Zitat von Gitarrenfrau: Und lehne keine Zahlungen an dich ab.
Ja, unbedingt! Nachgiebigkeit und falscher Stolz zahlen sich nämlich in Deinem Fall nicht aus, sondern spielen Deinem hormongeschwängertem Ex. nur in die Karten. Du willst ihm ja nicht schaden, aber er wollte die Trennung, er bekam sie und er kann sich nun nicht aus der Verantwortung stehlen, weil er Geld für sein junges Hühnchen braucht, weil er, der alte "Knacker" ihr schließlich was bieten muss und will. Es muss sich ja für sie lohnen. Und sie bezahlt mit Jungend und Sx und wertet ihn wiederum damit auf.
Es ist so peinlich das zu lesen. 15 oder 16 Jahre Altersunterschied. Ich kann nicht glauben, dass das ihre Endstation ist wenn sie erst begreift, was ein älterer Mann mit Altlasten eigentlich bedeutet. Die ist ja noch völlig naiv und hat wenig Lebenserfahrung. Aber das wiederum scheint ihm zu gefallen, weil es ihn ja wieder aufwertet. Reifer Mann hilft junger Frau beim Erwachsenwerden. Wenn er das als Mission für seine Kinder sehen würde, wäre jedem geholfen. Aber das ist so normal, so gähnend alltäglich, dass es reizlos ist und so stürzt er sich bedenkenlos in diese Beziehung.
Ich kenne auch eine Beziehung mit ca. 25 Jahren Altersunterschied, wenn es denn reicht. Nun ja, er war mal der strahlende gut aussehende und charismatische Arzt und sie himmelte ihn an. Ach, seine wunderschönen blauen Augen! Und das schöne Leben das er ihr bieten würde. Er war das große Los, der Hecht im Karpfenteich. Die Ehe hielt und sie bekam was sie wollte. Materiell aber auch das Futter fürs Ego als "Arztgattin". Und jetzt? Der Typ ist jetzt über 80, ziemlich tattrig, sabbert sich gerne beim Essen voll und erzählt bei Zusammenkünften mit anderen jedes mal dieselben abgegriffenen Witze. Und sie? Nun ja, der Glanz ist freilich verblichen und sie mutierte zur Betreuerin und darf sich um den Alten kümmern, bis ihn das Zeitliche segnet. Vielleicht ist sie dann jung genug um noch was aus ihrem Leben zu machen.
Meine Freundin wurde auch verlassen, Knall auf Fall. 3 Kinder die schon recht groß waren. Der kleine ging noch in die Schule in die FOS, der ältere hatte gerade Abitur gemacht und die Große studierte bereits. Er zog zu seiner Freundin. Wenigstens keine wesentlich jüngere Frau. Da geht es ihm richtig gut, denn er wird umsorgt und bestätigt, denn seine Trennung muss sich ja für ihn auch lohnen. Ich bin die Bessere!
Als er dann weg war, zahlte er auf Heller und Pfennig nur das was er musste. Meine Freundin bekam keinen Unterhalt und wollte auch keinen, denn sie war ja selbst berufstätig und stand finanziell auf eigenen Beinen. Sie vereinbarten dass sie finanziell nicht voneinander wollten. Und er interessierte sich nicht mehr groß für seine Kinder. Mit der Tochter war die Beziehung ohnehin Konflikt beladen und nach der Trennung noch mehr weil sie es feige fand dass er keinerlei Erklärungen gegenüber den Kindern abgab. Die Söhne lud er ab und an zu sich ein, aber die wollten da eigentlich nicht hin, verständlicherweise. Was wollten die mit der Trulla, die ihren Vater weg genommen hatte? Vielleicht lud er sie mal zum Essen ein, das war alles.
Die Tochter ging nach Schottland zum Studium und Mutter und Tochter kümmerten sich um alles wie Wohnung und den formalen Kram. Sie war schon einige Wochen in Schottland, als eine Meldung von ihrem Vater erfolgte. Wann sie denn nach Schottland fahren würde? Sie antwortete lapidar, ich bin schon seit zwei Monaten da.
Das sind Väter! Dieses Interesse an den leiblichen Kindern und diese Großzügigkeit. Er hätte Geld genug gehabt, seiner Tochter 500 Euro für das Studium im Ausland in die Hand zu drücken. Aber nein, wo kämen wir da hin? Geld muss man zusammen halten. Als sein Vater vor einigen Jahren starb, erbte er 400.000 Euro.
Bisher haben seine Kinder kein Geld von ihm gesehen, denn den Unterhalt muss er wohl auch nicht mehr zahlen.
Meine Freundin wollte nichts mehr mit dem Mann zu tun haben, mit dem sie drei Kinder hatte. Ja, hatte, denn die Tochter starb mit 23 an Darmkrebs. Sie hatte Morbus Crohn, der sich während ihrer Zeit im Ausland in Krebs verwandelte. Es dauerte Monate ehe sie flugfähig war und sie überlebte dann noch ein halbes Jahr. Die Chemo konnte nicht wie geplant laufen, denn es war immer was Anderes. Im September starb sie ohne sich mit ihrem Vater ausgesprochen zu haben. Wenn ich das schreibe, habe ich Tränen in den Augen. So ein Drecksack, ein Verräter, der sich ohne viele Worte vom Acker machte. Letzthin sah ich ein Bild von ihm. Er kandidiert für den Gemeinderat. Es stieß mich ab wie er so da stand und redete und es eigentlich nicht konnte. Jämmerlich. Gut aussehend ist er auch nicht. Er war übrigens nicht beim Trauergottesdienst für seine Tochter erschienen. Was sind das für Männer?
Übrigens geht es meiner Freundin wieder richtig gut. Sie wollte die Scheidung so bald als möglich. Das Haus wurde verkauft und sie zog vom Land in die Stadt, wo sie schon immer hin wollte. Sie überwand den Tod ihrer Tochter, nur wenn im September der Todestag ansteht, kommt vieles wieder hoch. Und eines Tages lernte sie im Yogakurs einen Mann in ihrem Alter kennen, der auch alleine war. Seine Frau war an Krebs gestorben und eine spätere Beziehung war nach Jahren in die Brüche gegangen. Mit 60 heiratete sie nochmal, leider während Corona, so dass sie keine Gäste haben konnten. Die schweren Jahre liegen hinter ihr.
Ich wünsche Dir, dass Dir das auch passieren wird. Das Leben hängt nicht immer nur auf eine Seite und es gibt keinen Schaden wo kein Nutzen dabei ist. Das sagte meine kluge Oma gerne.
Aber einer Löwenmama muss man das ja nicht erzählen, nicht wahr?