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Trennung nach langer Krise gibt es noch einen Weg ode

Daniel37

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Ich versuche die Geschichte so neutral wie möglich zu erzählen, auch wenn das natürlich nur meine Sicht der Dinge sein kann. Um die heutige Situation zu verstehen, muss ich allerdings etwas weiter zurückgehen.
Wir waren früher schon einmal zusammen und aus dieser Beziehung haben wir eine gemeinsame Tochter. Noch während der Schwangerschaft fand ich heraus, dass sie mich mit einem anderen Mann betrogen hatte. Daraufhin trennte ich mich noch vor der Geburt unserer Tochter von ihr.
Ab ungefähr ihrem ersten Lebensjahr lebte unsere Tochter dann überwiegend bei mir. Anfangs war das so nicht geplant. Ihre Mutter arbeitete viel, ging aber auch häufiger feiern und die Betreuung verschob sich immer stärker zu mir. Irgendwann brachte sie mir unsere Tochter für zunächst fünf Nächte und daraus entwickelte sich nach und nach, dass sie dauerhaft hauptsächlich bei mir lebte.
Das Verhältnis zwischen ihrer Mutter und mir blieb natürlich bestehen, weil wir gemeinsam Eltern sind. Die damaligen Ereignisse, vor allem das Fremdgehen während der Schwangerschaft, hatten bei mir allerdings Spuren hinterlassen und spielten später beim Thema Vertrauen wieder eine Rolle.
Über die Jahre hatten wir wegen unserer Tochter weiterhin Kontakt. Irgendwann wurde das Verhältnis zwischen uns wieder deutlich entspannter. Wir verstanden uns gut, konnten zusammen lachen und zwischen uns entstand wieder eine gewisse Leichtigkeit, ohne dass direkt eine Beziehung im Raum stand.
Im Sommer letzten Jahres kamen wir uns dann immer näher. Wir verbrachten mehr Zeit miteinander und waren schließlich auch gemeinsam im Urlaub. Dort wurde aus dieser lockeren Annäherung wieder mehr und wir kamen uns auch körperlich und emotional näher.
Danach ließen wir das erstmal so weiterlaufen. Ohne großen Druck und ohne direkt zu definieren, was das zwischen uns eigentlich ist. Wir verbrachten immer mehr Zeit miteinander, hatten schöne gemeinsame Momente und genau diese Leichtigkeit zwischen uns fühlte sich für mich damals sehr gut an.
Das ging ungefähr bis Weihnachten so. Zu diesem Zeitpunkt wollte sie mehr Klarheit. Sie wollte nicht länger in diesem undefinierten Zustand bleiben und wissen, ob daraus wieder eine richtige Beziehung werden soll.
Für mich war dieser Schritt aufgrund unserer Vorgeschichte und besonders wegen des damaligen Fremdgehens nicht einfach.
Auch nachdem wir uns wieder füreinander entschieden hatten, war ich emotional noch nicht wirklich angekommen. Rückblickend stand ich eigentlich immer mit einem Fuß außerhalb der Beziehung. Ich wollte sie, hatte aber gleichzeitig Angst davor, mich wieder komplett auf sie einzulassen und erneut verletzt zu werden.
Das zeigte sich wahrscheinlich am deutlichsten beim Thema Liebe.
Sie sagte mir, dass sie mich liebt, und ich konnte ihr darauf nicht dasselbe zurückgeben. Ich sagte ihr, dass ich diese Worte zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht sagen könne. Das hat sie verständlicherweise verletzt und wurde später auch immer wieder ein Thema zwischen uns.
Trotzdem haben wir uns wieder zusammengerauft und wurden schließlich offiziell ein Paar. Ich wollte dieser Beziehung wirklich eine Chance geben, aber meine emotionale Distanz war damit natürlich nicht einfach verschwunden.
Gleichzeitig begann bei ihr gesundheitlich eine schwierige Phase. Ihre Erkrankung und die Behandlung belasteten sie zunehmend, dazu kam ihre Arbeit. In dieser Zeit kamen auch die ersten größeren Probleme in unserer Beziehung auf.
Sie sagte mir ziemlich deutlich, was ihr fehlte: mehr gemeinsame Paarzeit, mehr Nähe, mehr Sex, mehr Zuneigung und auch die kleinen Dinge im Alltag. Sie hatte teilweise das Gefühl, dass wir zwar irgendwie zusammen waren, aber nicht wirklich wie ein Paar lebten.
Und an diesem Punkt muss ich meinen eigenen Anteil klar benennen: Vieles davon konnte ich ihr anfangs tatsächlich nicht geben. Ich war noch immer vorsichtig und zurückhaltend und hatte emotional eine Mauer stehen.
Irgendwann habe ich verstanden, dass ich auf diese Weise keine Beziehung führen kann.
Ich fing an mich stärker zu öffnen, meine Gefühle deutlicher zu zeigen und ihr bewusst mehr von den Dingen zu geben, die ihr vorher gefehlt hatten. Ich sagte ihr schließlich auch, dass ich sie liebe. Ich versuchte mehr Nähe herzustellen, gemeinsame Zeit zu schaffen und insgesamt nicht mehr ständig mit einem Fuß außerhalb unserer Beziehung zu stehen.
