Hallo,
lieber Gerd, das was Du oben beschreibst, wie das ist, wenn man die Kinder nur noch alle zwei Wochen sieht, das ist so absurd. Ich neige ja zur Theatralik aber für mich fühlt sich das alle zwei Wochen und einmal unter der Woche so an als würde ich sterben. Nach meinen Umgangswochenende bin ich für ein, zwei Tage gesellschaftsunfähig. Aber das schlimmste daran ist, dass ich das Gefühl habe meinen Kindern eine Insel zu bieten, einen Ruhepol. Die Exe unternimmt alles um den Umgang nach Ihren Wünschen zu gestalten. Ich füge mich, aus Rücksicht auf die Kindern. Die Kinder leiden und ich kann Ihnen nur alle zwei Wochen eine Hilfe sein. In Ihrer Not wenden Sie sich demjenigen zu, dem sie sich am sichersten sind, Ihrer Mutter, die mich wieder damit konfrontiert, die Kinder wollen nicht zu mir und nützt dies, um den Umgang einzuschränken, um die Kinder "zu schützen"... Droht mir mit Polizei, Anzeigen wegen Kindesentführung, wenn ich Sie nicht pünktlich um 17:00 zurückbringe, alles vor den Kindern, reißt mir die zwerge aus dem Arm und knallt mir die Türe vor der Nase zu, um Streit zu verhindern. Dient ja alles dem Kindswohl... Es ist besser so, für die Kids... Und meine Tochter kriegt mal Weinanfälle, wenn ich Sie zu Mama bringen muß und mal freut Sie sich, wieder zu Mama zu dürfen. Sie ist hin und hergerissen und ich kann nichts machen, als mich zu fügen und Ihr in den paar Stunden, wo wir uns sehen dürfen Ruhe und Zuwendung zu geben. Ist ja auch ganz einfach, alle zwei Wochen wieder "von vorn" anzufangen, nachdem man zwei Wochen zuvor gestorben ist... Und vereinbare das mal mit Deinem Gewissen, die Kinder "loszulassen", Dich von Ihnen zu "verabschieden". Wir, meine Kids und ich, haben ein "Geheimnis": der Papa hat Euch lieb und ist immer für Euch da... eigentlich ein Hohn... aber unser Geheimnis entlockt meinem Mädel immer mindestens ein Lächeln

Auf die Bedürfnisse der Kids, z.B. mal wieder bei Oma und Opa zu übernachten, mal wieder ins Schwimmbad zu gehen, wird nicht eingegangen. Das kann ich ja machen, wenn es meine Umgangszeiten sind. Da sehe ich also meine Zwerge alle zwei Wochen mal länger als ein paar Stunden und dann übernachten Sie bei meinen Eltern, weil Sie es sich so wünschen und ich sitz an meinem "Umgangswochenende" allein zu Haus und flenn und kotz mir die Galle aus der Seele... Ohnmacht. Ich bin hin- und hergerissen, krieg schlechtes Gewissen, wenn sich die Kids bei mir mal langweilen, auf der anderen Seite will ich ja auch erzieherischen Einfluß ausüben und Sie animieren, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Schlechtes Gewissen, gefällt's Ihnen denn dann überhaupt bei mir?, wollen Sie irgendwann gar nicht mehr zu mir? Gegen das zweiwöchentliche Hochgefühl, Ihr Strahlen zu sehen und zu hören, wenn ich Sie abhole, wenn Sie mir lauthals vor der verschlossenen Türe zuschreien "Papaaa"...
Unsere Trennung ist nun bald 1,5 jahre her... Über meine Ex bin ich hinweg. Sie schleift mich vor Gericht, will, dass ich Ihre Prozesskosten bezahle für eine Scheidung die ich nie wollte, und das, obwohl Sie erwiesenermaßen mehr Unterhalt erhält, als Ihr zustünde. