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Trennung meines Mannes von mir nach über 20 Jahren

Heffalump
Zitat von Mohnblume_:
Und bisher sind alle hier sehr gnädig mit mir.

Blümchen

dududu

auch du ganz am Anfang der Verarbeitung stehst. Ihr jungen Dinger - immer muss alles schnell gehen, neidvoll blickt man auf jenen, der ging und so wenig liebevoll wirkt. Dabei ist das, was man bei einer solchen Trennung durchstehen muss - wahrlich - kein Pappenstil.

@Maura

Ich rate dir zu einem Anwalt für Familienrecht, gerade im Bezug auf euer Familyhome und die Kinder. Lass dir einen Knuddler da.

x 6 #16


T
@Maura Danke für deine Antwort. Es ist eigentlich gut das Du Wut hast, ich war so geschockt das Ich Handlungsfähig war. Ok bei uns sind es 27 Jahre und ohne vorherige Probleme in der Ehe. Eher hat der Psychische Probleme. Die ersten drei Monate waren die schlimmsten. Mittlerweile funktioniere ich einfach. Aber habe auch schöne Momente. Ein Neuanfang ist Hart , aber das schaffst Du. Man ist Stärker als man denkt. Heute lass Ich mir nichts mehr von anderen Einreden.Vorallem bin ich nicht mehr so impulsiv, sondern überlege wem ich was erzähle. Ich wünsche Dir viel Kraft und Du kannst hier immer schreiben, alle verstehen deinen Schmerz und deine Wut.

x 4 #17


A


Trennung meines Mannes von mir nach über 20 Jahren

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H
Auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Auch wenn es kein schöner Grund ist, sondern wahrscheinlich der schlimmste und nervenaufreibenste den du dir vorstellen kannst.
Es ist vielen hier so ergangen. Der Austausch und das Niederschreiben hilft sehr.
Mir ging es vor 2 Jahren auch so. Sogar auch mit einer Freundesmutter der Kinder.
Ich hätte mir dies auch nie vorstellen können und muss auvh heute immer noch ungläubig den Kopf schütteln.
Du wirst irgendwann alles klarer sehen und loslassen können. Und wirst auch wieder glücklich sein
Der Weg dahin ist jetzt aber ersmal schwer und steinig. Kümmer dich gut um dich und deine Kinder. Versuche sachlich zu bleiben und nur noch organisatorisches mit ihm zu regeln. Deine Emotionen gehen ohn nichts mehr an
Rede mit Freunden, Familie und hier so viel es geht und dir gut tut. Auch wenn es sich nicht so anfühlt....du schaffst das. Denke jetzt an dich 💚