Dadurch wurde es zwischen uns auch nochmal besser und für eine Zeit stabilisierte sich unsere Beziehung.
Nur entstand dann ein anderes Problem: Genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich emotional immer mehr in der Beziehung ankam, wurde gemeinsame Zeit immer schwieriger. Ihre Erkrankung, die Behandlung, ihre Arbeit und unser jeweiliger Alltag machten uns zunehmend einen Strich durch die Rechnung.
Wir hatten immer weniger wirkliche Paarzeit. Vieles drehte sich um Alltag, Arbeit und unsere Tochter. Gleichzeitig hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sie sich emotional wieder von mir zurückzog.
Rückblickend entstand eine ziemlich bittere Dynamik: Am Anfang wollte sie mehr Nähe von mir und ich konnte sie ihr nicht richtig geben. Als ich mich schließlich geöffnet hatte und bereit war, mich wirklich auf die Beziehung einzulassen, hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sie sich zurückzog.
Vertrauen, andere Männer und mein eigener Fehler
Mit der zunehmenden Distanz wurde Vertrauen für mich wieder ein größeres Thema. Durch unsere Vorgeschichte war das ohnehin eine empfindliche Stelle bei mir, von der ich eigentlich dachte, dass ich sie inzwischen ganz gut im Griff hatte.
Es gab bei ihr immer wieder Kontakte zu anderen Männern, unter anderem über Snapchat. Dabei ging es für mich nicht grundsätzlich darum, dass sie mit keinem Mann Kontakt haben darf. Mein Problem waren vor allem Männer, bei denen aus meiner Sicht erkennbar war oder zumindest der Verdacht bestand, dass von deren Seite mehr Interesse vorhanden war.
Einer dieser Kontakte wurde irgendwann besonders zum Streitthema. Es kamen Vorschläge wie gemeinsam spazieren zu gehen oder sich am See zu treffen. Für mich überschritt das eine Grenze.
Ich sagte ihr ziemlich klar, dass ich kein Problem mit normalen männlichen Bekanntschaften habe, aber nicht damit umgehen kann, wenn sie sich alleine mit einem Mann trifft, von dem wir wissen oder vermuten müssen, dass er mehr von ihr möchte.
Ihre Sicht darauf war eine andere. Sinngemäß war ihre Haltung: Wenn ein anderer Mann mehr von ihr möchte, ist das nicht ihre Baustelle, solange von ihrer Seite nichts läuft.
Genau da prallten unsere Vorstellungen von Grenzen in einer Beziehung ziemlich hart aufeinander.
Für mich gehört es zu einer Partnerschaft, solche Kontakte selbstständig auf Abstand zu halten. Für sie war offenbar stärker entscheidend, welche Absichten sie selbst dabei hat.
Dazu kamen weitere Kontakte über Snapchat. Manche davon waren wahrscheinlich vollkommen harmlos, andere haben bei mir Misstrauen ausgelöst. Je schlechter es zwischen uns lief, desto stärker beschäftigte mich das Thema.
Ich möchte dabei meinen eigenen Fehler nicht unterschlagen.
Bei einem unserer Streits meldete ich mich aus Frust selbst bei Tinder an.
Ich hatte dort kein ernsthaftes Interesse daran, eine andere Frau kennenzulernen. Ich war nur kurz in der App, lehnte die angezeigten Profile ab und ging anschließend wieder raus. Es entstand kein Treffen und kein wirklicher Kontakt.
Trotzdem war allein die Anmeldung falsch.
Ich kann nicht auf der einen Seite von ihr klare Grenzen gegenüber anderen Männern erwarten und mich auf der anderen Seite nach einem Streit bei einer Dating-App anmelden – unabhängig davon, ob ich tatsächlich vorhatte jemanden kennenzulernen.
Rückblickend glaube ich, dass wir an diesem Punkt beide zunehmend auf Verletzungen des anderen reagierten, statt das eigentliche Problem zu lösen. Ich wurde durch ihre Kontakte unsicherer und wollte stärkere Grenzen. Sie fühlte sich dadurch teilweise eingeschränkt bzw. kontrolliert. Gleichzeitig führte meine Tinder-Anmeldung wiederum dazu, dass auch ihr Vertrauen in mich beschädigt wurde.
Während wir über einzelne Männer, Snapchat, Tinder und Grenzen stritten, ging das eigentliche Thema immer mehr verloren: Wir hatten kaum noch echte Paarzeit, redeten immer schlechter miteinander und beide fühlten sich offenbar mit wichtigen Bedürfnissen vom anderen nicht richtig gesehen.
Die letzten Wochen und unser Urlaub
In den Wochen vor unserem Urlaub merkte man bereits deutlich, dass unsere Beziehung nicht mehr stabil war. Sie war sich zeitweise sogar unsicher, ob sie überhaupt noch mit unserer Tochter und mir in den Urlaub fahren möchte.
Für mich war das damals schon schwer einzuordnen. Einerseits hatten wir unsere Probleme, andererseits gab es immer wieder Phasen, in denen es zwischen uns wieder gut lief.
Schließlich entschied sie sich doch dafür mitzufahren.
