mal neutralere Blickwinkel auf einiges.