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Trennung verarbeiten und verstehen

M
@DieSeherin danke für deine Nachricht! Ich glaube, weil das nicht ganz klar wird aus meinen Nachrichten, sollte ich erwähnen, dass er nicht mein erster Freund war. Ich war vor ihm mehrere Jahre mit meinem ersten Freund zusammen bis ich mich getrennt habe. Er war mein zweiter Freund und es hat irgendwie alles gepasst. Wir hatten die gleichen Interessen, waren uns in unserer Art ähnlich, konnten gemeinsam unfassbar viel unternehmen und die Liebe hat sich wirklich sehr tief angefühlt. Bis er eben dem enormen beruflichen Stress ausgesetzt war ( es ging um ein Staatsexamen) und voller Überforderung zusammengebrochen ist, und mich fallen gelassen hat. Ich glaube auch nicht, dass da jemals eine andere Frau parallel im Spiel war, so jemand ist er nicht. Ich war zwar seine erste richtige Beziehung, wo es auch wirklich um Liebe ging und dass er noch nie so gefühlt hat, aber er hatte vor mir schon paar Beziehungsanläufe, die nach 2-3 Monaten daten gescheitert sind. Also wir hatten voreinander schon Menschen in unserem Leben. Zudem ist er auch ein paar Jahre älter als ich.

Es rechtfertigt dennoch nichts wie er mich letztendlich behandelt hat und eiskalt im Stich gelassen hat. Ich weiß, dass ich noch jung bin und trotzdem habe ich Angst niemanden mehr zu finden, in den ich mich wirklich verliebe. Ich will ja auch nicht irgendwen, sondern dass es sich richtig anfühlt. Mir fehlt eine Beziehung auch, vor allem nachdem ich durch meinen ersten Freund jahrelang Unterstützung erfahren habe und weiß wie toll es sein kann, einen stabilen Partner an der Seite zu haben. Gleichzeitig fällt es mir so schwer mich emotional wieder zu öffnen :/

#31


A
Zitat von Mini94:
Ich würde auch nicht mehr zu ihm zurück gehen, weil diese Verhaltensmuster sich auch nicht ändern.

Aber schau, du bist doch "zurückgegangen". Nur auf eine andere Weise, nicht mehr als Paar. Aber doch hast du Rückschritte gemacht.

x 1 #32


A


Trennung verarbeiten und verstehen

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S
@Mini94
Ich würde erst einmal alles ,was noch in mir rumort , zu Ende fühlen. Danach kommt der Mut und auch die Lust es noch einmal zu probieren. Wenn du noch mal auf so jemanden treffen würdest, würdest du viel schneller bemerken, wenn es nicht gut ist. Du hast jetzt die Erfahrung, dass eine Trennung überlebt wird.

#33


A
Zitat von Mini94:
Ich weiß, dass ich noch jung bin und trotzdem habe ich Angst niemanden mehr zu finden

Das verstehe ich sehr gut. Es ging mir in jungen Jahren auch so. Die Zukunft ist ungewiss, die Vergangenheit vorbei. Was zählt, ist nur das heute.

Ich hoffe, du richtest dir dein heute an diesem Wochenende so ein, dass du Freude, Entspannung, Zufriedenheit oder zumindest Ruhe erleben kannst.

#34


S
@Mini94


Zitat:
Auf Gefühlsebene war es für mich damals aber sehr verletzend


Zitat:
und ich merke immer noch wie ich unter dieser Bindungsverletzung leide.



Zitat:
Ich habe ihm sehr vertraut, ihm geglaubt und mich emotional wirklich tief eingelassen,

Es gibt den Begriff des „Verratstraumas“……. Nicht jede Erfahrung ist ein Trauma , aber oft wird diese Erfahrung unterschätz was es IN einer Person anrichten kann.



Zitat:
Seitdem fällt es mir wirklich schwer mich emotional zu öffnen
und ich weiß nicht, wie ich mich nochmal auf jemanden einlassen soll.
Ich habe so Angst davor wieder verletzt zu werden.
Ich habe dem falschen Menschen so sehr vertraut, was ist wenn ich mich nochmal so verschätze?

Hier beschreibst du sehr genau, die Folgen von einer traumatischen Erfahrung , Trauma Typ II , ein man Made Desaster.

Die Betroffene Person hat kein Vertrauen mehr in die Welt , in die Menschheit ! Durch das erlebte.

x 1 #35


M
@Sincerite zu Ende fühlen ist ein gutes Stichwort, weil mir fühlen nicht leicht fällt. Ich rationalisiere ständig alles und versuche mir durch übermäßiges denken und analysieren selbst Sicherheit zu geben und die Kontrolle zu behalten. Natürlich führt das zur übermäßigen Erschöpfung für meinen Kopf und Nervensystem. Aktuell versuche ich mir selbst immer stop zu sagen, wenn ich Situationen zu viel analysiere und die Gefühle einfach mal zuzulassen. Das endet meistens darin, dass ich dann anfange zu weinen und irgendwie dachte ich, dass ich in Vergangenheit doch genug geweint hätte.

x 1 #36


M
@Akelei76 ich mache wirklich das beste aus meinem Leben. Ich versuche im hier und jetzt zu leben, ich studiere, arbeite, habe meine Freunde, mache Sport, reise. Ich habe unfassbar viele Privilegien und ich arbeite auch immer hart an mir und meiner Zukunft. Trotzdem überkommt mich manchmal die Angst. Die Angst vor Verletzung, vor Einsamkeit, vor dem Unglücklichsein.

