Kiki66
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ich lese jetzt schon seit ein paar Tagen in diesem Forum und glaube, dass das Lesen, aber auch das Schreiben hilft.
Ich war 33 Jahre mit meinem Mann zusammen, 29 davon verheiratet. Er ist Holländer, ist aber, seit wir uns kennen, hier in Deutschland geblieben. Wir haben zwei tolle Kinder, 27 und 23 Jahre alt. Klassisches Ehebild, er ging arbeiten, ich habe mich um die Kinder gekümmert, nach acht Jahren habe ich wieder in Teilzeit gearbeitet. Wir haben ein tolles Haus und einen großen Freundeskreis hier in Deutschland und auch tolle Freunde und Familie in Holland. Wir haben eine meiner Meinung nach gute Partnerschaft geführt, hatten die selben Lebensansichten und auch Hobbys, haben uns viel um die Kids gekümmert, hatten immer das Haus voll. Es gab jedoch immer Diskussionen darüber, ob es hier oder in Holland besser ist zu Leben. Er wollte eigentlich lieber nach Holland, aber Job, Kinder und meine enge Beziehung zu meiner Familie standen immer dazwischen, gebe ich zu. Außerdem ist das Sexleben in den letzten Jahren sehr auf der Strecke geblieben.
Letztes Jahr im September hatten wir wieder eine Diskussion darüber, das alles in Holland besser ist, es gab einen Streit und irgendwie hatte ich seit längerem das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. lange Rede, kurzer Sinn, ich habe ihn gefragt, ob er jemand anderen hat, und er hat es bejaht. es kam heraus, dass er seit fünf Monaten eine Affäre hat und schwer verliebt ist. Es war wie ein Schock. Ich habe in der Nacht das Haus verlassen. Am nächsten Morgen habe ich ihn gebeten, nach Holland zu fahren und darüber nachzudenken, was er will. Ich wollte mich nicht trennen, für mich ist diese Beziehung zu viel wert. Er wusste nicht, was er wollte, ob Trennung oder nicht. Er wäre seit zwei Jahren nicht mehr glücklich, ich hätte mich verändert, wäre so negativ geworden, der wenige Sex spielte eine große Rolle. allerdings muss ich dazu sagen, dass er nie ein Wort darüber verloren hat, dass er unglücklich ist. reden, vor allem über Gefühle, war und ist nicht sein Ding, schrecklich. Ich habe mich in den vergangene drei Jahren viel um meine sehr kranke Mutter gekümmert, dann ist mein Vater vor zwei Jahren ganz plötzlich verstorben. Eben viel Mist. Die nächsten Tage waren die Hölle für mich. ich habe ihm noch eine lange Mail über meine Gefühle und geschrieben, da ich nicht in der Lage war zu telefonieren.
Nach fünf Tagen rief er an, dass er nach Hause kommt, sich von der Frau trennt und es nochmal versuchen will. Ich hatte mir direkt eine Therapeutin gesucht, weil ich am Ende war. Er kam zurück, wir haben viel geredet und ich habe viel geweint, sehr viel. ich habe ihn gebeten, mit zur Therapie zu gehen, wollte er nicht. mir ging es teilweise sehr schlecht, hatte eine so schlimme Panikattacke, dass er mich zum Arzt bringen musste. Die Zeit war sehr anstrengend, ich habe mir viel zu viel Druck gemacht, ihm zu gefallen, konnte nicht mehr schlafen, hatte auf einmal wieder Lust auf Sex, er hat es auch immer angenommen. Ich wusste natürlich, dass er auch viel an die Frau denkt, sie hat auch immer wieder versucht, Kontakt aufzunehmen. Er hat gesagt, dass er nicht mehr antwortet, hat sie blockiert.
Er sagte immer wieder, dass er Zeit braucht und das er nicht weiss, wo er in zwei Jahren ist. Ich habe alles gegeben, viel zu viel, um es ihm recht zu machen in dieser Zeit. ich habe ihn gebeten zu sagen, wenn etwas nicht gut läuft oder er ein schlechtes Gefühl hat. Nein, es wäre alles in Ordnung, er sei froh, dass er bei mir wäre und wir es versuchen. Aber viel kam nicht von ihm, in ich fühlte nicht unwohl. habe aber so gehofft, das wir es schaffen.
Dann vor sechs Wochen steht er auf einmal vor mir und sagt, dass er sich trennen möchte. Ich war fassungslos, habe auch nicht mehr viel gesagt. Ich habe ihn gebeten, dass Haus zu verlassen, er wollte hier mit wohnen bleiben, es ist unser gemeinsames Haus. Ich habe gesagt, dass ich das nicht kann. er ist ausgezogen, kommt ab und zu, wenn ich arbeite, in sein Homeoffice und wäscht seine Sachen hier. das Haus steht im Verkauf. Ich war vor sechs Wochen direkt beim Anwalt, habe mich beraten lassen. Wir haben uns ohne Anwalt auf eine Unterhaltszahlung für die Zeit geeinigt, die ich im Haus lebe. Danach müssen wir neu schauen. Ich habe ihn seit fünf Wochen nicht gesehen, vorgestern das erste Mal gesprochen. Da hat er mir auch eröffnet, dass er wieder Kontakt zu der Frau hat. leider hat er es auch schon den Kindern gesagt, ich finde, er hätte damit noch warten könne, es hat mich sehr verletzt.
Es ist ein Alptraum, es ist ein Gefühl, als ob er gestorben ist. Ich schaffe es. Ich ertrage keine Kontakt zu ihm. Keiner unserer Freunde oder Familien hat es ankommen sehen, geschweige denn versteht es. Ich bin so unendlich traurig, vermisse ihn und unser gemeinsames Leben. Er ist nicht nur mein Mann, sondern mein bester Freund. Wir haben so viel miteinander erlebt, haben zwei großartige Kinder, so viel Freude im Leben gehabt. Wie gesagt, das Thema Leben hier oder in Holland war eigentliche das einzige Diskussionsthema. Jetzt weiß er auf einmal nicht, was er will, ob hier bleiben oder zurück, aber das wird wohl an der Frau liegen. Auch sicherlich einen Teil an seinem Job. er ist selbständig und kann eigentlich von überall aus arbeiten.
Mir geht es schlecht, alle sagen, es wird besser, aber ich bin so unglaublich ok von dem letzten halben Jahr, habe Angst vor dem was kommt. Nicht nur, dass er nicht mehr hier ist, ich muss eine Wohnung suchen, kann nicht mehr mit ihm sprechen oder ihn sehen. ich habe einen guten Freundeskreis, tolle Kinder, aber es hilft mir im Moment nicht. Ich Bin nur so unglaublich traurig und erschöpft.
Das ist meine Geschichte, vielen Dank fürs Lesen!
aber auch ich kann und möchte dir sagen, dass dies nicht das Ende ist. Es wird weitergehen, auch wenn deine Lebenswelt gerade sehr dunkel ist. Aber am Ende des Tunnels ist immer Licht. Leider musst du wie so viele hier durch diesen Tunnel hindurch gehen, es bleibt dir nichts anderes übrig. Weil Jemand anderes seine Entscheidung getroffen hat, gegen dich.