x 6 #18


M
@Rheinländer
Der Eisblock bin inzwischen ich ihm gegenüber. Ich habe mich innerhalb von zwei Monaten so weit wie möglich von ihm entfernt. Erst war ich fassungslos. Er hat gewartet, bis die Kinder in der Schule sind. Ich hatte meinen freien Montag und er hat sich extra krank gemeldet. Dann der Satz „Wir müssen reden.“ Das war der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Klischees. Sie habe nichts mit der Trennung zu tun, sie waren noch nicht intim miteinander, schon vor der Ehe war er sich nicht sicher, ich habe ihn schlecht behandelt, mich nur um andere Dinge gesorgt, ohne Kinder wären wir längst getrennt, er will nicht noch weitere Jahre verschwenden, das Modell Ehe sei für ihn gescheitert. Am besten war der Satz „Wir können ja verheiratet bleiben.“ Ich habe ihm irgendwann gesagt, dass er noch Zeit hat, bis die Kinder kommen, sich wegen einer Paartherapie oder so zu entscheiden. Dann gibt es kein Zurück, weil wir es den Kindern sofort sagen und ich nicht mit Ihren Gefühlen spiele. Und Scheidung ist dann so bald wie möglich. Da musste er schlucken. Wir haben es den beiden jeweils getrennt gesagt, und beide Male habe ich ihn beim Anblick ihrer Gesichter so sehr gehasst.
Gnädigerweise fand er, dass ich mit den Kindern im Haus bleiben darf, weil er uns unser zu Hause nicht nehmen wollte. Er hatte sich schon überlegt, dass die beiden bei mir schlafen und er die Fahrten zum Judotraining weiter übernimmt. Weil ihm Wohnungsangebote in der Nähe zu teuer waren, sagte ich etwas schadenfroh: „Frag sie doch, ob du bei ihr einziehen kannst.“ Das war so schnell festgezurrt, dass ich vermute, das war mit seiner platonischen Geliebten schon abgesprochen.
Ab da habe ich erstmal nur funktioniert. Ich hatte vier Tage später schon einen Termin bei einer Familienanwältin. Sie hat mich in meiner Ansicht bestätigt, dass das Hausversprechen nur so lange aktuell ist wie sein schlechtes Gewissen. Deswegen organisierte sie uns gleich für den Dienstag darauf einen Notartermin. Dort haben wir alles besprochen, da war die Stimmung noch so scheinheilig, dass wir auf derselben Seite des Tisches saßen. Beim Abschlusstermin am 24.03. sah das anders aus. Wir haben geregelt, dass ich jetzt Alleineigentümerin des Hauses bin und er aus dem Darlehen entlassen wird. Die Übertragung ist am 08.04. eingetragen worden, die Schuldentlassung ist durch. Das Darlehen ist günstiger als eine Wohnung für uns drei zu mieten. Ich arbeite in Teilzeit und bin mit den Stunden so weit hoch gegangen, wie die Betreuung es zulässt. Am 28.03. ist er ausgezogen. Ich habe es so lang mitgemacht, dass er bei uns wohnt, weil ich ihn bei Laune halten wollte, ehrlich gesagt. Ich wollte, egal wie, nicht aus meinem zu Hause und dem der Kinder weg und auch nicht mehr finanziell mit ihm verstrickt sein. Wegen des Kindesunterhalts habe ich eine Beistandschaft beim Jugendamt beantragt. Das wurmt ihn, weil er darin die Unterstellung sieht, er würde nichts zahlen. Da wir gleich viel verdienen, will ich keinen Unterhalt, sollte mir überhaupt was zustehen. Das war auch Teil des Notarvertrags (Scheidungsfolgenvereinbarung mit Hausübertragung). Man kann nicht drauf verzichten sondern nur erklären, dass man den Unterhalt nicht einfordert, wenn ich das richtig verstanden habe.
Daneben habe ich ihn überall ausgeschlossen, wo ich es konnte. Er hat ja „zur Eingewöhnung“ mehr Zeit bei ihr verbracht, während ich plötzlich alles allein gewuppt habe und mich nebenbei immer mal wieder in die Küche verkrochen habe, um in Ruhe und nicht vor den Kindern zu heulen, und kaum geschlafen habe. Ich habe ihm den Zugriff auf meinen Kalender entzogen, die Finanzen getrennt, alles was bisher über ihn lief und ich künftig allein zahlen muss auf mich übertragen. Und sämtliche Unterlagen gesichert. Da ich bisher auch den Papierkram allein erledigt habe, fiel es mir nicht schwer. Wo er seine Einwilligung geben musste, habe ich sie eingefordert aber darüber hinaus hat er keinen Finger gekrümmt. Jedes Mal wurde er patziger, weil ich die Trennung vollzog, die er angeleiert hat. Ich habe mir ein eigenes Auto geleast, weil ich nicht mehr in sein Schlampenmobil einsteigen wollte (tschuldigung, ist das hier erlaubt? Wenn nicht, lösche ich es.). Er denkt, ich mache das aus Rachsucht, dabei möchte ich künftig einfach so unabhängig wie möglich sein. Er hat in der Zeit bis zum Auszug einige Male durchblicken lassen, dass er mich nicht unterstützt mit den Kindern, sollte ich nicht nach seiner Pfeife tanzen. Ich hätte gern einfach meine Ruhe vor ihm, das wird natürlich wegen der Kinder erstmal nicht komplett möglich sein. Das ist ihm bewusst, das ist sein Hebel, mir weiter auf die Nerven zu gehen.

Was die Kinder betrifft: mein großer Sohn (15) ist angewidert von seinem Papa. Er durchschaut, was da lief. Er möchte ihn trotzdem treffen, ich glaube auch, um bei seinem Bruder (9) zu sein. Und weil er seinen Papa nicht gar nicht mehr sehen möchte. Er denkt, sein Papa habe eine neue Familie. Sie hat ja drei Kinder (9, 11 und 17). Die große Tochter sieht er immer in der Schule und er könnte sich übergeben, sagt er. Nett findet er sie, aber es erinnert ihn an die Situation. Er vermeidet Probleme wo er kann und spricht selten drüber. Ich hoffe, er spricht seine Unzufriedenheit später bei seiner Partnerin an.
Der Kleine ist wie ich etwas leidenschaftlicher und freier heraus. Er geht einerseits pragmatisch mit manchen Situationen um. Z.B. war es für ihn selbstverständlich, dass sein Papa die Geburtstagseinladung für den jüngeren Sohn der Neuen mitnimmt und ihn auch zu seiner Geburtstagsfeier herbringt. Die Freundschaft der beiden war in der Kitazeit sehr intensiv, beschränkte sich seitdem aber auf gegenseitige Geburtstagseinladungen. Wenn sie dann zusammen waren, war es wie immer. Nur zum letzten Geburtstag des anderen Jungen war mein Sohn nicht eingeladen. Da lief die Affäre auf jeden Fall schon. Jetzt freut er sich einfach, seinen Freund öfter zu sehen, sagt aber frei heraus, dass er wegen der Trennung böse auf uns ist und Papa wieder zu uns kommen soll. Das sagt er auch dort, wenn er bei Papa ist.

Der Freundeskreis hält zu mir, soweit ich sie mit in die Ehe gebracht habe. Die Art der Trennung ist das Problem und wie er sich jetzt verhält. Die Nachbarn würden ihn weiterhin freundlich grüßen aber mehr auch nicht. Mich unterstützen sie total lieb. Meine Familie hat den Kontakt komplett abgebrochen. Er war sehr beliebt bei allen, daher die große Enttäuschung. Eigene Freunde scheint er keine mehr zu haben, weil er den Auszug bei mir allein durchgezogen hat. Mein Sohn hat ihm beim Einladen geholfen, wollte aber nicht mit, um auszuladen. Die Neue hat keinen Zutritt bei mir. Seine Familie war erst ganz lieb zu mir, vereinzelt schwindet dort das Interesse und meine Schwiegermutter tratscht inzwischen Dinge weiter, die eindeutig von ihm kommen. Es tut mir weh, einen Teil meiner Familie (seine Familie) zu verlieren.

x 8 #19


M
@Hedwig11 Wie man Verständnis für Betrüger haben kann, ist mir schleierhaft. Ich frage mich auch, was in dem Kopf der anderen vorgeht. Wer mutet seinen drei Kindern zu, dass da ein für sie fremder Kerl mit einzieht? Oder aus seiner Sicht - wohnt da jetzt zur Untermiete mit gewissen Vorzügen ohne etwas vorweisen zu können. Die Liebe muss groß und wahrhaftig sein.

x 3 #20


M
@Mariaa89 Die Kinder sind traurig, gehen aber verscheiden damit um. Der Große lässt sich selten etwas anmerken, ist aber definitiv peinlich berührt und enttäuscht von seinem Papa. Für den Kleinen ist der Papa noch ein Held. Sollte das zwischen meinem Ex und seiner neuen nicht klappen, wir wohl eine Kinderfreundschaft belastet.
Wie hast du das mit der Affäre herausbekommen? Und wie geht es dir damit?

x 1 #21


Mariaa89
@Maura ich wollte mich entschuldigen bei seiner Arbeitskollegin, weil ich die beiden in der nacht davor von einer Party abgeholt hatte und unfreundlich war. Dazu hab ich sein Handy genommen und ein Herzchen gesehen, dann habe ich hochgescrollt und das elend entdeckt....

Tja mal so, mal so...Jeder Tag ist verschieden manchmal jede Stunde...Allerdings sind wir noch dabei rauszubekommen, ob wir das nochmal hinbekommen, daher wissen unsere Kinder auch nicht bescheid...