#37


M
@Scheol ich habe auch öfter darüber nachgedacht, ob es wirklich im Ausmaß so traumatisch war. Und ja ich glaube es war es irgendwie schon. Neben dem Verrat, war es auch in Bezug auf alle anderen Umstände die instabilste und schlimmste Zeit in meinem Leben. Ich habe durch die Trennung dann zusätzlich extreme Unsicherheit erlebt, sodass ich wirklich nur noch funktioniert habe, um meine Aufgaben und den Alltag zu bewältigen.

#38


S
@Mini94

zu Ende fühlen ist ein gutes Stichwort, weil mir fühlen nicht leicht fällt.

Zitat:
Ich rationalisiere ständig alles und versuche mir durch übermäßiges denken und analysieren selbst Sicherheit zu geben und die Kontrolle zu behalten.

Overthinking wo her kommt das verhalten ?

Sicherheit zu geben und die Kontrolle zu behalten , zeigt ja das du „Angst“ , „Bedenken“ hast die Kontrolle zu verlieren.


Zitat:
Natürlich führt das zur übermäßigen Erschöpfung für meinen Kopf und Nervensystem.

Was auf die Vermutung von mir hindeuten würde , das das System noch auf Alarm ist.



Zitat:
Aktuell versuche ich mir selbst immer stop zu sagen, wenn ich Situationen zu viel analysiere und die Gefühle einfach mal zuzulassen. Das endet meistens darin, dass ich dann anfange zu weinen und irgendwie dachte ich, dass ich in Vergangenheit doch genug geweint hätte.


Bist du so angespannt das du zittern musst ?


Zitat:
ich mache wirklich das beste aus meinem Leben.
Ich versuche im hier und jetzt zu leben,




Zitat:
ich studiere, arbeite, habe meine Freunde, mache Sport , reise.

Du hast ja nun schlechte Erfahrung mit einem Mensch gemacht…..

Wenn du beim Reiten vom Pferd fällst , und nicht wieder auf das Pferd steigst , kann sich einprogrammieren das ALLE Pferde Schlecht sind und ich ja vom jeden Pferd runterfallen könnte. Also gehe ich in die Vermeidung.

Also steigt man wieder auf das Pferd im besten Fall und überschreibt den Sturz mit guter Erfahrung und mit Seinem eigenen Handeln ( du vertraust dir wieder )

Deshalb ist es wichtig , sich mit normalen sozialen Menschen zu umgeben jetzt.

Schlechte Erfahrungen ( der Ex ) kann man mir mit einem guten Erfahrungen überschreiben ( Freundeskreis der gut sozial ist )

Sport ist Körperarbeit , und Körperarbeit hilft das Zuviel an Energie im System raus zu arbeiten.

Reisen würde ich sagen hat was mit Selbstbewusstsein zu tun das man auf seine Ressourcen zurück greifen kann. Viele ziehen sich zurück und bleiben zuhause in ihrer Safe Area. Deshalb ist das Reisen in meinen Augen auch sehr wichtig.


Zitat:
Ich habe unfassbar viele Privilegien und ich arbeite auch immer hart an mir und meiner Zukunft.



Zitat:
Trotzdem überkommt mich manchmal die Angst. Die Angst vor Verletzung, vor Einsamkeit, vor dem Unglücklichsein.

Du machst das Schon ganz gut wie du unbewusst gegensteuerst. Bleib weiter in deinem Vertrauen.

Zitat:
ich habe auch öfter darüber nachgedacht, ob es wirklich im Ausmaß so traumatisch war. Und ja ich glaube es war es irgendwie schon.

Eine Situation ist ein subjektive empfinden wie schlimm die Situation für ein selbst ist.

Eine Person wird Überfallen mit einer Pistole und die Person wird danach nicht mehr die sein , die sie da vor war.

Eine andere Person in der selben Situation, sagt zu dem Täter , man verpiss dich , oder wirft ihm gelassen das Portmonee vor die Füße, und der hat danach nicht, nur das er sich ärgert das es passiert ist.


Ein Trauma ist eine Situation, wo sich die Person , der Situation gegenüber Stark ohnmächtig fühlt oder in seiner Existenz bedroht fühlt , und die Ressourcen der Person nicht ausreichen um mit der Situation klar zu kommen.

Also die Person aus dem eigen emotionalen Fenster schießt. Alles was aus dem Rahmen geht , sind wir bei Trauma.

Trauma = Seelen Wunde


Zitat:
Neben dem Verrat, war es auch in Bezug auf alle anderen Umstände die instabilste und schlimmste Zeit in meinem Leben.