Der Urlaub selbst war dann überraschend schön. Wir funktionierten als Familie, verbrachten viel Zeit miteinander und zwischen uns war wieder deutlich mehr von der Leichtigkeit und Nähe da, die uns am Anfang unserer erneuten Annäherung verbunden hatte.
Natürlich waren dadurch nicht plötzlich alle Probleme verschwunden, aber für mich fühlte es sich zumindest so an, als wäre zwischen uns noch etwas vorhanden, auf dem man aufbauen könnte.
Was ich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht wusste: Noch vor dem Urlaub war ihr mein Tinder-Profil gezeigt worden.
Sie wusste also bereits von meiner Anmeldung. Sie sprach mich aber weder vor dem Urlaub noch währenddessen darauf an. Ich hatte keine Ahnung, dass sie davon wusste.
Wie sehr Tinder ihre Gefühle oder ihr Verhalten zu diesem Zeitpunkt beeinflusst hat, weiß ich nicht. Sie hat es mir damals nicht gesagt und deshalb möchte ich ihr heute auch keine Motive unterstellen.
Nach dem Urlaub änderte sich die Stimmung allerdings ziemlich deutlich.
Die Nähe, die ich während des Urlaubs noch wahrgenommen hatte, war plötzlich wieder weg. Sie wirkte auf mich zunehmend kalt und distanziert. Ich versuchte zu verstehen, was passiert war, bekam aber immer weniger Zugang zu ihr.
Genau das hat mich rückblickend besonders verwirrt: Wir hatten gerade einen für mich wirklich schönen gemeinsamen Urlaub erlebt und kurz danach hatte ich wieder das Gefühl, emotional kaum noch an sie heranzukommen.
Irgendwann kam es schließlich zur Trennung.
Erst in diesem Zusammenhang bzw. danach erfuhr ich überhaupt, dass sie mein Tinder-Profil schon vor unserem Urlaub gezeigt bekommen hatte.
Natürlich verstehe ich, dass Tinder für sie ein massiver Vertrauensbruch gewesen sein kann. Auch wenn ich dort aus Frust nur kurz angemeldet war, niemanden kennenlernen wollte und keinen Kontakt aufgebaut hatte, ändert das nichts daran, dass ich mich überhaupt auf einer Dating-App angemeldet hatte, während wir zusammen waren.
Was mich gleichzeitig bis heute beschäftigt, ist die Kommunikation darum.
Sie wusste davon, sagte mir aber nichts. Wir fuhren gemeinsam in den Urlaub und ich hatte keine Möglichkeit ihr zu erklären, was passiert war oder Verantwortung dafür zu übernehmen, weil ich gar nicht wusste, dass dieses Thema bei ihr im Raum stand.
Nach der Trennung wurde mir dadurch erst klar, dass wir möglicherweise schon länger mit völlig unterschiedlichen Informationsständen durch unsere Beziehung gelaufen waren.
Ich hatte das Gefühl, dass sie sich immer weiter von mir zurückzieht und verstand nicht vollständig warum. Sie wiederum hatte mit Tinder eine Information über mich, die ihr Vertrauen zusätzlich beeinflusst haben könnte, ohne dass wir darüber gesprochen haben.
Und genau da liegt für mich rückblickend eines unserer größten Probleme:
Wir haben irgendwann aufgehört, schwierige Dinge wirklich miteinander zu klären. Stattdessen trug jeder seine Verletzungen und Gedanken zunehmend mit sich selbst herum.
Die Beziehung endete schließlich, obwohl ich selbst noch nicht an dem Punkt war, sie aufgeben zu wollen. Ich hatte weiterhin Gefühle für sie und glaubte, dass wir unsere Probleme zumindest hätten versuchen können gemeinsam aufzuarbeiten.
Die Trennung bis heute
Nach der Trennung war ich erstmal ziemlich durch den Wind.
Ich wollte sie noch und hätte die Beziehung nicht beendet. Gleichzeitig wollte ich aber auch nicht anfangen ihr hinterherzulaufen oder sie davon zu überzeugen, bei mir zu bleiben.
Das Ganze wird dadurch komplizierter, dass wir wegen unserer gemeinsamen Tochter natürlich nicht einfach vollständigen Kontaktabbruch machen können. Wir müssen weiterhin miteinander kommunizieren und ihre Betreuung organisieren.
In den ersten Tagen nach der Trennung merkte ich allerdings schnell, dass mir selbst dieser Kontakt schwerfällt.
Während ich noch versuchte die Trennung zu verarbeiten, hatte ich gleichzeitig das Gefühl mitzubekommen, wie sie ihr Leben ohne mich weiterplant.
Deshalb schrieb ich ihr irgendwann ziemlich offen, dass mein Schweigen oder meine knappen Antworten nichts damit zu tun haben, dass ich sie bestrafen oder ignorieren möchte.
Ich erklärte ihr, dass sie die Beziehung beendet hat und mir der Kontakt momentan einfach weh tut. Alles Wichtige bezüglich unserer Tochter können und müssen wir natürlich weiterhin klären, aber für alles andere brauche ich erstmal Abstand.
Über WhatsApp gab es trotzdem immer wieder Kontakt. Teilweise schrieben wir relativ normal miteinander, dann wurde es wieder sehr distanziert. Bei organisatorischen Dingen bezüglich unserer Tochter kam Kommunikation zustande, über uns selbst dagegen praktisch nicht.
