Margerite
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Sie managte den Verkauf des Hauses, das ihr angesichts der flügge werdenden Kindern zu groß gewesen wäre und zu teuer gekommen wäre. Er wunderte sich, weil er gedacht habe, sie würde es als Erbe wegen der Kinder behalten. Aber es wurde schließlich verkauft.
Das Ausräumen übernahmen größtenteils meine Freundin und die Kinder, flankiert von ein paar Helfern. Gnädiger Herr hatte nur selten Zeit.
Dann reichte sie die Scheidung ein, denn sie wollte mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen. Sie wollte das Kapitel möglichst schnell abschließen und das tat sie dann auch. Er zahlte an Unterhalt für die Kinder, was er musste und sie waren nur noch eine Randerscheinung in seinem neuen, tollen Leben mit Rundumversorgung und gaaanz viel Liebe.
Und wie sieht es heute aus, einige Jahre später?
Aus den drei Kindern wurden zwei, weil die älteste Tochter an Darmkrebs verstarb. Sie hatte Morbus Crohn, was Krebs begünstigt. Sie lebte nach der Diagnose nur noch einige Monate und wurde nur 23 Jahre alt. Ein weiterer und noch viel schlimmerer Schlag für meine Freundin. Wie sie das alles bewätigt hat und sich dann allein um die Beisetzung kümmerte, kann ich nicht nachvollziehen. Ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte, ohne in Verbitterung zu verfallen.
Meine Freundin lernte irgendwann nach der Scheidung im Yogakurs einen Mann im passenden Alter kennen und es passte alles. Sie ist schon wieder drei Jahre verheiratet und wieder glücklich geworden. Nur der September, wenn sich der Todestag der Tochter nähert, ist immer noch ein Problem. Ihr Mann verwöhnt sie und trägt sie auf Händen und ist froh, in seinem Alter nochmals mit einer Beziehung durchstarten zu können.
Und gnädiger Herr? Verschwand in der Versenkung. Es war zu hören, dass die neue Liebe wohl doch nicht das langfristige Glück brachte. Er zog um in eine andere Stadt und lebt allein.
Du weißt nie, was im Leben noch kommt. Daher immer schön auch nach vorne schauen anstatt zurück. Manchmal stelt sich eine reduzierte Familie als besser heraus als die vollständige.