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Nach 30 Jahren und 23 Jahren Ehe verlassen

Traumvorbei

Traumvorbei

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Hallo an alle,
Ich habe viel im Forum gelesen und fuehle mich nicht mehr alleine. Es scheint einigen so zu gehen wie mir. Vor 1.5 Wochen, beim Fruehstueck nach einem Abend beim Billy Joel Konzert teilt er mir mit, dass er sich trennen moechte. Eine Chance fuer uns beide sieht er nicht mehr. Nach 30 Jahren ein Paar, 23 Ehejahren.
Wenn ich zurueckschaue, dann erkenne ich, dass es schon lange nicht mehr so gut lief. Ich habe es auch mehrfach angesprochen aber es kam nichts zurueck. In 1.5 Wochen werde ich 50, Weihnachten steht for der Tuere und wir haben einen Skiurlaub gebucht. Wir wohnen noch im gleichen Haus mit unserem 16 jaehrigen Sohn.
Gestern Abend habe ich nochmal gefragt, ob er alles so einfach aufgeben will ohne mir/ uns eine Chance zu geben. Ja, er kann es sich nicht vorstellen mit mir alt zu werden. Auf die Frage, was fehlt konnte er nur antworten, Du bist nicht mehr die in die ich mich verliebt habe.
Natuerlich nicht: Ich habe 3x meinen Breuf aufgeben um auf einen anderen Kontinent zu ziehen, habe jedesmal ganz neu angefangen, ihm immer den Ruecken frei gehalten. Wir sind erst gerade for 1.5 Jahren in die US gezogen aus Asien. Vor genau einem Jahr ist er aus Asien nachgekommenm da er dort noch 5 Monate jobbedingt bleiben musste. Ich habe die Stunden gezaehlt, wie ein Teenager auf seine Anrufe gewartet.
Ich bin mir sicher da ist eine Andere. Er leugnet, aber zufaelling hat sie eine Stelle in US bekommen und zufaellig ist sie nun in unsere Kleinstadt gezogen. Die beiden sind viel zusammen geschaeftlich unterwegs. Schon in Asien.
So vie zu schreiben, so vie passiert. Ich bin absolut im Gefuehlstrubel, mal weinen, mal Plaene fuer die Zukunft. Ich fuehle mich so alleine, habe keinen Freundeskreis hier, weil sich immer alles um ihn gedreht hat. Mir ist der Boden unter den Fuessen weggerissen worden. Ich habe so Angst vor der Zukunft nd dem Allleinsein.
Wir hatten ein super tolles und auch luxurioeses Leben. Ohne mich waere er nicht wo er jetzt ist. Ja klar, habe ich viel erlebt und auch viel erreicht. Er zieht aus, neue Wohnung, bestimmt troestet die Kollegin ihn bald. Ich sitze mit meinem Sohn in dem Familiengedaechtnismuseum.
Habe doch glatt am MOntag noch Seine Hemden gebuegelt. :weinen:

21.11.2018 20:56 • x 8 #1


Babs54

Babs54

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Liebe Traumvorbei, das ist ganz schrecklich, was du da gerade durchmachen musst. Ich fühle mit dir. Stecke auch mitten in der Trennung. 30 Jahre Beziehung, 27 Jahre verheiratet. Man denkt, man ist im falschen Film und möchte nur, dass er endet.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft.
Liebe Grüsse
Babs54

21.11.2018 21:37 • x 2 #2


Mia2

Mia2

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Hallo Traumvorbei, es tut mir leid, dass dir das Schicksal so eine Trennung präsentiert. Versuche etwas zur Ruhe zu kommen, und dich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Auch für deinen Sohn ist es jetzt bestimmt sehr schwer, für ihn musst du da erstmal sein. Sei stark für ihn. Lg Mia