Ich musste mir irgendwann eingestehen, dass ich insgeheim immer noch auf irgendein Signal von ihr gewartet habe.
Eine Nachricht. Ein Gespräch. Irgendeine Initiative, die mir zeigt, dass sie unsere Beziehung vielleicht doch noch nicht vollständig aufgegeben hat.
Dieser Schritt kam aber nicht.
Gleichzeitig wollte ich nicht anfangen jedes Verhalten, irgendwelche Social-Media-Posts oder andere Kleinigkeiten von ihr zu interpretieren und mir daraus Hoffnung zu bauen.
Deshalb entschied ich mich schließlich dazu, sie direkt zu fragen.
Ich schrieb ihr sinngemäß, dass ich gerne einmal in Ruhe persönlich mit ihr reden möchte. Nicht um sie zu irgendetwas zu überreden, sondern weil ich wissen möchte, ob wir beide grundsätzlich noch einen Weg miteinander sehen oder ob unsere Beziehung für sie wirklich endgültig beendet ist.
Ich sagte ihr auch: Wenn es für sie keinen Weg mehr gibt, brauchen wir dieses persönliche Gespräch nicht.
Mir war dabei wichtig, dass sie sich nicht für mich entscheiden muss.
Ich wollte eine ehrliche Entscheidung.
Wenn sie sagt, dass sie keinen Weg mehr sieht, möchte ich das akzeptieren, auch wenn es mir sehr weh tun wird.
Diese Nachricht habe ich gestern Nachmittag geschickt.
Seitdem kam darauf keine Antwort.
Inzwischen ist eine komplette Nacht vergangen und auch heute Vormittag hat sie sich dazu nicht geäußert.
Und genau dieses Schweigen macht mir momentan fast mehr zu schaffen als ein klares Nein.
Ein Nein würde mich vermutlich ziemlich treffen. Aber ich könnte es akzeptieren, anfangen loszulassen und mein Leben neu ausrichten.
Mit gar keiner Antwort hänge ich dagegen zwischen Hoffnung und Abschied.
Gleichzeitig merke ich durch dieses Warten etwas, womit ich vor ein paar Tagen noch nicht gerechnet hätte:
Je länger ich über unsere gesamte Beziehung nachdenke, desto mehr frage ich mich selbst, ob ich sie unter den bisherigen Bedingungen überhaupt zurückhaben möchte.
Ich habe alte Nachrichten von uns gelesen und dabei gemerkt, dass unsere Probleme eigentlich spätestens im März deutlich angefangen hatten.
Damals wollte sie mehr Nähe, mehr Liebe und mehr Paarzeit von mir. Ich war emotional noch nicht vollständig angekommen. Später habe ich mich geöffnet und versucht genau das zu verändern – und zu diesem Zeitpunkt hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sie sich zurückzieht.
Vielleicht haben wir uns also nicht erst mit der eigentlichen Trennung verloren, sondern schon Monate vorher langsam angefangen, uns gegenseitig nicht mehr zu erreichen.
Trotzdem liebe ich sie noch.
Und wenn sie mir heute sagen würde, dass sie grundsätzlich noch einen Weg sieht, würde ich dieses Gespräch führen.
Ich würde allerdings nicht einfach wieder mit ihr zusammenkommen und dort weitermachen, wo wir aufgehört haben.
Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht, was überhaupt passieren müsste, damit ein Neustart für mich Sinn ergibt.
Mein Gedanke wäre inzwischen, ihr eine Paartherapie vorzuschlagen.
Nicht mit dem Ziel, dass ein Therapeut unsere Beziehung um jeden Preis retten soll.
Sondern damit wir beide lernen unsere Bedürfnisse vernünftig zu kommunizieren, die Perspektive des anderen zu verstehen und herausfinden, ob wir überhaupt noch eine Beziehung miteinander führen können, in der sich beide wohlfühlen.
Vielleicht würden wir dadurch tatsächlich lernen besser miteinander umzugehen.
Vielleicht würde dabei aber auch herauskommen, dass unsere Vorstellungen von Beziehung zu unterschiedlich sind und wir als Paar schlicht nicht funktionieren.
Dazu gehören für mich auch Themen wie Vertrauen, Nähe, gemeinsame Zeit und Grenzen gegenüber anderen Männern.
Ich habe inzwischen verstanden, dass ich bestimmte Dinge nicht mehr einfach hinnehmen könnte. Gleichzeitig weiß ich, dass auch ich meinen Anteil an der Entwicklung habe und an meinen eigenen Reaktionen und meinem Vertrauen arbeiten müsste.
Ich möchte also nicht die alte Beziehung zurück.
Wenn überhaupt, würde ich gerne herausfinden, ob wir beide in der Lage wären, eine neue und bessere Beziehung miteinander aufzubauen.
Aber ich möchte nicht wieder derjenige sein, der alleine versucht eine Beziehung zu retten, die eigentlich von zwei Menschen getragen werden müsste.
Und genau deshalb würde mich die Meinung von Menschen interessieren, die emotional nicht mitten in unserer Geschichte stecken:
Seht ihr bei dieser Geschichte überhaupt noch eine realistische Grundlage für einen Neustart?
Oder versuche ich gerade etwas zu retten, das eigentlich schon länger vorbei ist?
Und wie würdet ihr mit ihrem jetzigen Schweigen auf meine direkte Frage umgehen?