Das glaube ich, in dem Alter von deinem älteren Kind sehen sie das ja such schon alles etwas differenzierter und haben an sich ja auch schon ordentlich mit sich selbst zu tun... 🤷‍♀

x 1 #22


VictoriaSiempre
Wenn der Partner oder die Partnerin plötzlich stirbt, dann wird einem zumindest das Trauerjahr zugesprochen. Man wird bedauert, man wird umtüddelt, man kümmert sich, man hat Mitleid. Wenn der Partner (hier; gilt natürlich auch für Partnerinnen) geht, weil er sich anderweitig verliebt hat, dann wird häufig erwartet, dass man sich in kürzester Zeit damit gefälligst abzufinden und wieder auf die Beine zu kommen hat. Isso.

„Ich finde was Dir passiert ist viel schlimmer. X hätte mich nie auf diese Art und Weise verlassen, das weiß ich!“ sagte mal meine Schwägerin zu mir, deren Mann (Bruder meines Exmannes) nach kurzer schwerer Krankheit und langer glücklichen Ehe verstorben ist. Die Familie meines Ex ist übrigens bei mir geblieben Herzen ; Blut ist nicht immer dicker als Wasser. Oft leider ungefiltert doch.

Du hast so vieles schon geregelt und sortiert, Du kannst stolz auf Dich sein. Da ist kein Platz mehr für Demütigung! Ich kenne das Gefühl ja auch (war ich nicht schön, klug, aufmerksam, anziehend, interessant genug?) - aber mal von außen nüchtern betrachtet: Das ist Quatsch!

Ich wünsche Dir alles Gute! 🍀

x 8 #23


Rheinländer
Liebe @Maura
vielen Dank für deine Rückmeldung.
Da kann ich einfach nur sagen "Wow" , alle Achtung.
Was du alles schon geregelt hast in dieser kurzen Zeit finde ich einfach nur Bemerkenswert.

Die meisten die ich kenne und da schließe ich mich ein, hoffen erstmal das der Partner, die Partnerin den "Fehler" einsieht, sich eines besseren belehrt und wieder reumütig zurückkehrt.
Aus heutiger Sicht rate ich jedem es konkret so zu machen, wie du es durchgezogen hast.
Direkt Anwalt aufsuchen, dass hoffentlich schlechte Gewissen ausnutzen, denn das klappt nur eine kurze Zeit, Scheidungsfolgevereinbarung beim Notar aufsetzen mit den Punkten die einem wichtig sind und danach langsam heilen.
Das meiste hast du bereits durchgezogen, auch wenn das mit dem heilen bestimmt noch Zeit benötigt.
Ich gratuliere dir dazu.
Unsere Anwältin hat damals übrigens gesagt, dass ein Verzicht auf Unterhalt nur in Härtefällen vom Gericht bei der Scheidung gekippt wird, sollte der in der Vereinbarung mit aufgenommen sein. Bei gleich hohem Einkommen sollte das aber kein Problem darstellen.

Die meisten unterschätzen zu Anfang einer Trennung, wieviel Energie in die wirtschaftliche Trennung fließen kann, wenn man sich nicht einigt. Nach der Unterzeichnung unserer Vereinbarung beim Notar ist mir so eine große Last von den Schultern genommen worden. Es war einfach befreiend und das war mein Start in mein neues Leben.

Noch ein paar Anmerkungen zu Deinem Beitrag.

Zitat von Maura:
Schlampenmobil

Das darfst du durchaus sagen 😉, wenn dir danach ist.

Zitat von Maura:
Er hat in der Zeit bis zum Auszug einige Male durchblicken lassen, dass er mich nicht unterstützt mit den Kindern, sollte ich nicht nach seiner Pfeife tanzen.

Ich denke gerade ein solches Verhalten zeigt ja, dass du alles richtig gemacht hast mit der Vereinbarung beim Notar.

Zitat von Maura:
Wegen des Kindesunterhalts habe ich eine Beistandschaft beim Jugendamt beantragt.

Ich denke auch hier wird er sich zweimal überlegen den Unterhalt für die Kinder eigenständig zu kürzen oder mal nicht zu zahlen. Das hast du klasse gemacht, oder meint er etwas anderes mit Unterstützung verweigern?

Zitat von Maura:
Es tut mir weh, einen Teil meiner Familie (seine Familie) zu verlieren

Das war auch ein großer Punkt bei mir. Meine Ex hat alles, wirklich alles versucht mich bei ihrer Familie raus zu kicken. Letztendlich ist es ihr nicht gelungen. Bis auf wenige Ereignisse (z. B. Weihnachten), werde ich weiterhin zu allen Familienfeiern eingeladen und gehe gerne dorthin. Meine Ex schaut mich auch heute noch mit dem
A rsch nicht an. Sie fühlt sich wirtschaftlich benachteiligt.

