Zitat von Maki:Darf ich fragen, wie euer jüngstes Kind die Trennung verkraftet (hat)?
Ja, klar.
Oberflächlich war es ganz O.K. für ihn - und er ist jetzt auch nicht psychisch auffällig geworden, in der Schule völlig eingebrochen oder so. Dafür bin ich sehr dankbar und ich hoffe, das bleibt so.
Aber: Er ist von unseren dreien das Kind, das die meisten Loyalitätskonflikte hatte und noch hat und es ist aus meiner Sicht ein großes Problem, dass mein Ex diese nicht sieht oder nicht sehen will bzw. abtut. Man spürt manchmal richtig seine (also K3s) innere Zerrissenheit und er tut mir so leid. Die Großen haben auch Loyalitätskonflikte, aber (a) sind diese durch die unterschiedlichen Wohnorte etwas entzerrt und (b) sind sie doch schon etwas erwachsener / reifer und können daher besser damit umgehen.
Für K3 fand und finde ich auch schwierig, dass seine große, lebhafte Familie in ganz kurzer Zeit auf einen Zweipersonenhaushalt geschrumpft ist, wobei er ein Kind ist, das ungern im Mittelpunkt steht und gerne in größeren Gruppen ist.
Zum Glück ist er hier recht gut vernetzt - hat einen guten Freundeskreis und ist allgemein auch ein Kind, das sich gut anpassen kann und bei anderen beliebt ist. Das ist auch der Hauptgrund, weswegen ich uns eine Wohnung in der Nähe unseres alten Familienzuhauses gesucht habe und nicht mit ihm an meinen Arbeitsort (anderes BL) gezogen bin, was sich für mich nach der Trennung natürlich angeboten hätte. Es ist geplant, dass wir so lange hierbleiben, bis K3 Abi hat - dann werden wir weitersehen.
Was aber bei uns entscheidend anders war als bei Euch: Bei uns war es keine einvernehmliche Trennung, sondern ein Warmwechsel quasi aus dem Nichts. Wenngleich es keinerlei Streit oder Drama vor den Kindern gab und zumindest von meiner Seite nie ein böses Wort fiel, werden sie schon kapiert haben, wie der Hase läuft. Zudem hat sich mein Ex in der Anfangszeit ein paar wirklich üble Klopper geleistet. Ich glaube, dass K3s Loyalitätskonflikte vor allem auch aus dieser Situation herrühren und dass die Voraussetzungen bei Euch, mit der einvernehmlichen Trennung, mit dem Wissen, "alles" versucht zu haben (Paarberatung etc.) und ohne Next, viel, viel günstiger sind als bei uns.
Das ist auch der Hauptgrund, weswegen ich Dir geraten habe, die Trennung jetzt zügig auch "offiziell" zu machen, wenn Ihr Euch sicher seid (soweit wie möglich, gewisse Zweifel gibt es vermutlich immer, wie viele schrieben). Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit vermutlich doch recht groß, dass eine/r früher oder später eine Affäre anfängt (oder direkt nach der Trennung in eine neue Beziehung wechselt) und dann wird alles so viel schwieriger, auch und gerade für die Kinder.