x 1 #1


Worrior
@Daniel37
Aus meiner Sicht hatte dieses Revival nie eine Chance.
Diese Frau hat Dich betrogen als sie bereits euer gemeinsames Kind in sich trug.
Du hast ihr die Chance gegeben wieder in Dein Leben zu kommen.
Dein negatives Bauchgefühl war nicht unbegründet.
Was würdest Du von einem Mann halten der Dir so eine Geschichte erzählt?
Was würde eine wertige Frau davon halten wenn ihr ein Mann so eine Geschichte erzählt?
Trotz der Beziehung mit Dir wurden ständig Hintertürchen offen gehalten.
Du hast es geduldet, keine Konsequenz gezogen.
Du wartest auf Antworten?
Wie viele Antworten brauchst Du noch?
Hat ihr Verhalten denn nicht schon jegliche Frage beantwortet?

x 4 #2


A


Trennung nach langer Krise gibt es noch einen Weg ode

x 3


W
Hallo @Daniel37 , das hört sich nach ewigem Eierlauf an.
Push & Pull, heiß und kalt, wasch mich ohne mich nass zu machen.

Eine Verständnissfrage hätte ich :

Sie nutzt Tinder und macht ein Fass auf, weil Du Dich da auch angemeldet hast?

x 1 #3


hotte
Lieber @Daniel37 , herzlich willkommen hierund schade das du das gerade durchmachen musst.

Ich finde es sehr schön wie reflektiert du an die Situation herangehst udn auch deine eigenen "Fehler" siehst und eingestehst. Das Problem ist das ich euch beide Verletzungen zugefügt habt die euer Vertrauen nachhaltig beschädigt haben.

Zu dem Urlaub (in dem alles wieder gut lief) fällt mir ein das ihr da sehr viel Zeit füreinander hattet. Ich sehe bei dir ein Muster das ich von mir selber kenne.... wenn Ungewissheit im Raum steht fange ich an zu denken, zu interpretieren und meißtens das Schlimmste anzunehmen (Katasprohisieren). Ich weiß das dies mein Thema ist und wie schwer es ist diese GEfühle einfach auszuhalten. Die Anmeldung bei Tinder, selbst mit der Intention nichts anzufangen, gibt einem das Gefühl von Kontrolle zurück und das ist es letztenendes was uns fehlt.

Dummerweise bleibt es trotzdem ein Fehler (wie sagt man so schön, der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten). Du sagst selbst das du deiner Partnerin den Seitensprunge lange Zeit nicht vergeben konntest und machst dann selbst etwas das auch schon als "emotionales Fremdgehen" beschrieben wird. Was hast du gedacht wie deine PArtnerin darauf reagiert? Selbst wenn du ihr nur etwas vor Augen führen wolltest war "Auge um Auge" noch nie eine gute Methode um einen Konsens oder Frieden zu erzielen.

Ich sege bei euch ein großes Problem mit Vertrauen und Kommunikation. Die Paarberatung könnte euch helfen die Kommunikation in den Griff zu bekommen aber ob bei euch das Vertrauen wieder kommen kann weiß ich nicht.

Zu deinen Fragen:
Wenn BEIDE WIRKLICH wollen, gibt es immer eine realistische Grundlage für einen Neustart. Dafür müsst ihr in meinen Augen aber das Thema vertrauen angehen. Vetrauen bedeutet nicht Kontrolle... da ist ungefähr wie das Gedankenspiel... wenn du weißt das Gott existiert... kannst du dann noch "glauben"?

Du darfst dich ehrlich fragen warum du da etwas retten möchtest. Liegt es daran das du Angst vor dem alleinsein oder der Zukunft hast, weil du dich an etwas "gewöhnt" hast das du nicht mehr missen möchtest oder wirklich weil dir die Beziehung so viel bedeutet?

Tja, wegen dem Schweigen bin ich vermutlich der falsche weil ich, wie geschrieben, meine eigenen Probleme habe mit sowas umzugehen. ChatGPT würde mir jetzt raten nicht nachzuhaken wenn ich meinen Standpunkt/Wunsch klar gemacht und Gesprächsbereitschaft signalisiert habe.

Weiterführende Ratschläge:
1. Ich bin ein Bücherfan und vor kurzem habe ich das Buch "8 Gespräche die jedes Paar führen sollte" gelesen. Das Buch könnte etwas für euch sein wenn ihr es wirklich versuchen wollt.

