Zitat von Artur65: Darauf hin meinte sie, das ich mich dann Trenn müsste. Mit dieser Aussage habe ich fast 6 Monate ohne was zu sagen weitergelebt. Dieses bewusst sein hat mich auch sehr belastet, weil eine Trennung so vielen Menschen weh tun würde, die mir wichtig sind, nicht nur meiner Frau und meinen Kindern, sondern auch meiner Mutter oder meinen Schwiegereltern und auch noch weitere.
Die Therapeutin hat dir also gesagt, dass eine Trennung aus ihrer Sicht die Lösung für dich wäre.
Meine Frage ist nun die Folgende: Du schreibst, dass du mit einer Trennung vielen Menschen wehtun würdest. Darunter auch zum Beispiel deiner Mutter und deinen Schwiegeltern.
Wie kommst du darauf?
Ich sehe das aus meiner Sicht so: Würde meine Tochter, die mir sehr nahe steht, mir sagen, dass sie seit vielen Jahren unglücklich ist in ihrer Beziehung, dann komme ich doch nicht auf die Idee, ihr zu sagen, dass eine Trennung
mich unglücklich machen würde.
Wie käme ich dazu? Es geht doch um
ihr Glück und darum, dass
sie unglücklich ist und es geht in dem Moment doch nicht um
mich und
meine Vorstellungen.
Ich muss doch außerdem diese Beziehung nicht aushalten, sondern sie.
Und wenn sie mir am Herzen liegt, dann rate ich ihr doch nicht von dem ab, was sie braucht und möchte, weil mir vielleicht etwas anderes vorschweben würde.
Wenn mir das Glück eines Menschen wichtig ist, dann rate ich ihm doch nicht von einer Trennung ab, nur weil es mir aus irgendwelchen Gründen nicht in den Kram passt.
Ist das bei deiner Familie anders?
Die müssen doch alle nicht mit dieser lieblosen Ehe leben, sondern du musst es.
Wieso glaubst du also, du müsstest auf eine Trennung verzichten, damit andere nicht leiden?
Und ob sie wirklich "leiden" würde ich mal stark in Frage stellen.
Zitat von Artur65: Der Verstand sagt eine Trennung ist Falsch, aber eigentlich die logische Konsequenz
Auch hier verstehe ich dich nicht so ganz. Wenn dein Verstand sagt, eine Trennung ist die logische Konsequenz, wieso sagt er dann gleichzeitig, dass sie falsch ist?
Das widerspricht sich doch.
Du erzählst, dass ihr eure Ehe seit etwa vierzig Jahren in dieser lieblosen Weise führt. Habe ich da richtig gerechnet?
Irgendwas scheint sich bei dir innerlich verändert zu haben, dass du das so nun nicht mehr willst. Bei deiner Frau hingegen nicht, die würde genau so weitermachen.
Ich glaube also nicht, dass sich da ernsthaft noch etwas ändern lässt. Vor allem, weil sie es ja gar nicht will. Ihr fehlt offenbar nichts.
Also ja: Wenn du dich nach Liebe, Zuwendung und körperlicher Nähe sehnst, dann vermute ich, dass eine Trennung unausweichlich ist.
Von deiner Frau wirst du das, wie ich es sehe, nicht bekommen.