patty_mayonaise
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heute muss ich zum ersten mal in meinem Leben auf diese Art und Weise der Trauerbewältigung zurückgreifen.
Ich wurde von Mittwoch auf Donnerstag von meinem Verlobten nach 12 Jahren Beziehung verlassen. Ich mache mir nun selbst Vorwürfe. Ich versuche viel darüber zu reden, aber ich glaube dass meine Familie und Co. diesen Redebedarf bei mir aktuell nicht auffangen können.
Zur Vorgeschichte: Ich habe meinen Freund wieder um mehr Nähe gebeten. Er war bei dem Gespräch am Samstag vor knapp 2 Wochen sehr ruhig und stimmte mir auch vollständig zu. Einen Tag später am Sonntag schrieb er mir von Arbeit aus, dass ihn unser Gespräch nicht aus dem Kopf geht. Ich habe versucht ihn zu beruhigen und hab mir nichts weiter gedacht. Am Montag wollte er sprechen und äußerte dann "er könne sich nur auf eines Konzentrieren - entweder beruflichen Erfolg/ sein Leben aufbauen (Er war lange krank zuvor und hat nun endlich seinen Traumjob) oder eine Beziehung führen". Ich dachte ehrlich gesagt ich höre nicht richtig. Am nächsten Tag hat er zurück gerudert - er wäre müde gewesen. Am Mittwoch wollte er wieder sprechen - er hatte uns eine Frist von 2 Wochen gegeben um das Problem zu beheben. Ich habe ihn um mehr Zeit gebeten, aber er wollte es nicht. Am Donnerstag saß er wie ein nervliches Wrack auf dem Sofa und sagte immer wieder "ich kann das nicht, ich kann das nicht". Ich dachte er braucht Zeit. Ich habe versucht ihm so viel Liebe zu zeigen wie nur möglich. Am Freitag habe ich mich seiner Mutter anvertraut und sie wollte mit ihm sprechen. Danach haben wir selbst gesprochen und er wollte es 2 Wochen weiter versuchen. Ggf. auch eine Beziehungspause von seiner Seite aus. Am Samstag hat er mich und Freunde ins Kino eingeladen. Zum ersten Mal fiel mir auf, dass er Daueronline war wenn ich nicht bei ihm war - dies kannte ich so von ihm nicht. Wir wir Frauen sind habe ich gesehen, dass eine Arbeitskollegin von ihm seine Bilder auf Facebook liked. Ich hatte richtiges Kopfkino, weil ich diese Situation bei meiner besten Freundin vor 3 Jahren exakt auch so miterlebt habe. Nach dem Kino war er auch wieder Daueronline und auch als ich zu seiner Entlastung noch mit dem Hund rausgegangen bin. Ich habe ihn also angesprochen und er hat alles verleugnet. Am Sonntag war er wieder ständig online. Am Montag auch. Am Dienstag hatte ich einen Termin beim Steuerberater und er konnte nicht mitkommen, weil er eine Aufsichtsbehörde auf Arbeit erwartet hatte. Diese Behörde war aber doch nicht erschienen. Trotzdem ist er dann nicht zum Termin gekommen. obwohl er wusste das es mir wichtig war. Ich habe sehr mit ihm geschimpft und war auch frech ihm gegenüber - "Geh doch zu deiner Hexe" hab ich ihm an den Kopf geknallt. Später und am nächsten Morgen habe ich mich entschuldigt. Er kam Mittwoch nachmittags von der Arbeit und sagte er bräuchte ein paar Tage für sich um einen klaren Kopf zu bekommen. An seinem Gesicht habe ich gesehen dass er nicht als mein Freund wieder kommen würde. Ich habe unendlich viel geweint. Ich war dann wieder frech zu ihm und schrieb ihm "für dich bin ich nicht mehr erreichbar". Ich hab dann mit meiner Mutter und seiner Schwester telefoniert - ich hatte mich reflektiert und wollte ihm jetzt seine Ruhe geben die er braucht. Ich hab dann durch Zufall mein Facebookprofil gecheckt und habe gesehen, dass ich plötzlich nur noch verlobt war. - sein Name fehlte. Sein Status war ganz raus. Bei Whatsapp sah ich dass er mich blockiert hatte und auch meine Anrufe gingen sofort an die Mailbox. Mein Herz ist mir förmlich stehen geblieben. Ich wusste ich habe alles verloren. Ich habe ihn dann doch erreichen können über Facebook Messenger. Er war kurz angebunden und druckste rum. Ich hab mich tausend mal entschuldigt. Schließlich sagte er mir am Telefon, dass für ihn sowieso Schluss sei und ich ihn in Ruhe lassen soll. Ich hab von jetzt auf gleich alles verloren. Er rief mich am nächsten Morgen an um vorbei kommen zu können. Er wollte schon ein paar Sachen holen. Ich habe mich wieder entschuldigt. Diesmal warf er mir vor, ich hätte ihn mit meiner Freundin zusammen tyrannisiert und ihn gestalkt. Er hat aber auch endlich zugegeben, dass er Kontakt mit einer Mitarbeiterin hat, bei der er sich ausspricht. Ich habe ihm gesagt das er mir das hätte doch ehrlich sagen können. Dann wären meine Sorgen doch unbegründet gewesen. Ich muss erwähnen das ich vorher noch nie an seiner Treue gezweifelt habe. Diesmal zum ersten Mal weil mein Bauchgefühl mir sagte das etwas nicht stimmt. Nun ist er vorerst zu seiner Mutter gezogen und ich bin zu meiner Mutter für ein paar Tage. Wir haben einen gemeinsamen Hund, die furchtbar unter der Situation leidet. Mir selbst geht es natürlich auch schlecht. Ich vermisse ihn, sehne mich nach ihm und verspüre diesen tiefen Schmerz in mir. Ich kann kaum Essen und Trinken. Ich habe schon Magen Schmerzen, vor allem weil ich mich um ihn Sorge. Mittlerweile ist mir deutlich geworden welch große psychische Probleme er scheinbar hat. und ich habe es nicht gesehen. Ich mache mir Vorwürfe deshalb. In letzter Zeit war er nur noch für die neue Arbeitsstelle da. Er hat sich förmlich aufgeopfert. Ist viel früher zur Arbeit hin und kam viel später nach Hause. Er sagte er müsse sich beweisen damit er auch bloß diese Stelle behält. So ähnlich lief es schon mal. Da hatte er auch gearbeitet von morgens bis abends, bis er sich krankschreiben musste wegen Bandscheibenvorfall. Schon damals habe ich ihm gesagt das ihm niemand dafür ein Danke aussprechen wird. Er hatte mir sogar zugestimmt und wollte es nicht mehr so machen. Nun war wieder das selbe Problem seit Februar. Er hatte nach der Arbeit noch nicht mal mehr zu irgendwas Lust. nur die Arbeit, Sofa und Schlafen. Ich weiß also momentan auch garnicht wie ich seine Sichtweise ändern kann. Bisher habe ich immer auf ihn aufpassen müssen. Nun wird dies keiner mehr tun. seine Familie steht mit mir in Kontakt und hat auch keinen Zugang. Ein Arzt oder Paartherapie kam für ihn absolut nicht in Frage.
Ich selbst gehe gerade auch kaputt an der Situation. Ich fühle mich leer, hilflos und einsam. Er fehlt mir so sehr. Der Hund vermisst ihn auch.
Ich bin traurig darüber das ich keine Rolle mehr in seinem Leben spielen darf. Wir hatten bis zuletzt Pläne für die Zukunft. Ich weiß absolut nicht wie ich ihm helfen soll oder kann. Zudem brauche ich auch selbst Hilfe. Ich habe Angst wieder in die Wohnung zu gehen weil mich alles an ihn erinnern wird. Ich kann auch eigentlich nichts schlechtes über ihn sagen um ihn hassen zu können. außer über die Art und Weise wie er mit mir Schluss gemacht hat.
Es tut mir leid dass ich soviel geschrieben habe, aber es hat mich nochmal ein großes Stück befreit. Ich nehme nun übrigens auch Baldrian um ein bisschen zur Ruhe zu kommen.
Vielen Dank für's Zuhören!
Patty