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Trennung nach 22 Jahren Ehe

Ehemaliger User

Hallo Forum,
nach 22 Jahren Ehe möchte ich mich von meinem Mann trennen. Es fällt mir allerdings sehr schwer, da einmal die Kinder ( 18, 20, 21 Jahre alt) sehr unglücklich darüber sind, zum anderen mein Mann natürlich auch. Er ist eigentlich ein sehr lieber Mensch und ein guter Vater. Doch sind meine Gefühle für ihn nur noch freundschaftlich. Ich kann ihn z. B. auch nicht mehr riechen. Er benutzt eine Seife, die in mir Ekel aufsteigen lässt. Er meint aber,dass sie gesund sei,  also beachtet er meine Empfindungen nicht. Natürlich ist das kein Trennungsgrund. Er bestimmt gern über mich, ohne mich groß zu fragen. Es ist ein Prozeß über mehrere Jahre und letztes Jahr lernte ich im Chat einen Mann kennen und lieben. Es ist eine sehr schwere Zeit. Auch er ist vh und in einer ähnlichen Situation. Wir wollen unseren Partnern nicht weh tun und leiden sehr darunter. Ich frage mich allerdings, ob mit diesem Schuldgefühl die neue Beziehung eine Zukunft hat.

Wer hat Ähnliches erlebt und kann mir über seine Erfahrungen berichten? Ich bin zudem auch in psychotherapeutischer Behandlung, da ich wirklich am Ende bin..

22.05.2005 21:16 • #1


Ehemaliger User


Nabend,

Also Männer, Augen auf beim Seifenkauf

Liebe Ulla,

ich will mir hier keine Meinung bilden, erst recht nicht auf Grundlage deiner 2 Sätze. Ich hoffe, ich habe das falsch verstanden!!

Jedoch, wenn Du was hören willst, dann:

Verlasse ihn, sofort. Und das nicht deinetwillen sondern SEINTETWILLEN. Du machst Dir Sorgen darum, ob Deine neue Beziehung mit Deinen Schuldgefühlen funktionieren kann?? ???

Was bitte ist mit deinem Mann?? Sorry, aber ich hoffe, dass Du das jetzt schnell und schmerzlos hinter dich bringst. Und vor allem hoffe ich, dass Dein Mann damit irgendwie klarkommt. Weil er ist nun derjenige, der nur zuschauen kann und das alles einfach hinnehmen soll.

Das sind harte Worte,daher sagte ich eben, dass ich das hoffentlich falsch verstanden habe. Jedoch nach über 20 Jahren Ehe hier mit nem Beispiel einer "SEIFE" zu argumentieren finde ich offen gesagt einfach nur lächerlich.

Gruss
BonoVox

22.05.2005 21:56 • #2


Ehemaliger User


hallo,
du fragst, ob hier jemand ähnliche erfahrungen gemacht hat... ich habe gott sei dank sowas nicht erlebt...ich für meinen part, würde auch niemanden so hintergehen, wie du es nunmal gemacht hast...( bist nicht die einzige, falls es dich tröstet) ich sehe das so..wenn ich mit meiner beziehung unzufrieden bin, dann beende ich dieser, verarbeite das alles zuerst, und dann wende mich offen und frei und mit gutem gewissen einem neuen menschen zu... das ist dir wohl völlig fremd... wie deine art mir..... klingt vorwürfsvoll..ist aber so...22 jahren nähe eines menschen ist dir wohl im moment des chattens unwichtig gewesen...klar ist auch sehr leicht sich neu zu verlieben...im übrigen wielange bist du unzufrieden mit ihm?... wolltest du so weiter machen, wenn der neue nicht da wäre.?  :o
wünsche dir viel  einfühlsamkeit