21.11.2018 23:52 • x 2 #3


Joshu

Joshu

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Auch mir tut es sehr leid für Dich, weiß ich doch aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist....die Zeit scheinst still zu stehen, es ist wie ein kleiner Tod und Du hoffst, aus Deinem Albtraum zu erwachen. Dich es ist jein Traum, leider nicht, im Gegenteil, es ist im Moment die harte Wirklichkeit, der Du Dich stellen musst. Und Du hast Dur ja auch den Namen "Traumorbei" gegeben, schon mal der erste Schritt, um Dich der Realität zu stellen, damit sie irgendwann wieder schln wird und Platz für neue Träume bilden kann.
Fpr's erste wirst Du viel zu tun haben, um das Leben auf die neue Situation einzustellen. Das ist auch nicht schlecht, das hilft, es geht weiter, neue Herausforderungen, die Du hoffentlich Schritt für Schritt meisterst, lenken ab und tun auch gut, wenn Du das in den Griff bekommst. Aber mach in Ruhe, sei freundlich und mitfühlend mit Dir selbst. Denk daran: Du hast ein Recht darauf, dass es Dir gut geht, tue alles dafür, dieses Ziel zu erreichen. Ich hoffe, Du hast ein gutes Verhältnis zu Deinem Sohn, das jann Dich stützen. Gibt es wirklich keine Freunde, die für Dich da sind? Dann finde welche, vielleicht beim Sport, beim Arbeiten - freundliche, offene Menschen kannst Dubpbetsll finden. Nehme Dir auch Zeit für Dich, lerne Dich wieder auszuhalten, was Da hoch kommt an bitteren aber auch schönen Gefühlen.
Und ein Du ein bisschen klarer siehst, dann musst Du in Deiner Trauerarbeit auch auf die dunklen Seiten Deiner langen Ehe hinschauen. Alles hat sich nur um ihn gedreht? Du hast viel für ihm aufgegeben? Und jetzt sagt er Dir, dass er nicht mit Dir alt werden möchte? Stoff für viele Fragen an einen schönen Traum.
Fpr's erste aber wünsch ich Dir, dass Du bald ein wenig zur Ruhe kommen kannst. Ich weiß, wie Dir zumute ist.

Gute Nacht, Josch

22.11.2018 00:29 • x 2 #4


Elodenthal

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Liebe Traumvorbei,

Fühl dich umarmt, mir geht es wie dir. Nach der Silberhochzeit kam die Trennung. Er hat direkt eine neue Freundin.

Ich wünsche dir, dass du dich im Trubel trotzdem auf dich selbst besinnen kannst und Weihnachten mit wenig Tränen an dir vorbei geht.

Mit der Zeit wirst du vielleicht merken, dass er nicht der tolle Mensch ist, für den du ihn die ganzen Jahre gehalten hast.

Lass deine Gefühle zu, egal ob Trauer, Wut, Verzweiflung. Du wirst merken, dass du stärker bist als du jetzt denkst. Und du wirst an der Situation wachsen. Und es gibt immer Wege und Lösungen. Irgendwann vielleicht schönere als in der Ehe.

Liebe Grüße
Elodenthal

22.11.2018 01:17 • x 2 #5


Mischka

Mischka

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Liebe Traumvorbei,

Du bist nicht allein. Mein Mann ist nach 36 Jahren (davon 29 Ehe) gegangen. Vor 11 Wochen ist er ausgezogen. Und alles, was man je für den Partner gemacht und für sich selbst aufgegeben hat, zählt auf einmal nicht mehr. Schockstarre, unfähig, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, wechselt sich ab mit Heulattacken. Essen und Schlafen, kaum möglich. Das Gedankenkarussel dreht sich und will nicht zum Stillstand kommen. Das ganze bisherige Leben liegt in Trümmern vor den Füßen.

Du bist nicht allein. Hier bist du gut aufgehoben, hier wirst du aufgefangen und bekommst Trost und Zuspruch. Das Lesen und Schreiben hier hilft mir sehr viel, man hat einen Ort, wo man es lassen kann, bei Menschen, die dich nur zu gut verstehen, weil sie dein Schicksal teilen.

