Zitat von Nalf: Ehe heißt für mich, das Leben gemeinsam zu bestreiten.
Absolut. Gemeinsam bedeutet aber nicht bereits nach einem Monat funktionieren, wenn beiden gleichzeitig etwas schlimmes passiert ist, sondern sich Zeit zu geben und zu verstehen, wie unterschiedlich man mit solchen Situationen, die ja beide bisher nicht kannten, umgeht.
Euer "gemeinsam" hier bedingt in erster Linie, dass ER funktioniert. Und nicht, dass beide ihren Weg GEMEINSAM finden.
Zitat von Nalf: Daraus zu schließen, dass er traumatisiert sein muss und Hilfe braucht ist reine Spekulation.
Ich habe das nicht daraus geschlossen, sondern als Möglichkeit in den Raum gestellt. Insbesondere dann (was bisher weiterhin nie beantwortet wurde!), wenn er vorher ein ganz anderer Mensch war.
Zitat von Nalf: Andererseits sprichst Du jedem Fachkunde und Empathie ab, der auch nur die Möglichkeit anspricht, dass Sabis Ehemann auch andere Handlungsmöglichkeiten hätte und sie bewusst nicht ergreift.
Ich habe niemandem irgendwas abgesprochen. Ich habe einmalig kommentiert, als von jemandem, die sich selbst als fachkundig beschrieb(!), geschrieben wurde, dass eine Traumatisierung sich so KEINESFALLS zeigen würde, dass das doch bitte erklärt werden solle. Also die Ausschließlichkeit kam nicht von meiner Seite. Der Hinweis auf ihre Fachkunde auch nicht. Die Erklärung blieb zudem aus, was den Einwand einfach ins Leere laufen ließ.
Zitat von Nalf: Aktuell muss Sabis Ehemann jedenfalls nicht mit negativen Konsequenzen für sein Handeln rechnen.
Doch natürlich kann er damit rechnen. Denn, ich wiederhole mich
🙄, sie kann sich weiterhin jederzeit trennen. Sie ist ja sogar bereits zu ihrem Vater gezogen. Woraus nimmst du also diese Feststellung?
Zitat von Nalf: Und warum ist die Theorie des abstoßenden Krankenhausgeruchs soviel lächerlicher als die einer Traumatisierung?
Ich weiß nicht, ob du mich hier weiterhin ansprichst. Wenn dem so ist: ich habe mich aus diesem Teil der Diskussion bewusst rausgehalten, weil er offensichtlich persönlich war. Gleichzeitig fand ich die Beiträge zum Geruch sehr interessant und habe da auch drüber nachgedacht. Ich denke Gerüche können sehr viel triggern. Ich stimme dem also eigentlich zu. Ich kenne auch viele Menschen, die es nicht aushalten ein Krankenhaus zu betreten.
Zitat von Nalf: Die meisten Menschen haben genug Resilienz und Über-Ich, um ihrem Partner nach einem lebensbedrohlichen Ereignis wie auch nach einem Krankenhausaufenthalt zur Seite stehen zu können.
Nein. Die wenigsten Menschen heutzutage und hierzulande haben viel Resilienz. Was man unter anderem daran erkennen kann, wie heftig und lange viele Menschen hier in konkret diesem Forum unter Trennungen leiden. Was völlig OK ist, ich bewerte das gar nicht. Aber es zeugt eben auch nicht von Resilienz. Mal abgesehen davon, dass die meisten von uns zwar selbst schon Liebeskummer hatten, und die Gefühle deswegen auch nachvollziehen können, die wenigsten aber schon einmal in einer Situation wie der Mann der TE waren. Deshalb sollte man sich da grundsätzlich mit Wertungen zurück halten denke ich.
Und ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass der Unterschied und das Trauma darin besteht, dass er bei dem Unfall dabei war. Und nicht darin, dass seine Frau erkrankt ist.
Zitat von Nalf: Daran schließt sich die Frage: Kann und will man sich eine Ehe leisten, in der der Partner keine Liebe/Disziplin/toxische Erziehung (mehr) zeigen kann?
Die Frage kann jeder für sich entscheiden. Die TE fragt hier nach Meinungen. Ich habe meine genannt, zudem meine Geschichte erzählt. Mehr nicht. Es scheint für viele unmöglich, sich in einer Beziehung so zu verhalten wie ich. Das ist völlig ok. Ok ist hingegen nicht, mich und meine Erfahrungen deswegen anzuzweifeln, wie es hier wiederholt passiert ist.
Zitat von Nalf: Haushaltshilfe und eigene begleitende Therapie fände ich persönlich zwingend.
Absolut. Und die Frage ist, wieso das nicht passiert ist? Wurden der TE Angebote gemacht? Hat sie diese abgelehnt, genauso wie sie ja schnell wieder arbeiten wollte? Oder haben die Ärzte versäumt sie richtig zu versorgen und das der überlasteten Familie überlassen?
Hier ist offenbar eine Lücke entstanden und das geht nicht zu Lasten des Mannes.
Mit dem Rest deines Beitrags gehe ich auf jeden Fall mit!