22.05.2005 22:06 • #3


Ehemaliger User


Hallo Jasmin, hallo Bono vox,

danke für eure kritischen vorwursvollen Worte. Ich fühle mich in meiner Haut auch nicht wohl, das könnt ihr mir glauben. Ich möchte mich auch nicht für mein Verhalten meinem Mann gegenüber entschuldigen. Dieser Seitensprung ist auch der erste meines Lebens. Ich frage mich ja selbst, wie konnte es so weit kommen. Es ist ein Prozess über viele Jahre. In der Zeit, als die Kids klein waren, konzentrierte sich auch mehr oder weniger alles auf sie. Mein Mann war berufsbedingt viel unterwegs. Nun ist er viel daheim und es erdrückt mich. Er entscheidet viele Dinge, die ich anders entscheiden würde, aber er setzt sich da durch. Ich bin vor einigen Monten in eine andere Stadt gezogen und arbeite dort. Dass ich einen anderen Mann kennen gelernt habe, weiß er auch. Er würde  gern die Ehe fortsetzen und den Lebensabend (er ist fast 60 Jahre alt) mit mir verbringen. Zudem möchte er, dass ich das Geld, das ich verdiene, mit in den Haushalt einbringe, da wir uns momentan in einer wirtschaftlichen schlechten Lage befinden. Es gibt Vieles, das mich dermaßen belastet, dass ich davor sicherlich fliehe. Der andere Mann gibt mir soviel Gefühl, das mir einerseits Stärke gibt, andererseits wie gesagt größte Schuldgefühle. Ich habe meinem Mann gesagt, dass er sich eine Frau suchen soll, die ihn in dieser Situation besser unterstützen kann als ich, die ihm mehr Liebe geben kann als ich, Denn der S. war schon lange für mich ein Plichtgefühl ihm gegenüber. Und leider spielt auch hier der Geruch eine große ´Rolle, sorry. Nun hat er bereits eine Dame kennen gelernt. Doch die Familie möchte, dass ich wieder zurückkehre. Wenn ich dies mache, dann fühle ich, dass es nur ein Pflichtgefühl sein wird. Soll das so sein? Ist das in Ordnung? Sind das die Regeln des Lebens? Des Ehevertrages?

Liebe Grüße

Ulla

23.05.2005 05:27 • #4


Ehemaliger User


Hallo Ulla,

auf keinen Fall solltest Du Dich von Deinem Mann trennen, weil Du meinst, da gibt es Jemanden, der Dir geben wird, was Du möchtest.

Auf keinen Fall solltest Du bei ihm bleiben aufgrund des Drucks von außen (Familie).

Du bist für Dein Leben, Dein Glück und Deine Zufriedenheit selbst zuständig, niemand anderes.

Schuldgefühle empfindest Du, weil Du nicht in der Lage bist, eine Entscheidung zu treffen, die für Dich die richtige ist. Wenn das der Fall wäre, müsstest Du Dich nicht schuldig fühlen. Du weißt, dass es nicht okay ist, wie Du Dich gerade verhältst.

Also, was bleibt? Mach Dich frei von der Abhängigkeit von den beiden Männern. Wenn ich Du wäre, würde ich mich zurückziehen und sehen, wie ich ALLEIN klar komme. Liebe ist ein Geschenk, welches Du geben und erhalten kannst, aber Zufriedenheit und Glück sind Empfindungen, die aus Dir selbst heraus entstehen. Auslöser sind z.B. Stolz auf sich selbst, weil man Dinge "geschafft" hat, die man für unmöglich gehalten hat, oder die Sicherheit, dass man fair und verantwortungsbewußt mit sich und Anderen umgegangen ist.

Und ganz wichtig, nur wer mit sich zufrieden und glücklich ist, wird auch eine zufriedene und glückliche Beziehung auf Dauer leben können. Das gilt nicht nur für Dich oder mich, sondern auch für potentielle Partner (ist Dein Neuer nicht auch verheiratet, da wird er sicher auch enorme Probs haben).

Gruß
GIPI

23.05.2005 07:57 • #5


Nini


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Liebe Ulla,
deine Situation ist sehr sehr sehr schwer und ich glaube, dass niemand dir einen Tip geben kann, der deine Entscheidung beeinflusst!Wenn du solche empfindungen deinem Mann gegenüber hast, dass ist doch seit Jahren etwas nicht in Ordnung und nicht erst, seit dem du einen Anderen im Internet kennengelernt hast, oder!?Meine Eltern haben sich auch nach 22 Jahren Ehe getrennt, weil meine Mutter die Art meinen Vaters einfach nicht mehr ertragen konnte(Er ist auch sehr eigenartig)!Sie hat mir damals auch erklärt, dass sie richtig angeekelt ist, von seinem Duft, seiner Art zu reden, sich zu geben!All diese Dinge, die du im Moment auch fühlst!Und das hatte alles nichts mit einem anderen Mann zu tun!Sie hat die Ehe über Jahre nur noch so hingenommen, wegen der Gewohnheit und der Kinder!Ich habe ihr damals schon gesagt, dass sie das nicht machen soll, dass sie ihn endlich rausschmeißen soll und es uns Kinder damit auch besser geht!Wir sind zu dritt zu Hause gewesen und mit meinem Vater nicht klar gekommen!du kannst nichts für deine Gefühle!Du kannst nicht bei ihm bleiben, nur aus diesem Pflichtgefühl!Das macht ihn und ich sehr unglücklich!Du hast noch soviele Jahre vor dir!Die kannst du nicht so unglücklich verbringen!Den ganzen Tag schweben dir immer nur diese Gedanken im Kopf, du hast das Gefühl, niemand versteht sich!Ich kann das gut verstehen, denn meine Mama ist mein Ein und Alles und ich weiß, wie sehr sie über Jahre unter dieser Situation gelitten hat!Villeicht brauchst du noch ein bischen, um deine Entscheidung zu treffen, aber dann wird es bestimmt die Richtige sein!Wünsche dir alles alles Gute!
LG Nina

23.05.2005 08:12 • x 1 #6


Ehemaliger User


Hallo Ulla,

nach Deinem zweiten Eintrag wird die Sache schon etwas klarer.

Da meine Geschichte ählich ist kann ich nur sagen das ich Deine Entscheidung richtig finde. Man sollte eine Ehe nicht aus Bequemlichkeit oder finanziellen Gründen aufrecht erhalten.

Ob es allerdings gut ist sich sofort in eine neue Beziehung, insbesondere mit einem verheirateten Mann, zu stürzen, wage ich zu bezweifeln.
Wenn er echtes Interesse an Dir hat sollte er erst einmal seine Angelegenheit in Ordnung bringen.

Wuppi




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Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen".
Und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!

23.05.2005 08:43 • #7


Ingma


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Hallo Ulla,

eigentlich bin ich der Falscheste, der dir hier antworten kann, denn meine Worte wären ähnlich hart, wie die von Bono.

Ich probiere dir trotzdem ein paar sachliche Worte zu schreiben.
Meine Frau (45) hat mich (47) verlassen, weil ich angeblich zu gut für sie war. Habe ihr immer alle Wünsche von den Lippen abgelesen, soweit mein MÄNNLICHES Gehirn diese Wünsche richtig erkannte.
Meine Frau war auch in therapeutischer Behandlung, schleppte viele Probleme mit sich herum.

Irgendwann traf sie einen ehemaligen Kollegen wieder, inzwischen auch zweimal geschieden, und aus diesem Treffen entwickelte sich der Reiz des Neuen. (Rosarote Brille)

Sie verließ mich und die Jungs (15 + 17 Jahre alt) Ich flehte sie an, es nicht zu tun, meine Worte erreichten sie jedoch nicht mehr. Vielleicht habe ich ja auch komisch gerochen !?!?

9 Monate ist das jetzt her und wir sind alle unglücklich. Sie würde gerne alles rückgängig machen, weil sie sich natürlich nicht für eine neue Beziehung öffnen kann (schlechtes Gewissen u.s.w.). Aber jetzt kann ich sie nicht mehr zurücknehmen, obwohl ich sie immer noch liebe. Ich kann ihr nicht verzeihen, obwohl ich es so gerne können möchte.

Und du wirst es nicht glauben, auch bei dem neuen Mann gibt es sehr bald Sachen, die man nicht mehr riechen kann.

Ich könnte jetzt den Spruch von den guten und schlechten Zeiten bringen, was ihr ja eigentlich gemeinsam euch vorgenommen hattet.
Aber irgendwann kommt bei einem der Partner die Midlife-Crises und dann sind alle guten Vorsätze zum Teufel. Was macht ihr euch das bloß alle leicht.

Wenn du Interesse hast, kannst du dir meine beiden Trennungsbeiträge einmal durchlesen. Vielleicht erspart es dir die Hölle, durch die meine Famile gehen mußte und noch geht.

Die Beiträge sind inzwischen ca. auf die Seiten 8+12 oder so
zurückgefallen. /Titel: "Der Trennungsschmerz hört nicht auf"
und "Sie will wieder zurück").
Überlege es dir gut. Meine Frau hat mir gerade noch vor drei Tagen beteuert, wie sehr sie alles bereut.
Die Schmerzen werden noch sehr sehr lange anhalten.
Eigentlich ist das Leben zu kurz dafür.

Kannst du mit deinem Mann denn nicht vernünftig reden, was dich auch an ihm stört. Mein Gott, da muß es doch Möglichkeiten geben. Dass der andere im Moment interessanter ist, will ich dir gerne glauben, aber ob du es mit dem 22 Jahre aushalten würdest.

Mein Tipp: Arbeitet an eurer Beziehung !!!!!

Ingma

23.05.2005 09:17 • #8


zira


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Hallo allerseits,

Hm, immer wieder erlebt man hier die gleichen Reaktionen.
Die Verlassenen regen sich darüber auf, dass zuerst ein neuer Partner gesucht, bevor die alte Beziehung beendet wird. Das klingt ja alles so schön vernünftig , ist in der Theorie auch wahr, nur leider praktisch nicht so leicht zu leben. Das Leben spielt oft anders...
Es wird hier verurteilt und viele glauben zu wissen, wie sie sich in einer bestimmten Situation verhalten würden. Wie könnt ihr so sicher sein?
Natürlich ist es ratsam, nach einer Trennung oder Scheidung zuerst mal zu sich selbst zu finden und vor allen Dingen ist es unbestreitbar, dass ein unzufriedener Mensch selten eine glückliche Beziehung zu führen imstande ist.
Aber ist es nicht auch feige, an der Seite eines Menschen zu leben, den man nicht mehr liebt?
Man kann sich doch nur einem anderen öffnen, wenn die eigene Beziehung sich dem Ende entgegen neigt.


Ich bin nach einer zehnjährigen Beziehung wegen eines anderen Mannes verlassen worden und bin meiner Ex deswegen nicht mehr böse, weil sie dahingehend Recht hatte, dass unsere Beziehung am Ende und die meterhohe Mauer zwischen uns nicht mehr zu überbrücken war. Ich bewundere sogar ihren Mut, diesen Schritt gewagt zu haben! Denn ich selbst hätte es nicht geschafft und habe die Augen verschlossen, aus Angst, die seit Jahren festgefahrenen Gewohnheiten aufzugeben.
Dass sie dazu einen anderen Mann gebraucht hat, ist vielleicht ein Zeichen der Schwäche, aber es ist menschlich.
Es gibt sehr viele Frauen in meinem Bekannntenkreis, die seit Jahren unzufrieden in einer Ehe oder einer Beziehung leben und ich frage mich, warum?

zira

23.05.2005 09:37 • #9


Ehemaliger User


> Dass sie dazu einen anderen Mann gebraucht hat, ist vielleicht ein Zeichen der Schwäche, aber es ist menschlich.  

genau Zira...

23.05.2005 10:57 • x 1 #10


Ehemaliger User


Hi Zira,

ich kann mir sicher sein, weil ich es so gemacht habe. Als damals meine Ehe in die Brüche ging und Versuche alles zum Besseren zu wenden, scheiterten, hatte ich keinen Kopf für Neues, weil ich selber erstmal für mich was tun musste.

Was mich allerdings nicht daran hinderte, an den Falschen zu geraten, der nämlich genau das nicht getan hat und ich zu guter Letzt hier gelandet bin.

Niemals zuvor ist mir sooo klar gewesen, wie wichtig eine Verarbeitung ist, das war wohl eher instinktiv vorhanden, weil ich mir was wert bin. Und ich halte aus meiner zweiten Erfahrung heraus, nicht viel davon, Menschen zu "gebrauchen" - wie Du schreibst. Was ist denn mit diesen "Gebrauchten" wenn sie ausgedient haben?

Schwächen? - klar sind die menschlich und wer hat sie nicht? Deswegen darf ruhig drüber gesprochen werden... wenn Ulla sie nicht "sieht" kann sie nicht gegensteuern, deswegen ist sie hier.

Die Reaktionen sind gleich, weil die Geschichten sich gleichen. Ich ändere meine Meinung nicht ohne Grund, nur um das "Programm" möglichst "bunt" zu gestalten.

Ulla fragt nach Erfahrungen und die bekommt sie mitgeteilt.

Lieben Gruß
GIPI

23.05.2005 11:25 • #11


Ehemaliger User


Hallo Ulla,

Du weisst doch ganz klar was Du willst!
Du willst Dich trennen, und das Warum zeichnet sich schon sehr lange ab...es gibt Gründe auf beiden Seiten dafür.

Warum hast Du deswegen Schuldgefühle?
Kann man Liebe schuldig bleiben?

Als einzigstes bist Du Dir und Deinem Mann Ehrlichkeit schuldig.

Was die neue Beziehung bringt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Kein Mensch kann in die Zukunft schauen.
Wenn der neue Mann der Richtige für dich ist, wird sich das mit der Zeit herausstellen.

Und mach es bitte nicht von irgendwelchen Schuldfühlen, die Du Dir selbst oder andere Leute einreden wollen, abhängig.

Geh Deinen Weg und viel Glück Dir!

Schwester R.

23.05.2005 12:22 • #12


Ehemaliger User


Hallo Ulla,

ich kann all diejenigen verstehen, die dich verurteilen und sagen, du solltest besser an der Beziehung arbeiten und bleiben. Ich kann auch diejenigen verstehen, die sagen, geh deinen Weg, such dein Glück....

Ich kann beide Seiten verstehen, denn ich habe verlassen, und bin auch verlassen worden, und für beides gab es immer gewichtige Gründe.

Sicher ist es nur allzu menschlich, sich neu zu verlieben, und das als Sprungbrett aus den Fesseln einer Ehe zu nehmen, in der man schon lange unglücklich oder unzufrieden ist. Um eine Beziehung aufrecht zu erhalten, braucht man sehr viel Kraft und Mut, und guten Willen, und es müssen beide Seiten wirklich bereit sein, dafür etwas zu tun.
Das scheint mir aber bei dir / euch nicht gegeben zu sein.

Deine Kinder sind alt genug, um schon sehr bald eigene Wege zu gehen, letztendlich bist DU es, die es möglicherweise noch Jahre mit deinem Mann allein "aushalten" musst.

Es ist auch nur zu menschlich sich schuldig zu fühlen, wenn man ausbricht, oder ausbrechen möchte, denn man ist egoistisch und gibt etwas auf, was lange Bestand hatte, und man hat ja wohl auch mal geschworen: Bis dass der Tod euch scheidet. Ich sehe diesen Tod aber auch als Tod der Liebe, wenn die Liebe tot ist, wird man sie kaum wiederbeleben können, möglicherweise kann man nicht vergessen oder verzeihen (nicht wahr Ingma?), selbst wenn man noch liebt, vielleicht fehlt einem der Glaube oder die Hoffnung,  dass sich etwas ändert......dann muss man eben die Konsequenzen ziehen und gehen.

Es gibt keine falschen Entscheidungen Ulla, du musst nur die Konsequenzen deiner Entscheidungen auch tragen können und wollen, viel mehr.....du wirst es sogar müssen!

Dass deine neue Liebe auch verheiratet und somit in einer Beziehung ist, macht die Sache nur noch komplizierter, ich würde dir raten, was immer du tust, tu es für dich, für niemanden sonst, leg nicht deine Hoffnungen in eine neue Beziehung, sondern erstmal in ein Leben mit dir selbst und nur für dich.

