Ehemaliger User
Gast
@ engelsfluegel,
Die Lösung, die du mit deinem Ex gefunden hast, ist natürlich die beste für alle Beteiligtem, insbesondere für die Kinder. Aber, wie du selbst geschrieben hast, ist so etwas in der ersten Trennungsphase kaum möglich. Da gibt es einfach noch zu viele Schmerzen, Anschuldigungen und Vorwürfe. Und selbst später hängt es wohl davon ab, wie die Trennung abgelaufen und ob in der Zwischenzeit nicht schon zu viel Porzellan zerschlagen worden ist. Ausserdem gibt es ja wirklich Menschen, die denjenigen, mit dem sie viele Jahre ihres Lebens verbracht haben, nur noch fertig machen wollen (siehe TabSel).
Meine Ex und ich haben uns erstmal auf die 14 Tage-Regelung geeinigt, weil wir beide somit wissen, wo wir dran sind und ich mich nicht jedesmal melden muss, bevor ich meine Kinder abholen will. Ich hatte sie aber auch schon manchmal unter der Woche und kann das auch jederzeit wieder tun (insofern meine Ex das weiterhin zulässt und unser Streit nicht doch irgendwann ausartet).
Nur, ich möchte die Kinder zur Zeit nicht öfters sehen, weil wir uns alle an die neuen Situation gewöhnen müssen. Ich habe ja schon geschrieben, wie schlecht ich mich fühle, wenn ich sie abends zurückbringe, aber andererseits ist meine Tochter sehr hin und hergerisssen und was würde es da nützen, sie noch mehr durcheinander zu machen. Das alles braucht seine Zeit und diese Zeit möchte ich mir selbst, aber auch meinen Kleinen geben.
Ausserdem will ich meine Ex auch mal 2 Wochen lang nicht sehen, weil ich mich jedesmal schlecht fühle, nachdem ich sie getroffen habe. Das ist so eine Art Selbschutz und wird mir, glaube ich, bei der Verarbeitung weiterhelfen. Es geht mir inzwischen schon ziemlich gut, aber nur, wenn ich ihr aus dem Weg gehe.
Es gibt Tage, da tue ich mich schwer, ihr einfach nur in die Augen zu schauen und möchte am liebsten weglaufen.
Ich glaube aber fest daran, dass ich eines Tages wieder mehr oder weniger normal mit ihr umgehen kann und dass wir beide unsere Probleme nicht auf dem Rücken der Kleinen austragen werden.
@Gerd,
Sehr interessant was du über die Kinder gepostet hast. Mir ist dieser Gedanke auch schon gekommen, dass sie im Erwachsenenalter möglicherweise nicht dankbar dafür sein werden, wie sehr wir Väter uns um sie bemüht haben. Aber ich glaube, das sollte uns nicht dazu veranlassen, uns weniger für sie einzusetzen. Wie stehen wir denn heute zu unseren Eltern? Finden wir es nicht auch selbstverständlich, was sie damals alles für uns getan haben?
Aber dennoch glaube ich, dass wir gerade dadurch, dass wir zeitweise allein für unsere Kinder verantwortlich sind und sie uns nicht mehr oft sehen, wir als Vater etwas Besonderes für sie werden, vielleicht mehr, als wenn alles normal weiter gelaufen wäre. Vielleicht ist das auch der letzte Strohhalm, an den ich mich klammere, aber immerhin gibt er mir Kraft.
Und selbst wenn die Kinder sich später einmal von uns abwenden oder unseren Einsatz nicht anerkennen: das was ich jetzt mit ihnen erlebe, gibt mir sehr viel und daran halte ich mich fest.
LG
taka