Zitat von Thomi: Meine Erfahrung ist, dass das Ehegelöbnis von gläubigen Menschen deutlich ernster genommen wird als von ungläubigen. Auch scheinen die Ehen besser zu funktionieren, weil eher das Wohl des Partners als das eigene im Fordergrund steht. Aber auch christliche Ehen sind vor Problemen nicht gefeilt. Nach meiner Erfahrung ist der Auslöser oft ein Problem mit sich oder mit dem Glauben. So wie ich dich verstehe, befindet deine Frau sich gerade in einer ausgesprochenen Sinnkrise. Sie scheint gerade alles, also Ehe sowie Beziehungen zu wichtigen Personen in Frage zu stellen. Natürlich trägt sie im Inneren einen Kampf mit Gott aus, denn sie weiß, dass Gründe wie du sie aufführst eigentlich keine Trennung rechtfertigen. In meinem Bekanntenkreis ist eine Ehe zum Glück eine Entscheidung, die über Egoproblemen steht und ist nicht zur gefühlten Beliebigkeit wie in "der Welt" verkommen. Ich nehme an, so wird es auch bei ihr sein
Hallo Thomi, vielen Dank für Deine Antwort. Alles was Du oben schreibst, trifft voll und ganz zu. Auch wenn mir der Trost und die Beiträge anderer Forianer gut tut, ist es natürlich noch hilfreicher, wenn man auf Gleichgesinnte trifft. Weil wir beide über 20 und mehr Jahre genau diese Ehe-Einstellung hatten, haut es mich und viele andere auch umso mehr um, dass sie sich plötzlich so verändert hat und anscheinend vieles jetzt rauslässt, was sie jahrelang in sich verschlossen hatte.
Zitat von Thomi: Ich glaube nicht, dass sie sich schon entschieden hat. Sie fühlt sich aber in ihrer Sinnkrise, die vielleicht auch hormonell bedingt ist, allein und verloren. Ihr geht es nicht weniger schlecht als dir, und ich würde dich gerne bestärken in dieser Zeit behutsam mit ihr zu sein, auch wenn es weh tut. Nicht umsonst gilt für uns, dass eine Ehe erst durch Ehebruch quasi gelöst ist.
Auch da bin ich ganz bei Dir. Ausser, das sogar ein Ehebruch vergeben warden kann, auch wenn dies ein biblischer Scheidungsgrund ware.
Ich gehe behutsam mit ihr um, d.h. egal was sie mir an den Kopf wirft, denke ich an die Korinther Liebe: Liebe erdultet alles, Liebe erträgt alles, Liebe hofft alles.
Wenn ich ihr allerdings aus dem Weg gehe, dann ist das mehr Selbstschutz. Denn meine Seele/Fleisch sind leider nicht komplett I der Unterordnung des Geistes, so wie es sein sollte. Daher kommen dann auch die Liebeskummer-Schmerzen.
Zitat von Thomi: Suche weiter Kraft im Glauben, bete für deine Frau und wenn es geht auch mit deiner Frau.
Ich bête täglich für Sie, dass Gott ihre Verletzungen heilt und ihr Herz wieder weich macht. Familie, Freunde tun das auch.
Gemeinsames Beten ist momentan leider nicht drin, da blockt sie momentan alles ab.
Zitat von Thomi: Eph. 5, 26.
Danke, schöner Vers.
Zitat von Thomi: Nicht selten gibt es eine tief sitzende nicht verarbeitete Narbe aus der Vergangenheit, evtl. auch aus der Zeit vor eurer Ehe. Vielleicht hast du sie mal sehr gekränkt es ist dir aber nicht bewusst.
Wie ich in meinem letzten Beitrag schon schrieb, hatte sie nicht die beste Kindheit. Aber auch ich habe sicher manchmal mit meiner emotionalen Art dazu beigetragen, dass sie verletzt wurde. Oft hab ich das selbst gar nicht wahr genommen.
Zitat von Thomi: Im Nachhinein wissen wir dann, wozu dieser Lebensabschnitt gut und wichtig war
Das gilt wohl für alle hier, die durch so eine Phase gehen. Wir warden sehen.
Vielen Dank nochmals für deinen Beitrag. Sehr ermutigend.