Ich wünsche dir Glück

Gruss
Thilde

23.05.2005 18:08 • #13


Ehemaliger User


Auch nochmal Hallo zusammen,

Also, von wegen, dass sich hier die Verlassenen angeblich so sehr monieren. Und das es in der Praxis alles anders aussieht.

Kann da nur so viel zu sagen, mir ist es einmal passiert, dass ich dann plötzlich da stand und alles einfach so akzeptieren musste. Also, daher weiss ich, dass mir das weder theoretisch noch praktisch je passieren wird, dass ich mir jemand neues suche und dann erst die trennung vollziehe. Ich weiss, wie ekelhaft es ist von jetzt auf gleich verlassen zu werden.
@ Zira: Oder frag doch mal den Ingma, ob ihm sowas je passieren würde.

Wer die Erfahrung gemacht hat, so lange gut genug zu sein, bis die neuen Schäfchen im Trockenen sitzen, der weiss was für ein Tolles Gefühl das ist ???

Aber zurück zu Ulla´s Thread.
Ich will hier nicht sagen, dass man um diese Ehe kämpfen solle. Das hätte man tun sollen, wo noch was zu retten gewesen ist. Wartet man natürlich, bis alles vor die Hunde gegeangen ist, dann darf man sich nicht wundern.
Was ich bis jetzt hier gelesen habe gibt es doch gar keine Alternativen,oder? Die Trennung scheint doch hier das einzig mögliche zu sein. Vor allem ist es das Einzige was hier noch irgendwas bewirken würde. Vielleicht habt ihr ja Glück und am Ende ist jeder zufrieden ;D

Verzeiht meinen Sarkasmuss. Nur 20 Jahre sind meiner Meinung einfach ne lange Zeit. Und hat man es in dieser Zeit nicht geschafft miteinander genau dann zu reden, wenn es am wichtigsten ist...

Aber so hat jeder seine Meinung.

*Smell the flowers while you can*

23.05.2005 18:43 • #14


Ehemaliger User


Hallo @all

für eure Beiträge herzlichen Dank.

"Schuldgefühle empfindest Du, weil Du nicht in der Lage bist, eine Entscheidung zu treffen, die für Dich die richtige ist. Wenn das der Fall wäre, müsstest Du Dich nicht schuldig fühlen. Du weißt, dass es nicht okay ist, wie Du Dich gerade verhältst. "

Ja, GIPI, da hast du vollkommen Recht. Es wäre mir wohler, wenn ich hier und jetzt klipp und klar sagen würde: Aus und vorbei..mit 22 Jahren Ehe.

Vorhin bekam ich einen Anruf, ich erfuhr, dass mein Mann einen Nervenzusammenbruch hatte. Ich bin jetzt wie gelämt. Ich werde sicherlich gleich anrufen. Auch eine meiner Töchter rief heute an und sprach mit mir über die häusliche Situation. Sie hatte letztes Jahr einen schweren Unfall und erlitt eine Hirnverletztung. Sie ist besonders empfindsam. Gestern Abend rief mein Vater an...er ist Herzkrank. Wie soll ich da keine Schuldgefühle haben?

Wenn ich mir vorstelle, ich gehe wieder zurück, dann wird es momentan nur eine Marionette von mir sein. Mein Herz wird nach meinem Freund jammern. Noch nie im Leben habe ich für einen Menschen so tief empfunden. Auch ihm geht es so. Sicherlich kann man sich fragen, ob diese Gefühle nur aus unserer Situation heraus so stark sind. Sicher ist, ich kann ihn gut riechen, wir können über alles reden und verstehen uns, da wir in einer ähnlichen Situation uns befinden. Ich möchte niemandem weh tun, doch ich spüre, dass ich kaum noch Kraft habe, fühle mich wie gelähmt...

Ich bewundere all die, die zunächst eine Beziehung selbstbewusst beenden, zu sich finden und dann mit voller Kraft eine neue Beziehung beginnen. Dies ist sicherlich korrekter dem Partner gegenüber.  Mein Kopf weiß es, doch es hat sich nun so ergeben und...ich brauche viel Zärtlichkeit und Geborgenheit. Ich schäme mich, bin ich doch eigentlich alt genug...

23.05.2005 19:41 • #15




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