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Trennung nach 28 Jahren?

S

Sommersprose
Mitglied

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Hallo Zusammen,
bin seit 28 Jahren mit meinem Mann zusammen, verheiratet seit 24 Jahren, haben zwei Söhne 20 und 22, habe den liebsten Mann auf der ganzen Welt, er macht wirklich alles für die Kinder und mich, er selbst steckt immer zurück was mit seiner Kindheit zu tun hat….2019 ging es los mit Burnout, Depressionen kam in die Psychiatrie ca. 3 Monate, dann war wieder alles gut bis er die Medikamente absetzte ohne mein Wissen, dann kam alles schleichend, hatte jeden Abend getrunken sehr viel, hatte jeden Abend einen betrunkenen Mann, Beziehung wurde auch immer schlechter wegen dem Alk. und seine Ungepflegtheit…hatte auch immer wieder überlegt mich zu trennen, aber ich liebe meinen Mann sehr….Januar 2024 wollte er sich das Leben nehmen, mein Sohn und ich haben ihn rechtzeitig noch gefunden….er ging dann freiwillig in die Klinik ….11 Monate war er dort…wir hätten beinahe alles verloren Haus etc. das ist jetzt aber alles geregelt….in der Klinik kam heraus das er ein Kindheitstrauma hat, seither ist er in Therapie….seit Sommer 2025 wurde mein Mann immer merkwürdiger, gefühlskalt, keinerlei Interesse mehr an nix, habe gedacht jetzt geht’s wieder los mit seiner Depression….übrigens war ich auch zweimal in der Psychiatrie wegen ihm und unser jüngster auch ….dann war ich vor kurzem noch in Reha, mein Mann hat sich fast nie gemeldet, alles sehr komische, dann wollte er mich besuchen um über uns zu sprechen also in der Reha und sagte ihm ginge es nicht gut zu Hause Albträume usw. und mit den Kindern die Streitereien immer wieder er hält es zu Hause nicht mehr aus und deshalb würde er ausziehen….war natürlich total geschockt….jetzt hat er seit 1. Februar ein Zimmer bei Bekannten und schläft trotzdem zuhause auf der Couch….dann an einem Wochenende war er verschwunden und hat auf unsere Nachrichten, Anrufe von den Kindern nicht reagiert, wir hatten wirklich gedacht er hat sich was angetan, haben die Polizei verständigt….dann hat sich mein Mann bei mir in der Reha über eine Woche nicht gemeldet, er war sauer das ich die Polizei gerufen habe. Dann kam ich heim aus der Reha er wusste das aber nicht das ich entlassen wurde…. so und jetzt kommts……habe ihn zur Rede gestellt, er sagte er will nicht mehr mit mir und den Kindern so leben, er will jetzt machen was er will…….dann fand ich in der Spülmaschine eine Tasse darauf steht „Schön das es dich gibt“ das hätte er von einer in der Klinik bekommen, mit der war er mal Kaffee trinken, dann fand ich im Rucksack von ihm Parfüm (mein Mann hasst Parfüm)……und jetzt ist er jedes Wochenende weg also über Nacht und ist nicht erreichbar……er streitet ab das er eine Andere hat…. er will die Trennung……. bin fix und fertig……………. ein Albtraum………………was soll ich machen?
Sorry für den langen Text

x 1 #1


M
Guten Abend @Sommersprose,

es tut mir sehr leid, was ihr als Familie in den letzten Jahren alles durchmachen musstet. Du hast unglaublich viel für deinen Mann und deine Kinder durchgestanden. Man merkt in deinem Text auch, wie sehr du deinen Mann liebst und wie viel du versucht hast, ihn zu unterstützen.

Aber seine Krankheit und sein Weg liegen letztlich bei ihm. Wenn er sagt, dass er im Moment Abstand braucht oder gehen will, kannst du ihn leider nicht festhalten und ich würde es ihm gewähren, auch wenn es furchtbar weh tut. Damit ihr alle mal wieder Luft holen könnt. Auch deine Kinder.

