LucieLu
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heute möchte ich euch meine (traurige) Geschichte schreiben:
mein nun Ex-Partner und ich haben unter nicht optimalen Bedingungen eine einjährige Patchwork-Beziehung geführt. Er (40) hat 2 Kinder (4/9) und ich (40) habe eins (8). Wir haben uns im Internet kennengelernt, er ging die Sache damals recht schnell an, hielt schnell Händchen und fragte auch recht schnell, ob wir nun zusammen sind. Ich fand das damals schon etwas komisch, aber nun gut, irgendwie schmeichelte mir das auch und nach einigem Zögern, sagte ich dieser Beziehung zu.
Aber wie gesagt, die Rahmenbedingungen waren nicht optimal: er lebte damals zwar schon ein Jahr in Trennung, hatte in der Zeit auch schon eine Kurzzeitbeziehung (so dass ich dachte, ok ich bin nicht das Absprungbrett), er lebte aber noch mit seiner damaligen Frau im gemeinsamen Haus zusammen sie nannten es der Kinder wegen das Nestchenmodell, wobei das klassische Nestchenmodell bei getrennten Eltern anders aussieht und die Familie eigentlich nicht mehr zusammenlebt. Aber gut, ich ließ mich darauf ein. Jedes 2. Wochenende war er bei mir (wenn wir beide kinderlos waren) und das andere Wochenende war ich bei ihm im Haus zusammen mit allen 3 Kindern. Die Mutter der Kinder war dann bei ihrem neuen Lebenspartner. Wir wußten alle voneinander, es gab zwischen mir und der Mutter aber nur 2 Begegnungen und für mich war eine ganze Hausetage tabu, weil das ihre war und für mich war das alles auch i.O.
In der Beziehung hatten wir viele schöne Erlebnisse, fuhren mit den Kindern in den Urlaub, machten Ausflüge, feierten Silvester und lebten eine durchaus gelungene Patchworkfamilie. Ich erlebte in unserem gemeinsamen Jahr den weiteren Trennungsprozess von seiner bald Ex-Frau insofern dass die Scheidung eingereicht wurde, das Haus an meinen Ex überschrieben wurde, ich unterstütze bei Fragen zur Sorgerechtsvereinbarung ging, usw.
Jetzt im Juni ist die Mutter ausgezogen und in meiner Welt hieß das nun, man könne sich jetzt konkreter Gedanken über eine gemeinsame Zukunft machen. Ich merkte aber sehr schnell, dass mein Ex immer mehr nur von sich und seinen Plänen sprach und ich fast nie ein Teil davon war. Da ich ihn nicht unter Druck setzen wollte, habe ich es punktuell angesprochen, habe ihm gesagt, dass er nur in der Ich-Form redet, dass nur er bestimmt, usw.
Mit Auszug der Mutter hatte er kaum noch Zeit, weil sie die Kinder getrennt haben (der Kleine lebt bei der Mutter und der Große beim Vater), er war nun alleinerziehender Vater und außerdem blieb der Familienhund bei ihm, so dass er noch mehr örtlich gebunden war und zeitlich durchaus eingeschränkt. Auch da versuchte ich Verständnis zu zeigen, wollte ihn wieder nicht unter Druck setzen, sagte ihm aber sehr wohl, dass ich gerade sehr traurig bin, weil wir uns so wenig sehen. Er meinte, dass das jetzt halt so wäre und er hätte auch keine Lösung.
Nun ja, ich wurde irgendwie immer verbitterter, hatte keine Lust mehr auf gemeinsame Aktivitäten und sah auch keinen Sinn mehr, mich bei ihm in Haus und Garten einzubringen (was wir anfangs vor hatten; gemeinsam renovieren, Gartenarbeit, usw.). Heute frage ich mich natürlich, ob das nicht eher meine Vorstellung war und er mich da nur als Unterstützung gesehen hat.