Thema Freundeskreis : Schön das dieser nicht weg bricht. Ich habe das leider anders erlebt.

Thema Kinder : Schön das eure Kinder auch weiterhin Kontakt zum Vater haben. So traurig auch die ganze Sache ist, bin ich der Überzeugung, dass die Kinder, Mama und Papa brauchen. Irgendwann werden die Kinder ihrem Vater schon sagen, wie sie sein Verhalten gefunden haben.

Die Kinder werden aber auch wissen, dass sie eine unglaublich starke Mutter haben, auf die sie sich zu 100% verlassen können. Kinder werden das nie vergessen.

Meine brauchten auch eine gewisse Zeit um wieder Kontakt zur Mutter aufzubauen. Heute klappt das ganz gut und ich freue mich für sie.

Ein besonderes Lob möchte ich deiner anwaltlichen Unterstützung aussprechen. Dich direkt zum Notar zu schicken war einfach nur klasse. Das machen leider die wenigsten.

Du machst mir einen sehr aufgeklärten und aufgeräumten Eindruck und ich denke, dass wir uns hier keine allzu großen Sorgen um dich machen müssen, zumindest keine wirtschaftlichen.
Wenn das alles geregelt ist, wird die eigentliche Scheidung nur noch ein formaler Verwaltungsakt, der nach 15min im Gericht seine Ende finden wird.

Wie ich schon schrieb, jetzt musst du nur noch heilen. Lass dir dazu die Zeit die du benötigst. Jeder geht hier in seinem eigenen Tempo.
Es ist nicht einfach sein Leben 2.0 neu zu beginnen, aber da kommt noch soviel schönes für dich.
Ich wünsche dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg.
Gruss aus dem Rheinland

x 6 #24


M
@Akelei76 Es fing mit den Demütigungen schon bei der Trennung an. Der Gipfel war, dass er mir sagte, er habe bereits das Krisentelefon angerufen, weil er kurz davor war, sich etwas anzutun. Sein Verhalten sagt mir, dass die Krise schnell gelöst war durch seine Trennung. Ich vermute, sie hat ihm die Pistole auf die Brust gesetzt und er wusste, dass ich weg bin, wenn ich das alles erfahre. Ich dachte zuerst, wir könnten eine Therapie versuchen, aber aus heutiger Sicht hätte das wahrscheinlich nur das Elend verlängert. Er kannte mich gut genug, um zu wissen, dass es kein Erfolg sein wird, sobald ich von seiner Affäre weiß.

Ich habe mich materiell gesehen von ihm getrennt und könnte theoretisch tun und lassen was ich möchte. In der Praxis stelle ich mich jedoch für meine Kinder etwas zurück. Auf den Vater können sie sich nicht mehr verlassen, das ahnen sie. Ich möchte sie gern auffangen, soweit ich kann. Die beiden sind mir sehr wichtig. Der Große wird 16 und ist sehr selbstständig. Aber der Kleine ist gerade 9 und trauert sehr. Leider zeigt sich, dass ich mich nicht auf unsere Vereinbarung die Kinder und den Umgang betreffend verlassen kann.
Vor der Trennung war die Situation so, dass er zweimal die Woche etwas weiter weg zur Arbeit gependelt ist und drei Tage zu Hause gearbeitet hat. Ich bin dann die drei Tage, an denen er zu Hause war, auch gependelt, hatte einen Tag frei und einen Tag homeoffice. D.h. es war immer jemand vor Ort zur morgendlichen Betreuung und für nachmittags. Durch seinen Auszug musste ich mich umorientieren. Ich habe meine Teilzeit aufgestockt, wie es betreuungstechnisch möglich war. Nun arbeite ich dreimal die Woche zu Hause und fahre zweimal. Im ersten Schockwahnsinn habe ich mit ihm vereinbart, dass er bis auf weiteres an einem der beiden Tage morgens in mein Haus kommen darf um bei den Kindern zu sein, dort arbeitet und bis nachmittags, wenn ich komme, dort bleibt wegen der Kinder. Dass ich den regelmäßigen Kontakt zu seiner Freundin hinausschieben wollte, hat er akzeptiert. Was da in mir vorging, weiß ich nicht. Ich habe immer mehr gemerkt, wie sehr er mich stört. Ich habe in den Nächten, in denen er unten im Wohnzimmer und nicht bei ihr schlief, meine Schlafzimmertür abgeschlossen. Den Gedanken, dass der Kerl, der an einer anderen rumfingert, bei mir ist und durch mein zu Hause geht, habe ich nicht mehr ertragen. Ich habe ihm vor seinem Auszug gesagt, dass es für mich kein Zustand sei, dass er den Schlüssel hat. Ich wollte, dass er seine gesamten Sachen sofort beim Auszug mitnimmt und wollte auch das WLan neu einrichten. Das mit dem einen Tag Betreuung wollte er mir dann entziehen. Ich war nachher so weit, dass mir egal war, ob er die Kinder dort mit hin nimmt oder nicht. Ich hatte den Plan entwickelt, dass ich morgens da bin, später zur Arbeit fahre und er den Kleinen einen Nachmittag zu sich holt. Der Große kann selbst entscheiden. Am anderen Tag holen meine Eltern den Kleinen zu sich.