Versuche jetzt, den Fokus auf dich und eure Kinder zu legen. Ihr braucht Ruhe und Zeit, um euch von den letzten Jahren zu erholen. Du hast unglaublich viel getan und getragen, aber du kannst ihn nicht gesund machen. Sein Weg liegt letztlich bei ihm. Auch wenn möglicherweise eine andere Person dahintersteckt, kannst du nicht mehr geben, als du schon getan hast. Für mich hört sich das auch nicht nach einer normalen Beziehungskrise an. Dein Mann ist krank, betrachte es so. Auch wenn es dich unheimlich schmerzt, vielleicht „braucht“ er das jetzt, um wieder aus rauszukommen. Ob verantwortungsbewusst oder nicht.

Vielleicht wird er irgendwann wieder klarer und findet zu euch zurück. Aber im Moment darfst du auch an dich und eure Kinder denken und darauf achten, dass ihr wieder etwas Luft und Kraft bekommt.

Lass ihn seinen eigenen Weg jetzt gehen und lerne wieder, mehr auf dich und deine Bedürfnisse zu schauen. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

x 5 #2


A


Trennung nach 28 Jahren?

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Wollie
üble Geschichte....lass dir erstmal einen dicken Drücker da 🤗 es tut mir sehr leid, was du gerade erlebst und die letzten Jahre erleben musstest. Der Verdacht liegt sehr nahe, dass er eine Andere hat, in der Klinik kennengelernt. So der Klassiker leider, auch hier immer wieder im Forum zu lesen. Da wird dann schnell mal das ganze alte Leben ausgetauscht, weil Mann denkt, mit Jemand Neuem wird alles anders.
Wenn dies tatsächlich so ist, dann kannst du es ziemlich vergessen, ihn erreichst du emotional und rational nicht mehr. Du kannst jetzt nur noch für dich und die beiden erw. Kinder sorgen. Rate dir, so schnell wie es geht, zu einem RA zu gehen, um dich beraten zu lassen. Sichere alle Unterlagen, was Haus, Vermögen, Einkommen usw. angeht. Dies wird später mal sehr wichtig werden. Weil sich die Expartner oft um 180 Grad drehen und sich in etwas verwandeln, was du so noch nicht kennst. Da werden die ganzen gemeinsamen Jahre mal schnell vergessen und versucht, den nervigen Expartner so schnell wie möglich aus dem neuen Leben zu werfen. Oft leider auch die Kinder mit.
Deshalb musst du für dich aktiv werden, nicht für ihn. Er will die Trennung? bitte....kann er haben, aber es hat seinen Preis und Konsequenzen, welche er tragen muss.

x 9 #3


Scheol
@Sommersprose

Zitat:
habe den liebsten Mann auf der ganzen Welt, er macht wirklich alles für die Kinder und mich, er selbst steckt immer zurück was mit seiner Kindheit zu tun hat….

🤔


Zitat:
2019 ging es los mit Burnout, Depressionen kam in die Psychiatrie ca. 3 Monate, dann war wieder alles gut bis er die Medikamente absetzte ohne mein Wissen,


Zitat:
dann kam alles schleichend, hatte jeden Abend getrunken sehr viel, hatte jeden Abend einen betrunkenen Mann,

Weil die Medikamente abgesetzt wurden , rauchte er eine Ersatz Medikation den Alk..

Zitat:
Beziehung wurde auch immer schlechter wegen dem Alk. und seine Ungepflegtheit…



Zitat:
hatte auch immer wieder überlegt mich zu trennen, aber ich liebe meinen Mann sehr….

Was liebst du an einen ungepflegten Alk. ?

Zitat:
Januar 2024 wollte er sich das Leben nehmen, mein Sohn und ich haben ihn rechtzeitig noch gefunden….er ging dann freiwillig in die Klinik

Ein suizidales Familienmitglied setz den anderen zu.

Zitat:
….11 Monate war er dort…wir hätten beinahe alles verloren Haus etc. das ist jetzt aber alles geregelt….

Also eine Existenziell bedrohliche Situation für alle.

Zitat:
in der Klinik kam heraus das er ein Kindheitstrauma hat, seither ist er in Therapie….

Hoffe eine Traumatherapie.

Zitat:
seit Sommer 2025 wurde mein Mann immer merkwürdiger, gefühlskalt, keinerlei Interesse mehr an nix, habe gedacht jetzt geht’s wieder los mit seiner Depression….