Instabil ist ja meist Push & pull Dynamik , wo das Gehirn nicht hinterher kommt warum man nun liebevolle und danach irgendwie auf Ablehnung stößt.

Zitat:
Ich habe durch die Trennung dann zusätzlich extreme Unsicherheit erlebt, sodass ich wirklich nur noch funktioniert habe, um meine Aufgaben und den Alltag zu bewältigen.

Das hier kann dir starre , das erstarren sein , eine traumafolgestörung,…..
fight Modus
Run Modus
Fawn Response

Und das erstarren , was aber nicht bedeutet das die Person still da sitzen muss , sondern es kann auch funktional sein. Das fällt auch darunter.

#39


S
Zitat von Mini94:
dass ich in Vergangenheit doch genug geweint hätte.

wenn du genug geweint hast, dann hört es von alleine auf. Mir hat noch geholfen, dass ich versucht habe, diese Gefühle in Worte zu fassen. Außerdem habe ich nachgesehen, ob es Parallelen zu meiner Kindheit gibt.

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M
@Scheol ich denke, dass ich generell ein Gehirn habe, dass sehr analytisch funktioniert. Ich overthinke viel und versuche mir dadurch Sicherheit zu erdenken, indem ich alles analysiere und auf jedes Szenario eingestellt bin, um ja nicht verletzt zu werden. Da spielt viel Angst mit rein. Ich habe wirklich erkannt, dass ich versuche meine Gefühle immer wieder wegzudenken. Ich glaube auch, dass mein System noch auf Alarm ist, einfach weil ich es nicht schaffe wirkliche Sicherheit zu spüren. Ich bin schon oft angespannt, aber zum Glück kein Zittern. Ich weiß, dass die Erfahrung nur mit einem Menschen war, aber das war so ein schlimmer Bruch. Ich habe Angst, dass ich wieder so intensive Gefühle erlebe und eigentlich alles schön ist, bis mein Partner wieder von dem einen auf den anderen Tag ein anderer Mensch ist. Er war so liebevoll und auf einmal so kalt, ich hätte nichts Tun können, ich hatte nur das Gefühl von Ohnmacht. Ich stoße da auch immer wieder auf meine Grenzen, wenn ich mir versuche sein Verhalten logisch zu erklären. Da war überhaupt nichts logisch, nichts hat Sinn gemacht, alles war und ist widersprüchlich. Ich glaube nicht, dass er bis heute das Ausmaß seines Verhaltens verstanden hat oder wirklich verstanden hat, dass er das Problem ist. Er denkt, dass er reflektiert wäre, aber ist er keineswegs. Da habe ich jedoch schon lange aufgegeben ihm die Welt zu erklären. Hier geht es um mich und die Folgen, die ich dadurch trage. Ich habe wirklich Angst wieder an so widersprüchliches Verhalten zu geraten. In Bezug auf das Pferdebeispiel begegnet mir auch kein neues Pferd, wo ich überhaupt die Erfahrung machen könnte, dass man jemandem vielleicht doch wieder vertrauen kann und je länger Zeit vergeht, desto schwieriger wird es für mich, mich auf emotionale Ebenen zu begeben. Ich versuche positiv durch das Leben zu gehen, aber mein Schmerz geht nicht vollständig weg und rührt mich immer wieder zu Tränen. Wie viele hier frage ich mich, womit ich das verdient habe und natürlich auch, warum er mir das angetan hat.

#41


M
@Sincerite ich denke bezüglich meiner Bindungsmuster und meiner Art mit Situationen umzugehen gibt es auf jeden Fall parallelen zu meiner Kindheit. Ich habe schon als Kind und Jugendliche viel hinterfragt und versucht Dinge immer rational und sinnvoll einzuordnen. So richtig mit Gefühlen umzugehen, habe ich nicht gelernt. Ich werde auch generell auf emotionaler Ebene recht kalt von meiner Familie aufgenommen.

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S
@Mini94
Immer wenn ich erkannte, dass ein Gefühl aus der ExBeziehung auch in meiner Vergangenheit vorkam, z.B. ich fühlte mich nicht mit meinem Inneren gesehen in der ExBeziehung und auch in der Kindheit, dann habe ich den Verlust aus meiner Kindheit beweint. Dann wurde der Schmerz erst noch einmal stärker und flachte dann aber ganz ab.

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M
@Mini94 leider sind Menschen eben sehr widersprüchlich und das habe ich kürzlich auch schmerzlich erfahren müssen.

x 1 #44


M
Aktuell weine ich sehr oft, damit ich meine Emotionen rauslasse und versuche sie nicht wegzudenken. Mein Alltag wird dennoch durch immer wieder aufkomme Gedanken etwas eingeschränkt. Egal wie schön der Tag ist, oder wie sehr ich mein leben lebe, mir kommt alles, was passiert ist, ständig wieder in meinen Kopf und es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht daran denke, was ich da eigentlich erlebt habe. Ich weiß irgendwie nicht so richtig damit umzugehen und verstehe nicht, wieso er mir das angetan hat. Irgendwann müsste doch mal genug Zeit vergangen sein oder?

x 1 #45


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