Deine Geschichte klingt, als hätte dein Mann die Trennung schon länger vorbereitet. Nach dem Motto, den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht und es ändert eh nichts, machen sie den Cut. Ich glaube auch, dass eine andere Frau im Spiel ist, auch wenn er es abstreitet.

Das ist erstmal unrelevant. Du musst dich jetzt um dich selbst kümmern. Kannst du essen, kannst du schlafen?

Fühl dich erstmal fest gedrückt und nimm die Hilfe hier an.

Liebe Grüße,
Mischka

22.11.2018 06:41 • x 3 #6


Aramis

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Hallo du Liebe,

zunächst mal gute Besserung! Tut mir sehr leid zu lesen.

Kleine Verständnisfrage: Die ganzen Umzüge fanden statt durch seinen Job bedingt und ihr seid mitgezogen? Er war als quasi vom Unternehmen abgeordnet und aktuell lebt ihr in USA?

Liebe Grüße

22.11.2018 06:48 • #7


mcteapot

Zitat von Traumvorbei:
Ich sitze mit meinem Sohn in dem Familiengedaechtnismuseum.

come back to Germany, zu deiner Familie hier und zu deinen Freunden. Will euer Sohn bei ihm oder bei dir bleiben? Fühl dich gedrückt.

22.11.2018 07:04 • x 2 #8


Traumvorbei

Traumvorbei


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@ Babs,
Vielen Dank fuer die warmen Worte.

@aramis,
Es ist leider nicht so leicht nach Deutschland zurueck zu gehen. Mein Sohn geht hier in die 11 Klasse, wurde nur in US Schulen und Internationalen Schulen gross. Er muss hier die Schule beenden und wenn er in 1.5 Jahren fertig ist und zur Uni geht, dann werde ich erst Zeit haben weiteres zu planen.

22.11.2018 18:09 • x 2 #9


Traumvorbei

Traumvorbei


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Dear Mischka,
vielen Dank fuer die lieben Worte. Ich schlafe leider sehr schlecht und habe kaum Appetit. Das tolle an diesem Forum und den Beitraegen, es hat mir geholfen letzte Nacht ruhiger zu liegen, da ich nun weiss, dass es Leute gibe, denen es genauso geht. Aber Nachts fange ich an zu gruebeln, was haette ich besser machen koennen, wir haben so viel erlebt. Ich habe alles mitgemacht.
Gestern habe ich getrennte Schlafzimmer und Badezimmer geschaffen. Wir haben ein grosses Haus. Ausserdem habe ich meinen Mann gebeten, den ehering auszuziehen. Er hat mich sehr verwundert angeguckt. Heute Morgen, erste Nacht getrennt, geht es ihm schlecht mit MIgraene. Ehering ist weg.
Am Montag steht eien neue Dienstreise an, mit der "Kollegin". Es tut immer noch so weh auch wenn ich dem Kopf sage, dass es vorbei ist.
Ich habe viel mit alten Freunden wieder Kontakt aufgenommen, leider sind alle auf der Welt zerstreut. Hier habe ich keinen Freundeskreis, da ich nicht erzaehlen durfte, dass wir wieder hier sind wegen der Arbeit meines Mannes. Es sollte keiner in der Firma wissen, dass seine stelle frei wird ...und so weiter, corporate rules.
Am meisten Angst habe ich vor dem Alleinsein. Ich war ja nie alleine. Nach der Schule siind wir sofort zusammengezogen. Emotional bin ich schon lange alleine, aber da ist zumindest immer jemand nach Hause gekommen.
Insgeheim hatte ich schon lange Angst, dass er mich verlaesst sobald unser Sohn mit der Schule fertig ist. Vielleicht sollte ich es als Segen sehen, dass es jetzt schon so weit ist.
Warum hat er uns kein Chance gegeben? Er kann mir noch nicht mal sagen, was ihm fehlt.
Es wird bestimmt ganz schlimm, wenn er auszieht.

22.11.2018 18:55 • x 3 #10


bifi07

bifi07

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Hallo Traumvorbei!
Fühl dich über den großen Teich mal ganz dolle gedrückt!