2. Du kannst dich mal mit dem Thema "Beziehungstypen" beschäftigen. Aus deiner Erzählung würde ich dich mittlerweile ein eher "änglich gebundenen" Beziehungstypen sehen. Ob deine Partnerin eher vermeidend oder sicher gebunden ist kann ich nicht wirklich abschätzen aber auf jedenfall könnte da einiges der Dynamik zwischen euch erklärbar sein.

x 1 #4


Blindfisch
Zitat von Daniel37:
Noch während der Schwangerschaft fand ich heraus, dass sie mich mit einem anderen Mann betrogen hatte.

Genau hier hätte die Geschichte enden müssen. Das ist der Zeitpunkt an dem du anfängst dich nur um dich und deine Tochter zu kümmern. Ist sie deine leibliche Tochter? Geht sie fremd, ist der Neue ihre Nummer 1. Der neue Standard. Er steht über dir und du bis raus. Sie hat Ihren Gefühlen mehr Platz eingeräumt als das stabile Umfeld, gerade als werdene Mutter. Ich bin mir sicher das du nicht genau hingesehen hast, die RedFlags ignoriert hast. Kann passieren, ist schaize aber ein zweites Mal den Fehler begehen? Bitte nichts mehr retten! Doch, du musst Dich retten. Sie hat bisher dein Leben gefi....und du möchtest noch mehr davon? Es gibt so unendlich viele tolle und vor allem treue Frauen da draußen. Wenn du dich wieder zu einem Mann mit Selbstbewusstsein und klarem Verstand entwickelst, werden diese dich auch kennenlernen wollen.

x 4 #5


Daniel37
@Worrior ich kann es dir nicht beantworten. Ich denke es liegt daran das ich in meiner Vorstellung die kleine glückliche Familie sehe. Ich denke das ist der Grund was mich überhaupt da fest hällt.

x 1 #6


Daniel37
@Wirdschon sie hat es wohl von einer Freundin geschickt bekommen. Es war auf jeden fall ein Fehler. Ich weis es jetzt auch. Aber wie Hotte geschrieben hat, es gab mir Sicherheit!

x 1 #7


Daniel37
@hotte


Danke dir erstmal für die ausführliche Antwort. Gerade bei dem Thema Beziehungstypen musste ich tatsächlich etwas länger drüber nachdenken. Ich hab mich danach auch mal mehr mit dem ängstlichen Bindungstyp beschäftigt und erkenne mich da in einigen Punkten definitiv wieder. Vorallem dieses schlecht aushalten können von Ungewissheit. Wenn ich weiß woran ich bin, selbst wenn die Antwort unangenehm ist, kann ich damit wesentlich besser umgehen als mit diesem Schwebezustand.
Bei Tinder gebe ich dir grundsätzlich recht, das war ein Fehler. Ich würde aber bei einem Punkt widersprechen bzw. es anders einordnen. Es war für mich damals kein „Auge um Auge“ und auch nicht der Versuch ihr weh zu tun, weil sie mir weh getan hatte. Ich war frustriert, verletzt und wollte vermutlich tatsächlich irgendwo wieder das Gefühl haben, Kontrolle über die Situation zu bekommen. Das macht die Anmeldung nicht besser. Rückblickend hätte ich mit ihr reden oder mich aus der Situation rausnehmen müssen anstatt sowas zu machen. Was das bei ihr auslösen kann, habe ich in dem Moment schlicht nicht weit genug gedacht.
Deine Frage warum ich die Beziehung überhaupt retten möchte finde ich eigentlich am wichtigsten. Angst vorm alleine sein ist es glaube ich nicht. Natürlich macht mir die Vorstellung Angst, dass diese Familie so nicht mehr existiert. Aber ich merke gleichzeitig gerade, dass ich alleine funktionieren kann und mein Leben auch ohne diese Beziehung weitergeht. Trotzdem wünsche ich mir Jil zurück. Nicht weil ich irgendeine Beziehung brauche, sondern weil ich diese Beziehung mit ihr wollte und mir mit ihr eine Zukunft vorgestellt habe.
Allerdings möchte ich auch nicht einfach zurück zu dem Punkt vor der Trennung. Denn dann wären wir vermutlich in ein paar Monaten wieder genau hier. Genau deshalb kam für mich die Paartherapie ins Spiel. Nicht damit dort jemand entscheidet wer von uns Recht hat, sondern damit wir endlich lernen vernünftig miteinander zu kommunizieren und auch verstehen, warum bestimmte Dinge beim anderen solche Reaktionen auslösen. Und dann müsste man vermutlich erst schauen, ob das Vertrauen überhaupt wieder aufgebaut werden kann.
Das setzt natürlich voraus, dass beide das wirklich wollen. Und genau da liegt momentan das Problem. Ich habe ihr klar gesagt, dass ich grundsätzlich noch einen Weg sehe. Darauf habe ich bisher keine wirkliche Antwort bekommen. Ich werde deshalb jetzt auch nicht immer wieder nachfragen. Sie weiß wo ich stehe und wenn sie diesen Weg ebenfalls möchte, muss der nächste Schritt von ihr kommen.
Das Buch schaue ich mir übrigens mal an. Danke für den Tipp.

x 1 #8


hotte
@Daniel37

Kleiner Tipp, gerade bei längeren Texten vereinfach Absätze die Lesbarkeit enorm.