Mit jedem Detail, der ihm eigentlich die Freiheit schenkte, wurde er wütender. Er hat sich das alles in seinem Hormonrausch nicht überlegt. Er beschimpfte mich und redete richtig schäbig mit mir. Beim Auszug hab ich ihm den Schlüssel abgenommen. Kurz zuvor war mein Alleineigentum notariell beglaubigt worden. Er beschimpfte mich als habgierig. Ich hätte mich nicht an unsere Vereinbarung gehalten. Das reibt er mir jetzt, wo wir eine neue Vereinbarung haben, ständig unter die Nase, sobald er feststellt, dass er die neue Vereinbarung anscheinend abgesegnet hat, ohne sie richtig zu lesen.
Er verlangte von mir, den Kleinen an seinem Nachmittag zur selben Uhrzeit abzuholen, wie wenn ich früher zur Arbeit fahre. Das geht mit meiner Arbeitszeit nicht, das weiß er. Er sagte, dies sei sein einziger freier Nachmittag. Sonst fährt er sie immer zum Judo. Auf die Judofahrten könnte ich verzichten, das würde ich auch schaffen. Aber soll er nur... Ich habe gelassen gesagt, dass ich meine Eltern schicke, wenn er seinen Sohn nicht so lange sehen will. Das passte ihm auch nicht. Inzwischen passt ihm auch nicht, dass meine Eltern meinen Sohn den einen Tag die Woche holen. Mein Ex spricht immer davon, wir müssten nicht immer "Dritte" ins Boot holen. Er redet dem Kleinen ein, er könne jederzeit bescheid sagen, wenn er lieber zum Papa möchte. Das darf ich meinem Sohn dann anders erklären. Er könne seinen Papa jederzeit über facetime anrufen. Wenn er das Macht, fühle ich mich durch meinen Ex beobachtet. Und öfter geht er auch nicht ran, weil er kein WLan hätte. Man macht Kindern keine Versprechen, die nicht einhaltbar sind.
Mein Ex stellt sich vor, dass wir irgendwo in einer Blase existieren und immer wenn er Zeit und Lust hat, schenkt er meinen Jungs seine Aufmerksamkeit. Nein, ich muss mich verlassen können. Er hat auch schon seinen Tag abgesagt, weil ihr Sohn krank geworden ist. Dann schildert er groß und breit welche Symptome er hat und dass seine Neue mit ihm zum Arzt geht. Das interessiert mich nicht, wir sind nicht befreundet. Und ich durfte mir anfangs immer von ihm und meiner Schwiegermutter anhören, wie toll die Katzen seiner Neuen sind und welche Charaktereigenschaften sie haben. Toll!

