Zitat von Traumvorbei:Es dauert Jahre?! Ich habe dich nach 2 Wochen das Gefühl es geht nicht weiter. Das hält so lange an? Möchte ihn zurück. Möchte ihn nie Wiedersehen. Mache Pläne und Heule. Sitze beim Friseur, laufe seit Jahrzehnten mit seiner Fridur rum. Entdecke, dass ich immer nur Teil eines Paares war. Will aber genau dahin wieder zurück. Verstehe mich selbst nicht mehr. Was ich festgestellt habe im Forum, es gibt kein Schema, verlassen nach kurzer Zeit, langen Jahre, mit Kindern, ohne, mit 6 und ohne, Mann oder Frau geht
Ja, liebe Traumvorbei, das sind diese Widersprüche, die sich notgedrungen anschließen, Deine Gefühle fahren Achterbahn, und Du erlebst Dich als einziger Widerspruch. Versuch gar nicht erst, die aufzulösen, akzeptiere, dass das eine Situation ist, die Du nicht gewollt hast, von der Du Dich noch immer wieder mal total überfordert führst, aber auch schon Spuren eines neuen Lebens entdeckst - irgendwann solltest Du vielleicht mal Deinen Namen in "neuertraum" ändern.

Du machst das alles prima, come on, akzeptiere die Widersprüche und auch die emotionalen Rückfälle. Die gehören zur Trauerarbeit dazu, das ist alles normal und zutiefst menschlich. Du bist keine Maschine bedeutet das, mehr nicht.
Und nein, es gibt keine Patentrezepte, wie lange das dauert. So unterschiedlich wie wir Menschen gestrickt sind, von unseren Anlagen her, von dem, was wir schon Erfahrungen mitbringen, wie wir damit umgehen, so unterschiedlich sind die Zeiten, die wir brauchen, das so zu verarbeiten, dass wir uns wieder völlig frei fühlen können - mit den Erinnerungen, die uns nicht mehr belasten, sondern ein akzeptierter Teil von uns sind, die uns jedenfalls nicht mehr so niederdrücken, dass wir Freude am Leben empfinden, allein oder mit einem lieben anderen Menschen.
Denk nicht darüber nach, was in einem halben, in einem oder in fünf Jahren sein wird. Leb in der Gegenwart, also in einem überschaubaren zeitlichen Horizont, tue, was für Dich jetzt gut und das beste ist, vergiss mal das übermorgen.
Und das machst Du auch schon ganz gut! Was in zwei Jahren ist, wird sich schon finden. Das sollte jetzt einfach nicht Dein Problem sein! In der Jetzt-Zeit zurechtzukommen, gut auf Dich achten und für Dich zu sorgen - Du darfst Dir da allen Egoismus erlauben - denn wenn es Dir wieder besser geht, geht es auch den Menschen in Deinem Umfeld besser, Deinem Sohn zu Beispiel.
Und lass Dir hier keine Angst machen. Wir können die Erfahrungen von anderen nachvollziehen, auch daraus lernen und vielleicht ein bisschen helfen - aber jeder hat hier seinen eigenen Weg zu gehen und letztlich sein eigenes Schicksal,sein eigenes Päckchen zu tragen, das bist nicht Du! Das kann sich bei Dir alles ganz anders entwickeln....
Also nochmal: keine Angst!