Die Antwort gefällt mir sehr gut weil ich das Gefühl habe das du dich nicht nur deiner "Angst" bzw. den "Sorgen" hingibst sondern auch die richtigen Fragen stelltst. Gerade das "Aushalten" ist aktuell das beste was du machen kannst.

Das mit dem Auge um Auge war nicht wirklich böse gemeint. Ich hatte das damals bei meiner Trennung als meine Ex irgenwelche "verletztenden" Memes in ihren status gepackt und habe dann auch angefangen solche Sprüche da rein zu packen bis mir bewusst geworden ist was und vor allem warum ich das mache.

Ich fand die Antworten der andere hier auch sehr interessant, insbesondere die Bewertung ob oder ob nicht.... ich gehöre zu den Menschen die oft zu lange warten und zu viele Chancen geben bevor ich etwas final abschreibe. Das muss nicht immer gut sein und so würde ich die anderen Aspekte mit einbeziehen.

Ein Nachteil in der aktuellen Situation ist das du gerade voll ausgeliefert bist. Sie entscheidet ob und wann sie antwortet. Du solltest dir auf jeden Fall eine art Grenze setzen. Etwas wo du sagst bis hier hin bin ich zu Kompromissen bereit aber nicht weiter. Das gilt auch dafür wie lange du ihr Zeit gibst zum Antworten.

Wenn du ihr irgendwann mal mitteilst wie schwer es dir fällt mit Stille umzugehen und sie das dann trotzdem quasi als Waffe einsetzt das ist das in meinen Augen auch wieder ein Thema das in den Bereich Respekt geht und das für mich nicht wirklich akzeptabel wäre.

x 1 #9


Worrior
Zitat von Daniel37:
@Worrior ich kann es dir nicht beantworten. Ich denke es liegt daran das ich in meiner Vorstellung die kleine glückliche Familie sehe. Ich denke das ...

Das wird ja aber nicht Deine Vorstellung einer intakten, funktionalen Beziehung sein?

Da ist keine Leidenschaft, Begierde und Anziehung die sie in der sieht, schon gar keine Liebe.
Du bist eine rationale, temporäre Option,
austauschbar wenn Du nicht mehr funktionierst.

Eine Frau die Interesse hat ein gesundes Familienleben mit Dir zu führen, wird nichts dulden was einen dunklen Schatten darauf wirft.
Du musst ihr nicht sagen dass störend und fragwürdig für Dich ist dass sie mit fremden Männern schreibt welche sie attraktiv finden.
Sie würde es von sich aus unterlassen.

Frag doch mal einen sehr guten Freund was er von der Sache hält und bitte ihn absolut ehrlich zu sein.
Es wird nicht kommen was Du vielleicht gerne hören würdest.

x 3 #10


W
@Daniel37 , ach so, eine Freundin hat ihr das gesteckt. Das kann man glauben, muss man jedoch nicht.

Schau, sie hat Dich schon betrogen und eventuell war sie auch lernfähig genug, diesen Vertrauensbruch für sich aufzuarbeiten. Nun stellen sich mir folgende Fragen.
1. hast Du Dein Innenleben konsequent aufgeräumt?
Mit Verlaub, es liest sich, was Ihren Betrug angeht, nicht so.
2. habt Ihr gemeinsam den Teppich aufgerollt und die darunter versteckte Gülle beiseite geräumt?
Oder eher Rosen darauf gepflanzt und weitergewurstelt? Sprich, kennt sie und dann auch Du die Verantwortung ihres Seitensprungs, den Grund und hat eine gemeinsame Aufarbeitung stattgefunden?

Kennst Du den Grund, warum Du Dich auf Tinder angemeldet hast und übernimmst Du die Verantwortung dafür oder wird das als „Blödsinn und geistige Umnachtung“ gestempelt?

#11


Daniel37
@hotte
Tut mir leid, ich bin noch nicht voll im Fokus. Das ganze ist jetzt gerade mal eine gute Woche her.


Ich weiß das ich lernen muss, dieses Gefühl der Unsicherheit oder der nicht vorhandenen Klarheit auszuhalten. Das ist für mich sehr schwer. Ich bin ein Typ Mensch der eigentlich immer gleich vorgeht: Problem > analysieren > beheben. Und wenn dann sowas kommt wie die aktuelle Situation, in der ich keine Kontrolle darüber habe ob oder wann sie schreibt, fällt mir das extrem schwer.


Ich denke das ich ihr morgen nochmal etwas dazu schreiben werde. Nicht um Druck aufzubauen oder eine Antwort zu erzwingen, sondern weil ich mich selbst irgendwann neu ausrichten muss und nicht unbegrenzt in diesem Zustand bleiben kann.


Meine Ex postet auch ständig irgendwelche Sachen auf Instagram. Ich like oder poste sowas nicht. Für mich geht es einfach niemanden etwas an ob ich gerade eine Trennung durchmache und ich möchte das auch nicht nach außen tragen.


Bei dem Chancen geben sehe ich auch ziemlich viele Ähnlichkeiten. Ich gebe Chancen um Chancen bis irgendwann wirklich gar nichts mehr geht, obwohl wahrscheinlich schon bei der ersten oder zweiten Grenze ein Punkt erreicht war, an dem ich viel konsequenter hätte sein müssen.


