M3012
Gast
Mein Mann und ich sind seit 20Jahren, zusammen, 15Jahre verheiratet und haben zwei Kinder (16 und 11). Vor 15 Jahren haben wir unser Haus gekauft, davor drei Jahre in unserer ersten gemeinsamen Wohnung gewohnt.
Anfang letzten Jahres hat er sich innerhalb drei Tagen (hat sich davor schon heimlich still und leise hier bei ins im Ort eine Wohnung gesucht) von mir getrennt. Ohne grosse Worte, ohne wirkliche Begründung mir und auch den Kindern gegenüber. Es zog uns den Boden unter Füssen weg, es tut so weh, ein riesen Scherbenhaufen.
Ja, wir haben die Monate davor häufiger gestritten. Dennoch waren die Streitpunkte immer wieder die Gleichen - seine Freiheit, sein Hobby, Vereinbarungen die nicht gehalten wurden, Alk. (bin da etwas sehr anfällig, da mein Vater Alk. war über sehr viele Jahre). Das schlimme daran war, dass mein Mann bei jedem Konflikt davonläuft, gar nichts sagt od es mit einem ignoranten Lächeln und schlimmen Beleidigungen mir gegenüber abtat.
Irgendwann hab ich mir, leider, mehr und mehr angewöhnt zu schweigen oder regelrecht zu explodieren - war ganz bestimmt nicht richtig von mir.
Zum Anfang unserer Beziehung war das alles anders. Seine Arbeit, sein Hobby, seine Familie und Freunde hatte schon immer einen sehr sehr hohen Stellenwert. Trotzdem war er bei unserem ersten Kind immer für uns da, seine Familie (er, ich und unser Kind) ihm mehr als wichtig.
Ganz anders wurde es nach der Geburt unseres zweiten Kindes. Das wir genauso wie unser erstes, beide wollten und überglücklich waren. Ich war von Beginn an meist mit beiden alleine. Alles andere nahm bei ihm immer mehr an Bedeutung zu und wir standen hinten an (nur als kleines Beispiel unser Kind hatte eine schwere Lungenentzündung, er hat mich dabei alleine ins KH geschickt, er müsse erst seine Baustelle zu Ende bringen). Im Haushalt (jetzt kann er es auch) war es ein ewiges betteln und bitten, usw. Er hat sehr viel am Haus gemacht, natürlich und das hab ich ihm auch immer wieder gesagt, wie schön es ist - aber im "normalen" Alltag war er mehr und mehr "abwesend", auch unsere Zeit als Paar wurde immer weniger bzw er nahm sie sich erst gar nicht. Ausser wenn es um seine Wünsche, Zeiten ging - da fehlte nie etwas.
2017 hat er sich schon mal 4 Wochen von mir getrennt, weil er nicht damit zurecht kam, dass ich den Tod meines Vaters (2016), der bei uns wohnte und sehr schwer krebskrank wurde, noch nicht verarbeitet hatte. Habe ihn, neben Kindern, meiner Teilzeitarbeit, alleine! gepflegt. Mein Mann kann sowas nicht gut, ist auch in Ordnung, weil das einfach nicht jeder kann. Aber auch mir war er kaum Stütze in der Zeit - reden, einmal in den Arm nehmen, ein "wir" schaffen das o.ä.
Ich hab sooft versucht zu reden, gebeten und anzunehmen, aber wenn man selber nicht mehr als FRAU und MENSCH wahrgenommen wird, sondern nur als Hausfrau, Mutter und Altenpflegerin - hat er mir auch selbst mal so gesagt nach seiner Trennung . Wieviel kann man kämpfen? Und ich hab immer dafür gekämpft, ihm mehr zu sein.
Bin jetzt auch für den Moment mit den Kindern in eine Wohnung gezogen, weil ich dachte mir so mehr "Luft" zu verschaffen. Im Haus war er wie "zuhause", aber das ist hier jetzt auch nicht anders.
Ich liebe ihn trotz allem noch und ich würde alles dafür tun, dass wir wieder miteinander gehen.
Aber diese ewige Unsicherheit, dieses ewige hin und her (es waren seit seinem Auszug keine Regelungen mit ihm möglich od er lehnt alles ab od macht es schlecht - sehe es eigentlich auch nicht als meine Aufgabe!?!?), diese ewigen Schuldzuweisungen über meine "Vergangenheit"(Vater-Alkoholiker, Mutter- Rauswurf mit 14, usw.), diese Vorwürfe, diese ewigen Ausreden "ich kann nicht", "ich will nicht", "ich bin nur für mich verantwortlich", .
Ich kann so nicht weitermachen. Will/kann/möchte aber auch nicht aufgeben, weil ich weiss wie er eigentlich jst