Unseren Rhythmus mit den Papawochenenden haben wir an den Rhythmus seiner Geliebten so angepasst, dass er alle zwei Wochen reine Pärchenzeit mit ihr hat. In den ersten Wochen habe ich auf unserem gemeinsamen Konto immer gesehen, was die beiden so Schönes gemacht haben. Ich habe unfreiwillig im Verlauf des FamilienIPads gesehen, welche intimen Praktiken er so googelt. Was er ihr alles kaufen will. Vielleicht war es Absicht. Ich habe ihm das irgendwann gesagt, dass er mal schauen soll, das zu löschen, für den Fall dass unser Sohn das sieht. Den Rhythmus möchte er übrigens nächstes Jahr ändern. Wir haben "alle 14 Tage" vereinbart, bei ihr haut es nicht hin, weil dieses Jahr 53 KW hat und sie mit ihrem Ex "gerade/ungerade" vereinbart hat. Mein Ex will den Rhythmus natürlich nur so, weil er den Zusammenhalt für alle 5 Kinder stärken will, wenn sie alle zusammen sind, nicht etwa um weiter Pärchenzeit zu haben. Von Exklusivzeit für seine Söhne hat er noch nie gehört. Die besteht darin, dass er sie zweimal die Woche 10 Minuten zum Judo fährt. Soll er dieses Patchwork-Konstrukt doch erstmal bis nächstes Jahr durchhalten, bevor ich darüber nachdenke, was zu ändern. Und "seine" Wochenenden werden dann auch noch beansprucht von ihr, indem sie ihm einfach für eines seiner Papawochenenden Eintrittskarten für irgendwas schenkt und sie einen Wochenendausflug machen, ohne Kinder.
An Vatertag saß der Kleine weinend bei mir. Mein Ex hat seine Zeit mit ihr zu zweit genossen, weil ihre Kinder sehr wohl beim Papa waren. War ja auch sein Wochenende mit den Kindern. Der Große hat nur stoisch vor sich hingestarrt.
Er bringt die Jungs tendenziell nie pünktlich zurück. Entweder zu spät oder deutlich zu früh. Neulich war ich vorbereitet und habe meinem Sohn den Schlüssel mitgegeben und bin zu meiner Freundin gefahren. Ich war nicht da, als die Jungs zu früh gebracht wurden. Da bekam ich eine Nachricht vom Ex, die Jungs seien ganz verwirrt gewesen, weil ich weg war und sie nicht wussten wo. Ich kam 4 Minuten nach der vereinbarten Zeit. Die Jungs machten ihre Sachen und keiner der beiden fragte, wo ich war. Auf solche Nachrichten gehe ich nicht ein, weil ich weiß, worauf sie abzielen.

Beim Auszug hat er seinen Müll dagelassen. Also, wirklich Müll (in seinen Schubladen waren alte Taschentücher, Bonbonpapier, Zettelchen). Im Schuppen waren noch leere Umzugskartons, die er nicht brauchte. Alles was er als Schrott betrachtete, "durfte" ich behalten. Dass er damit auch das zu Hause seiner Jungs beschmutzt, ist ihm egal.
Außerdem durfte ich eine bestimmte DVD behalten, die uns beide verbindet, mit den Worten: "Die kannst du haben, die haben WIR schon zu Hause." Kleine, schmerzhafte Nadelstiche.

Schlimm und peinlich war dann auch noch sein Insta-Post über die große Liebe und dass er endlich eine Frau gefunden habe, die ihn verstehe. The one and only. Ich habe kein Insta, das wurde mir erzählt. Ich unterbinde solche Infos in Zukunft.

Jetzt habe ich wieder soviel geschrieben. Das wird besser. Bald hab ich alles geschrieben, was mir auf der Seele brennt. Irgendwo muss das raus, damit ich ihm gegenüber gelassen bleiben kann. Ich hoffe, es war verständlich.
Er soll einfach sein Leben leben und mich in Ruhe lassen. Ich frage mich, warum er das nicht kann. Mir ginge es dann immernoch nicht gut, aber besser.

x 12 #25


A
Zitat von Maura:
Er bringt die Jungs tendenziell nie pünktlich zurück. Entweder zu spät oder deutlich zu früh.

Wow, ich lese hier seit vergangenem Jahr mit und immer wieder meint man, mieser gehts nicht. Bis jemand kommt, in dem Falle du, da denkt man: Sowas gibts doch gar nicht. Der ExTyp hat ja ein Niveau, einen Charakter im Bodennebelbereich.