Ich muss auch gestehen, dass ich mich unmittelbar nach der Trennung bei Dating Portalen angemeldet habe. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, war das vermutlich wieder der Versuch ein Stück Kontrolle zurückzubekommen.
Ich hatte noch am gleichen Abend ein Match, wir haben etwas geschrieben und eigentlich würde jetzt ein Treffen anstehen. Ich bin mir aber mittlerweile ziemlich unschlüssig ob ich das überhaupt machen sollte.

Emotional hänge ich noch an meiner Ex. Ich möchte sie noch zurück, oder vielleicht auch eher die Vorstellung davon, wie es mit ihr sein könnte. Das kann ich momentan selbst noch nicht komplett auseinanderhalten.

Und solange das so ist frage ich mich, ob ein Treffen mit einer anderen Frau überhaupt fair ihr gegenüber wäre.

#12


A
@Daniel37 Bäääh, ganz ehrlich: schieß diese Frau für immer in den Wind. Betrügt dich während ihrer Schwangerschaft, schiebt eure Tochter zu dir ab, damit sie einen auf Party machen kann. Für mich hat diese Frau null Charakter und dein Wunsch nach einem heilen Familienleben wirst du mit der niemals realisieren können. Suche dir eine Frau, die deine Werte und dein Wunsch nach einem harmonischen Familienleben teilt.

x 2 #13


alleswirdbesser
Zitat von Daniel37:
@Worrior ich kann es dir nicht beantworten. Ich denke es liegt daran das ich in meiner Vorstellung die kleine glückliche Familie sehe. Ich denke das ...

Zitat von Daniel37:
@Worrior ich kann es dir nicht beantworten. Ich denke es liegt daran das ich in meiner Vorstellung die kleine glückliche Familie sehe. Ich denke das ...

Gerade dann…. beim Lesen hatte ich nur einen Gedanken, egal wie die ganzen Umstände als Paar sein mögen, ich würde mich nie wieder auf jemanden einlassen, der mir die komplette Verantwortung für das gemeinsame Kind überlässt, es schleichend zu 100% zu mir schiebt und während dessen feiern geht oder die Arbeit als Grund vorschiebt. Meinem Kind zuliebe würde so jemanden nie wieder einen Fuß in mein Nest setzen lassen, selbst wenn ich den Betrug hätte verzeihen können.

x 3 #14


Daniel37
@Worrior

Nein, natürlich ist das nicht meine Vorstellung einer intakten Beziehung. Gerade das Thema mit anderen Männern war bei uns auch immer wieder ein Konfliktpunkt und ich habe ihr ziemlich klar gesagt wo für mich Grenzen liegen.


Wo ich dir nicht ganz folgen kann ist bei der Aussage, dass sie keine Leidenschaft, Anziehung oder Liebe für mich empfindet und ich für sie nur eine temporäre Option bin. Vielleicht ist es so, vielleicht auch nicht. Ich weiß es schlicht nicht und genau dieses interpretieren versuche ich gerade nicht mehr zu machen.


Aber bei einem Punkt gebe ich dir recht: Ich möchte keine Beziehung führen, in der ich meinem Partner ständig erklären muss, welches Verhalten mein Vertrauen beschädigt. Selbst wenn wir nochmal einen Weg zueinander finden sollten, müsste sich daran grundlegend etwas ändern.
Und meine Freunde sagen alle sch. drauf, die ist es nicht wert.


@Wirdschon
Deine Fragen treffen tatsächlich einen ziemlich wichtigen Punkt.
Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht das ich mein Innenleben nach ihrem damaligen Betrug vollständig aufgeräumt hatte. Ich dachte lange ich hätte ihr verziehen, aber rückblickend war das Misstrauen nie vollständig weg. Bestimmte Situationen mit anderen Männern haben das dann natürlich immer wieder hochgeholt.
Und nein, wir haben das damals wahrscheinlich auch nicht so konsequent gemeinsam aufgearbeitet wie wir es hätten tun müssen. Wir haben viel darüber gesprochen, aber eine wirkliche strukturierte Aufarbeitung oder Paartherapie gab es nicht. Vielleicht haben wir tatsächlich eher wieder angefangen Rosen auf den Teppich zu pflanzen 😅
Bei Tinder wird mir der Grund mittlerweile auch klarer. „Geistige Umnachtung“ wäre wahrscheinlich die bequemere Erklärung, weil ich mich dann nicht weiter damit beschäftigen müsste.
Ich war verletzt, frustriert und hatte das Gefühl keinerlei Kontrolle über die Situation zu haben. Tinder hat mir kurzfristig genau diese Kontrolle zurückgegeben: Ich konnte mir selbst zeigen, dass ich theoretisch andere Möglichkeiten habe und nicht vollständig davon abhängig bin, wie sie sich entscheidet oder verhält.
Das erklärt mein Verhalten, entschuldigt es aber nicht. Ich habe mich dort angemeldet und dafür trage ich die Verantwortung. Rückblickend hätte ich mit meiner Unsicherheit anders umgehen müssen.

x 1 #15


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