Yoffi
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Das sind doch zwei komplett unterschiedliche Ausgangssituationen und ich verstehe wirklich nicht, dass man zum einen sagen kann, dass der TE etwas schreckliches passiert ist (zurecht), gleichzeitig aber komplett negiert, dass ihm eben auch etwas schreckliches passiert ist, bzw das als so wenig wichtig erachtet, dass er sich zusammenreißen muss, anstatt dass man erkennt, dass er vielleicht auch Hilfe braucht oder eine Tasse gereicht bekommen müsste.
Jeder Mensch reagiert anders. Das Verhalten der TE ist nicht die Regel. Sein Verhalten ist nicht die Regel. Beide brauchen Hilfe und können sich aktuell keine Hilfe sein. Wer war für ihn da? Wurde im Krankenhaus ein Seelsorger angeboten? Wurde abseits der Partnerschaft mit ihm gesprochen und auf ihn geachtet?
Hier wird das Wegfahren nur als etwas für ihn schönes bewertet. Urlaub, Palmen, Cocktails? Es ist aber eben durchaus möglich, dass es einem Fluchtreflex entspringt, dass er die aktuelle Realität komplett ausblendet, ausblenden muss, weil er sonst z.b. Flashbacks bekommt. Das sind Schutzmechanismen unserer Seele, genauso wie die Schockstarre, in die manche geraten, wenn jemand anders ertrinkt und die deshalb in dem Moment unfähig sind zu helfen.
Es steht außer Frage, dass man das langfristig aufarbeiten sollte. Für sich, aber auch auf der Paarebene. Genauso wie es wahrscheinlich den ein oder anderen Amokläufer weniger gäbe, wenn die psychische Dynamik im Vorfeld auffällig würde und er Hilfe bekäme. Natürlich. Da kann man als Gesellschaft wütend sein und an die Vernunft appellieren, aber die meisten Menschen sind nicht von Grund auf schlecht, sondern sie wurden schlecht behandelt und haben nicht gelernt sich anders zu regulieren.