Ich finde du gehst, was ich hier lese, unheimlich souverän mit den Brocken hin, die er dir vor die Füße wirft. Also nach Außen hin. Was so ein Verhalten emotional macht, kann ich nur erahnen.

Gut ist, dass du alles festgezurrt hast. Jetzt würde ich, an deiner Stelle, auch schauen alles zu dokumentieren. Jedes zu spät kommen, jedes nicht einhalten von Vereinbarungen.

Besteht die Möglichkeit eure Kommunikation nur noch auf das Nötigste und per Mail zu verlagern? Ich würde erstmal mit dem Kerl nicht mehr sprechen.

Sortier die Menschen aus deinem Umfeld aus, die zweifelhaft sind. Hast du therapeutische Hilfe für die Kinder in Betracht gezogen?

x 3 #26


Ouabain
Hallo @Maura ,

Respekt, wie klar Du Dich aufgestellt hast . Dazu:

Zitat von Maura:
Er soll einfach sein Leben leben und mich in Ruhe lassen. Ich frage mich, warum er das nicht kann

Ich tippe, er vermisst Dich. Nicht als Partnerin, aber als Kompass. Offenbar hat er sich von Anfang an sehr auf Deiner inneren Stärke abgestützt. Gleichzeitig unterdrückt gefühlt . Diesen Groll aber verschleiert, damit Du nur ja nicht genau hin schaust.

Da kannst Du nichts machen. Nur Dich immer wieder klar abgrenzen. Was Du wirklich super machst.

Am besten für Dich wäre, wenn Du ihn völlig aus Deinem Leben rausschmeißen könntest. Nur geht das ja nicht wegen der Kinder. Bleibt Dir also nur, die Kontakte möglichst schmal zu halten. Aber das tust Du ja schon. Mehr geht nicht. Der emotionale Schmerz braucht leider Zeit.

x 1 #27


A
Zitat von Maura:
Auch Menschen, die mir nahe stehen, enttäuschen mich unbeabsichtigt durch nachlassendes Interesse oder Unverständnis, weil das Leben nunmal weitergeht.


Die Erfahrung habe ich leider auch machen müssen.

Zwei angebliche "Freundinnen" haben sich nach meiner Trennung kaum gemeldet. Eine von beiden hat sehr harsch reagiert in einer Sprachnachricht- ich solle ihn doch endlich löschen und blockieren und fertig...

Lustigerweise hat sie ihren eigenen Rat wohl nicht beherzigt, da sie ihren Ex-Freund im Sommer heiraten wird... da kann man nur den Kopf schütteln.

Ich sehe solche Entwicklungen mittlerweile positiv- ich weiß nun sehr genau, wer meine Freunde sind und wer eben nicht...


Zitat von Maura:
Und ich habe mich ständig gewundert, warum mein Autositz verstellt war. Er sagte immer, es sei unser großer Sohn gewesen. Jetzt weiß ich es besser. Die Zeit für die Affäre nahm er sich, als er angeblich zum Sport fuhr.



Puh das ist wirklich ekelhaft! Mit der Zeit wird es besser und du wirst froh sein, den Betrüger los zu sein. Redirection is God`s protection.

x 1 #28


A
Zitat von SonnenschWein:
Ich bin auch wieder in einer neuen, sehr glücklichen Partnerschaft seit fast 3 Jahren.


Dann hast du ja nach der Trennung sehr fix wieder jemanden gefunden. Darf ich fragen, wie du deinen neuen Partner kennengelernt hast? Warst du nach so kurzer Zeit schon vollständig über alles hinweg?

x 1 #29


S
Zitat von Andraline:
Dann hast du ja nach der Trennung sehr fix wieder jemanden gefunden.



Das wundert mich auch immer.

Als Mutter von zwei Kindern hat man doch gar keine Zeit zum Daten.
Dann muss man erstmal das Trennungsjahr durchziehen, die Scheidung vorantreiben, die Konten trennen und 20 Jahre Beziehung aufarbeiten.

Sich selbst reflektieren, seine eigenen Anteile sehen, eine neue Identität aufbauen unabhängig vom Ex.

Das alles geht nicht innerhalb weniger Monate.

Meine kinderlosen Singlefreunde sind jahrelang solo, bei Müttern mit komplizierten Patchworkverhältnissen geht das aber hopplahopp?

#30


A


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