Es gibt die Depression als Einzeldiagnose und die Depression durch traumatisch Erfahrung. Und wenn das Traum nicht aufgelöst wird , wird sich die Depression auch nicht erledigen.



Zitat:
übrigens war ich auch zweimal in der Psychiatrie wegen ihm und unser jüngster auch ….…

Traumatisierte , traumatisieren anderen ….. Würde mich nicht wundern wenn auch irgendwas bei euch , Kind und dir ausgelöst wurdeß


Hier hast du eine „ähnliche“ Geschichte nur andersrum.


voellig-unerwartete-trennung-nach-11-jahren-borderline-t77163-s1680.html

#4


Cary
Trotzdem muss ich sagen, wir sind alle die Meißler unserer eigenen Geschichte - wenn die Beziehung nicht mehr klappt ist das selten das Problem einer Seite, meist sind beide beteiligt.
Das ohne Emotionen zu akzeptieren, die Situation zu analysieren und die notwenigen Entscheidungen zu treffen - wäre von beiden eine rationale Lösung.

Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, so einfach ist das nicht. Trotzdem möchte ich Zuspruch leisten, Depressionen hin oder her, Krankheit, ganz sicher eine Nummer - aber das Herz sagt einem eigentlich ganz klar was es möchte - und wenn man merkt die Synapsen stimmen nicht mehr tut es furchtbar weh, aber das ist dann wohl so.

Jetzt stellt sich nur die Frage warum, und meistens fragt sich niemand ob man wohl selbst an den Stellschrauben gedreht hat oder gedreht haben könnte Zwinkerndes Gesicht

Neuer Tag, neues Leben - weine nicht dem alten nach wenn Du es nicht kitten kannst

x 1 #5


Lukrethia
Liebe @Sommersprose das tut mir sehr leid, was du durchmachen musst.

Es wird vielleicht noch eine zeitlang dauern, aber es wird der Moment kommen, wo du erkennst, dass es keinen Sinn macht, an deinem Mann festzuhalten. Er ist krank und auch Tonnen von Liebe, die besten Absichten und größten Mühen deinerseits können ihn nicht heilen. Diesen Weg kann er nur alleine beschreiten und wenn er das ohne dich tun möchte, dann lass ihn ziehen. Alles andere wird dich mit runterziehen und aufreiben. Ich hab selber eine ähnliche Geschichte hinter mir - ohne Kinder und Suizid zum Glück - und ich habe auch sehr lange für die Beziehung gekämpft. Ab einem bestimmten Punkt ist es einfach vergebene Liebesmüh, auch wenn das schwer zu akzeptieren ist. Dein Sohn und du, ihr seid schon in die Co-Depression gerutscht, es gilt also jetzt, auf euch zu schauen und ihn seiner Wege ziehen zu lassen.

Nach so langer Zeit ist das unvorstellbar hart und die Frage, wie viel Anteil die Krankheit an seinem Trennungswunsch hat, wird vielleicht für immer unbeantwortet bleiben. Wichtig wäre für eure Stabilität, dass ihr euch im Einvernehmen trennt - wenn ihm die Kraft für alles fehlt, dann hast du gute Chancen, dass er keinen Streit sucht, sondern seine Ressourcen für seine Gesundung einsetzt.

Vielleicht kratzt ihr mit ein bisschen Abstand auch nochmal die Kurve. Aber das musst du dir wirklich gut überlegen, vor allem, wenn er schon über so einen langen Zeitraum krank ist und du ebenfalls schon erkrankt bist.

Ich lasse dir eine Umarmung da Tröstender Smiley . So einen ungewollten Neustart wünscht sich niemand. Ich bemerke aber jetzt nach fast 8 Monaten Trennung, dass es mir in vielen Bereichen gut getan hat, dass wir nicht mehr zusammen sind. Natürlich vermisse ich ihn, aber ich vermisse nicht diese schwermütige Aura, die ständige Negativität, sein toxisches Schweigen und die Anspannung, die am Ende zuhause geherrscht hat. Ich hab mich übrigens durch die Trennung therapeutisch begleiten lassen, das war sehr wichtig für mich, damit ich weiter stabil meinen Verpflichtungen nachkommen kann und gleichzeitig achtsam mit mir umgehe.

#6


S
@Lukrethia Ich danke dir für die lieben Worte 🥹

#7