Bei mir ist die Trennung jetzt 5 Jahre her, nach 28 Jahren (davon 24J. Ehe). Es kam auch völlig unerwartet. Auch kurz vor Weihnachten. Mein Sohn und meine Tochter waren im Laufe des Jahres ausgezogen. Zum Glück waren noch meine Eltern im Haus, auch wenn ich sie mit meinem Kummer nicht zusätzlich belasten wollte.
Ich habe dieses Forum erst drei Monate später gefunden, aber es hat mir sehr geholfen!

Und es gibt Happy Ends, auch wenn du es jetzt nicht glauben kannst und es auch nicht unbedingt mit dem Ex ist!
Ich lebe seit über zwei Jahren mit einem ganz lieben Mann zusammen, der noch besser zu mir passt, als mein Ex!

Ich denke, es hat oft einen *guten* Grund, weshalb eine Partnerschaft nicht mehr funktioniert, auch wenn man sich natürlich wünscht, dass man eine zweite Chance hat oder zumindest keine dritte Person eine Rolle spielt!

22.11.2018 20:15 • x 10 #11


Mischka

Mischka

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Er kann es dir nicht erzählen, weil es so natürlich einfacher für ihn ist. Ansonsten müsste er sich mit seiner Ehe und Dir auseinander setzen, deine Reaktionen ertragen, dein Leid sehen. Und sich fragen, welchen Anteil er selbst daran hat (es gehören immer 2 dazu).

Statt dessen lieber frisch verlieben und verschwinden, war ja offensichtlich geplant. Keine Bereitschaft für Rettungsversuche, zeugt davon, dass schon länger alles nicht mehr so lief; du erwähntest es ja auch. Manchmal entweicht die Luft schleichend aus einer Beziehung, ohne dass man es merkt.

Sei nachsichtig mit dir selbst und kümmere dich gut um dich. Wenn du nicht essen magst, dann trinke viel, Smoothies sind gut. Energieriegel werden hier auch oft empfohlen.

Mir hat es auch geholfen, Tagebuch zu führen und den Gedankenwirrwarr einfach zu Papier zu bringen, dann war es erstmal raus. Abends vor dem Schlafengehen viel hier gelesen.

Kleine Schritte, jeden Tag.

22.11.2018 20:16 • x 4 #12


Traumvorbei

Traumvorbei


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@Mischa
Ja es lief schon seit ca. 2 Jahren nicht mehr. Ich habe es immer wieder angesprochen. Es ist so schlimm, dass er die Entscheidung alleine getroffen hat. Es warte viel besser gewesen mit einer Beratung und gemainssm festzustellen, dass es nicht mehr geht.
Wir waren alle noch im Sommer in Deutschland in Urlaub, haben tolle Tage mit Familie und Freundengehabt. Did fallen jetzt alle aus allen Wolken. Und ich hab mich so bemüht, Essen geplant, Konzerttickets gekauft, kleine Geschenke gemacht, mich halt aufgeführt wie ein Teenager. Wir haben im Spätsommer die Naechte durchgetanzt und da wusstet er schon er wird mich verlassen. Das tut sooo weh.
Ich hab sogar angefangen mit dem Laufen und wir sind zusammen vor 2 Wochen den New York Marathon gelaufen. Ich war danach so glücklich. Genau eine Woche später bum, alles unwiderruflich aus.
Warum? Es wird dunkel, es ist Thanksgiving in US und alle sind jetzt mit der Familie zusammen. Wir haben schön gekocht und zusammen gegessen.
Ich moechte dass er kommt und mich in den Arm nimmt.

22.11.2018 22:54 • x 2 #13


Mischka

Mischka

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Wir nehmen dich hier in den Arm. Fühl dich mal ordentlich gedrückt.
Wir sind für dich da.

22.11.2018 23:09 • x 3 #14


Mia2

Mia2

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Ich kann deine Trauer sehr gut verstehen. Der Schmerz über den Verlust ist sicher schwer zu ertragen. Gebe nicht auf, dein Sohn braucht dich. Lg

22.11.2018 23:24 • x 2 #15




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