Gobby
Gast
mein LG hat mich mal gefragt, ob mir unser Lebensstandard mit 2 Gehältern nichts bedeutet. Ob mir die Tatsache, dass sich jeder einschränken müsste wenn wir uns trennen völlig egal ist. Ihm würde es finanziell sehr weh tun wenn ich weg wäre. Ob ich so verträumt bin zu sagen: lieber pleite und glücklich, als Kohle und unglücklich.
Wir haben keine gemeinsame Kasse und Anschaffungen werden 50:50 getätigt, essen gehen, einkaufen zahlt mal er, mal ich. Lebenshaltungskosten teilen wir uns auch.
Ich verstehe diese Frage bis heute nicht, denn er hat vor mir auch gut gelebt und ich sehe mich nicht als diejenige, die seine zwischenzeitlich gestiegenen Ansprüche "nachfinanziert". Finanzielle Unabhängigkeit war und ist mir schon immer sehr wichtig. Ich will nicht fragen müssen und mich nicht rechtfertigen müssen, wenn ich etwas kaufe und ich will auch jederzeit in der Lage sein mein Leben selbst finanzieren zu können. Und auf teurere Dinge spare ich lieber als das ich Schulden mache.
Diese Diskussion hat mich damals gekränkt, aber ich habe auch gelernt, beim Geld hört die Freundschaft auf. Seit dem bin ich überlegter und fast geizig geworden. Ich stimme nicht mehr einfach zu, lasse mich nicht mehr überreden, trage meinen Teil nicht mehr einfach bei um ihm einen Wunsch zu erfüllen. Ich wäge ab, ob wir das brauchen, ob es Sinn macht, ob es für mich auch Sinn und Zweck erfüllt, ob es mir Freude bereitet.
Damit muss er jetzt klar kommen.
Ich vermute aber in Deinem Fall, dass das fehlende sichere, regelmäßige
2. Einkommen eine dauerhafte, bohrende Belastung in eurer Beziehung war. Und das sie Dir unterschwellig unterstellt das Du Dir nicht genug Mühe gibst einen gescheiten Job zu finden. Vielleicht empfand sie Dich sogar als Schmarotzer, der sich aushalten lässt. Statt Dir das eiskalt aufs Brot zu schmieren, hat sie was von Träumen und Wünschen erzählt, und Dich Stück für Stück an ein eigenes Leben gewöhnt, sich aus dieser Beziehung langsam hinaus geschlichen. Vielleicht liebt sie Dich wirklich noch, vielleicht ist sie ein netter Mensch, vielleicht ist sie feig und konnte Dir ihre Sicht der Dinge nicht gerade heraus sagen. Andernfalls hätte sie die Beziehung nicht so freundlich beendet.
Ich denke sie hat abgeschlossen, da ist nichts mehr zu machen. Lass sie ziehen. Dir empfehle ich dringend Deine berufliche Situation gut zu überdenken und vielleicht neue Wege zu suchen und auch zu gehen. Gelegenheitsjobs sind nicht gut auf Dauer, und sie sprechen nicht für Dich. Das sage ich Dir als Chefin eines kleinen Betriebes im sozialen Bereich.
Gobby