Kurzum, es wurde nicht besser. Vor zwei Wochen sind wir dann in den gemeinsamen Patchwork-Sommer-Urlaub gefahren, ich selbst war mir sehr unsicher, ob das gut werden würde, zumal er in den 2 Wochen davor immer distanzierter wurde und gar keine Zeit mehr hatte, obwohl er eine Woche kinderlos war. Außerdem ertappte ich ihm beim Lügen, er war heimlich bei einer Büroeinweihung einer guten Freundin. Das kam durch einen dummen Zufall raus, das Problem war nur: in einem Jahr hatte er nie von einer guten Freundin erzählt und warum ging er da heimlich allein hin?
Nunja, es kam wie´s kommen musste: sein Handy wurde abends plötzlich lautlos geschaltet und mit dem Display nach unten gelegt, er verschwand mit dem Handy auf dem Klo, am 1. Urlaubstag war es ganz weg (es lag sonst immer rum).
Ihr ahnt jetzt sicherlich warum.
Ich versuchte am 1. Urlaubstag mit ihm noch zu sprechen, er gab zu, sich heimlich mit einer guten Freundin getroffen zu haben und aus Rücksicht zu mir (1. Ausrede) nichts gesagt zu haben, weil ich in der Woche recht krank war und er keine Verpflichtung hervorrufen wollte, dass ich mitkäme (Mitleidstour), später meinte er plötzlich (2. komplett andere Ausrede) er hätte es nicht gesagt, weil seine bald Ex-Frau immer so eifersüchtig gewesen wäre. kurzum er verstrickte sich total in Ausreden.
Am nächsten Morgen hielt ich es nicht mehr aus, nahm mir sein Handy und war nun sicher, er hatte etwas mit dieser Frau angefangen, sie waren zusammen in der Schule damals und er plante bereits den Sommerurlaub 2018 mit ihr.
Ich habe ihn sofort zur Rede gestellt, bezog mich dabei aber immer nur auf das Gespräch vom Vorabend, weil er da ja sagte, dass er sich heimlich getroffen hat. er sagte im Grunde nichts dazu. Ich sagte ihm, dass ich abreise, den Urlaub beende und auch unsere Beziehung. Auch das nahm er kommentarlos hin. Ich habe noch versucht, ihm klarzumachen, wie mies ich sein Verhalten finde. Ab und zu drückte er auf die Tränendrüse und meinte, er wäre im letzten viertel Jahr am Hadern gewesen und er hätte das auch im Rahmen seiner Therapie angesprochen (man muss dazu sagen, der Mann macht seit 2 Jahren eine Therapie wg. einem Burnout, einer Neurose und einem Autoritätsproblem zumindest erzählte er mir das mal so).
Nur leider hat er es versäumt, mit mir zu sprechen :-/
Und so sitze ich jetzt hier und schreibe diese Zeilen, bin sehr traurig und enttäuscht. Ich bedaure es sehr, dass er alles einfach so wegwirft, ohne sich mir anvertraut zu haben und das er sich eine neue Lebens-Freude bei einer anderen gesucht und gefunden hat. Auch dieser Betrug macht mir sehr zu schaffen, zumal da ja auch Kinder involviert sind, die nun ggf. die nächste Frau präsentiert bekommen. Gerade erst ist die Mutter aus dem Haus ausgezogen, da verschwindet nun auch die Freundin des Vaters von der Bildfläche und damit auch meine Tochter, die seine beiden Kinder sehr mochten.
Ich finde es wirklich schade und bin totunglücklich, dass ich die Unwegbarkeiten dieser Patchworkfamilie in Kauf genommen habe und nun vor einem Trümmerhaufen stehe, obwohl ich ja nun dachte, jetzt ist die Bahn frei und wir könnten gemeinsam in die Zukunft starten. Vermutlich ist die Bahn ja auch frei nur halt nicht für mich, sondern für die neue Dame seiner Wahl.
DAS TUT WEH!


Er geht jetzt raus in die Welt und lässt die Sau raus und ich sitze hier und weine 