Zitat von Wulf: Denn da hat deine Birne mit dem Verarbeitungsprozess deiner Trennung begonnen. Es ist der erste Knoten der sich in deinem Kopf gelöst hat.
Mag sein, nur macht es das nicht einfacher. Im Gegenteil.
Tut halt weh, wenn man feststellt, dass dieser Mensch dann doch nicht das war, was man in ihm sah … und ich selbst so doof gewesen bin, an das Bild, was ich hatte, zu glauben. Dann sind noch die ganzen eingebrannten Ansichten und Worte mir gegenüber von ihr in meinem Kopf.
Jetzt stehe ich da und weiß nicht, ob ich was verloren oder gewonnen habe.
Zitat von Heffalump: Nur besteht ein kleiner, doch besonderer Unterschied - du kannst dem entwachsen
Das wird dauern.
Zitat von Heffalump: Dein Credo - du schulterst die Last der Welt
Vielleicht ist das so … und am Ende und jetzt bin ich eben komplett zusammengebrochen.
Weil ich nicht mehr genug tragen konnte. Gefühlt ist im Nachgang jetzt noch mehr dazu gekommen.
Doch wäre ich gerne stärker gewesen.
Aktuell bin ich eben irgendwie überfordert mit den ganzen Gedanken und Emotionen … ich weiß auch nicht, mit wem ich darüber reden soll. Über das alles, was gerade in mir wütend und tobt – gegen mich. Ich halte es gerade einfach aus. Es ist in Ordnung. Vielleicht muss das auch einfach gerade so sein, um irgendwann mal wieder »okay« zu sein.
Zitat von Heffalump: Auch der König rülpst, niest, kotzt, sch.., riecht aus dem Mund oder benimmt sich wie der letzte Mohikaner
Schon, dennoch sitzt dieser auf dem Thron. Über dem Volke.
So wie sie bei mir. Ist noch ein langer weg. Soll sie ruhig darauf sitzen. Von mir aus ein Leben lang.
Zitat von DieDirekte: Dafür dass deine Eltern dir nicht genügend Geduld, Liebe, Schutz, Einfühlvermögen, Wertschätzung in der Kindheit entgegenbringen und zeigen konnten, kannst du nichts! Dafür kannst du überhaupt nichts! Du hast keine Schuld.
Zitat von DieDirekte: Deine Eltern haben aus Unwissenheit versagt, aber nicht du.
Du bist nicht für deine Eltern verantwortlich, du musst nicht Schuld für sie oder Scham für ihr System aufnehmen, sie entlasten. Sie sind für ihr eigenes (Seelen- und Gefühls)Leben verantwortlich.
Ach, nein. Sie wussten es auch nicht besser. Ich bin denen deswegen nicht böse oder sonstiges.
Wie gesagt, ich spreche da nicht gerne drüber. Das war mir auch gegenüber meiner Therapeutin sehr unangenehm darüber zu sprechen, weil es mir leidtut so über sie zu sprechen. Das haben sie nicht verdient.
Dasselbe Spiel ist mit meiner ehemaligen Partnerin. Mir tut das leid, so negativ hier über sie zu sprechen.
Sie hat das ebenfalls nicht verdient.
Zitat von DieDirekte: Zeit den richtig erwachsenden Joeyjo zuzulassen. Der sich selber schützen kann, der für sich selber da ist, der sich auch selber lieben und liebevoll für sich sorgen kann.
Das versuche ich gerade und suche mir externe Hilfe. Bei einer Therapie und auch hier.
Hier kann ich etwas unter dem Schutz des Internets schreiben und somit einfach alles herauslassen.
Auch bin ich momentan gerne und viel alleine, einfach nur für mich.
Hat den Vorteil, dass ich einfach immer alles an Emotionen herauslassen kann und keine Maske vor anderen aufsetzen muss. Zumal man momentan mit mir nicht viel Spaß haben kann.
Ich weiß nicht weshalb, aber ich bin einfach nur traurig und fühle mich alleine gelassen.
Dabei habe ich alles, dennoch bin ich traurig. Es fehlt irgendwas, nur ich weiß nicht was.
Vielleicht muss ich aber auch einfach zugestehen traurig und alleine zu sein, damit es irgendwann besser wird.
Verstehen tue ich es auch nicht, warum es mir gerade so geht, wie es mir geht. Es muss also irgendwas in mir kaputt oder nicht richtig sein.
Viel schlimmer ist aber, dass ich so einen enormen Selbsthass mir selbst gegenüber habe. Ich schäme mich für mich selbst. Bin im besten Alter und mache mir durch eine Trennung alles kaputt. Wie konnte ich es zulassen, dass ich so tief abstürze?
Frau? Weg.
Meine Wohnung? Weg.
Meine Eier? Weg
Freude? Weg.
Psyche? Weg.
Geld? Weg.
Irgendwo bin ich falsch im Leben abgebogen, dass mir das alles so zusetzt und ich in so ungesunde Verhaltensweise falle, die mir langfristig einfach nur selbst schaden. Ich wüsste nur gerne, wo das gewesen ist und wie ich das ändern kann.
Zitat von DieDirekte: Der sich gesund abgrenzen kann und nur noch möglichst Gutes, Wohltuendes in sein Leben lässt.
Ich hatte oder habe immer das Gefühl, dass sie, was Gutes und Wohltuendes ist, was ich aber verschreckt habe.
Bei Gott tat und tut mir das leid, dass ich ihr gegenüber so kalt bei der Trennung und die Wochen danach gewesen, bis – nur war ich damals einfach sauer und wütend, weil ich nie genug war und es auch sicherlich nie gewesen bin – ich aber auch nicht mehr wusste, was ich machen sollte.
Zitat von DieDirekte: und du hast etwas menschlich-ehrliches mit warmen Herz und echter Wertschätzung verdient
Bis ich sowas verdient habe, habe ich noch eine lange Reise vor mir.
Erst muss ich all meine Baustellen und rote Flaggen beheben. Wieder geerdet werden.
Die ganzen Emotionen verarbeiten. Meine ehemalige Partnerin vom Thron schubsen.
Erst wieder ein Polster an finanzieller Sicherheit aufbauen.
Erst wieder ein toller Mann werden, der seiner Partnerin auch was bieten kann.
Nicht das ich wieder jemanden in mein Herz lasse und am Ende dann noch tiefer abstürze.
Dann bleibe ich lieber alleine für mich oder lasse einfach niemanden rein.
Dann kann ich auch am Ende des Tages niemanden enttäuschen.
Es ist total erschreckend, was innerhalb dieses Jahres ans Tageslicht gekommen ist. Wie viel Baustellen.
Wie viele unverarbeitete Sachen, tief drin …
Das ganze ergibt dann in Summe einfach wieder »Vielleicht hatte sie ja doch recht.«
Egal … in paar Jahren habe ich das sicherlich alles abgearbeitet und dann geht’s wieder aufwärts.