Zitat von Vivi01: Was ich damit sagen wollte ist nur, dass Menschen sich meistens nicht absichtlich gegenseitig verletzen wollen, sondern man oft nur ein Kollateralschaden der inneren Konflikte des anderen ist.
Ich wollte auch erst auf dein "alle Männer sind" reagieren, habe dann aber gesehen, dass du es schon revidiert hast.
Dennoch möchte ich mich mal auf diese Aussage beziehen, weil sie im Grunde für fast jede Trennung wichtig ist.
Ich glaube du hast natürlich Recht mit der Aussage und es gibt auch selten ein gut und böse. Kein Mensch steht ja morgens auf und denkt sich "Boah heute werde ich mich mal so richtig gemein trennen!".
Was es allerdings gibt ist charakterliche Schwäche und in Grunde denke ich, dass sehr viel Übles auf dieser Welt daher stammt. Wut ist oft einfach nur eine andere Art von Angst. Feigheit. Furcht.
Und genau deshalb finde ich solche Freifahrt Argumente nicht gut.
Konkret bei dem Beispiel hier: Der Mann wird sie nicht bewusst ausgenutzt haben, würde ich mal sagen.
...aber dennoch hat er es getan. Den Menschen ist dann in solchen Situationen immer nur das eigene Wohlbefinden wichtig und sie nehmen wissend (!) im Kauf, dass der andere Mensch, ein Mensch den man ja Mal geliebt hat, ein Mensch der einen in den meisten Fällen niemals etwas böses getan hat, das dieser Mensch unnötig mehr leiden wird, als es notwendig wäre. Das finde ich immer so ekelhaft an solchen Geschichten.
Um die eigenen negativen Gefühle so gering wie möglich zu halten wird jemand anderes, der ja nichts für meine negativen Gefühle kann, umso mehr verletzt. Das ist und bleibt feige und schwach. Völlig egal ob Frau oder Mann.
Hier: er hätte einfach konsequent zu seiner Trennung im dez 22 stehen müssen. Die Trennung war ligitim, wenn er so gefühlt hat. Aber dann ein Jahr so einen Tanz aufzuführen kann man ihm vorwerfen zumal wir hier ja nicht von einem ONS oder so reden. Es geschah alles wissend und willentlich.
Genau das ist übrigens auch oft der Grund warum viele Exen nach der Trennung vorschlagen Freunde zu bleiben. Weil sie ebenfalls Bindungschmerz haben und diesen lindern wollen - dass der andere darunter nur noch mehr leidet ist den meisten egal.
Und lustig: Sollte es ein Warmwechsel sein hört man komischerweise niemals "lass Freunde bleiben", weil ja schon eine neue Bindung am entstehen ist.
Der Andere dient solchen Menschen nur als Mittel zum Zweck.
Das soll nun auch alles nicht zu dogmatisch und kalt klingen und sicher gibt es viele Grautöne...dennoch scheint mir das doch oft der Regelfall zu sein, weshalb ich dieses "auch der Trennende leidet" verstehen uns zustimmen würde, aber es hat doch alles einen sehr faden Beigeschmack.
Zitat von Grätchen: Ist der Gedanke einer Trennung erst einmal konkret da oder die Trennung sogar schon ausgesprochen, gibt es oft (meistens?) kein Zurück mehr. Jedenfalls nicht, wenn man nicht wirklich hart an den Trennungsgründen arbeitet. Und wenn nicht mehr ausreichend Gefühle vorhanden sind, lohnt selbst das daran arbeiten nicht mehr.
Genau das ist auch der Grund warum Beziehungspausen immer sinnlos sind.
Und im Grunde auch dieses ganze "Ex zurück". Sowas kann nur funktionieren, wenn beide Menschen sich massiv verändert/entwickelt haben - aber wie häufig ist das? Gerade Menschen die gleich in eine neue Beziehung springen haben doch selten Motivation sich zu hinterfragen...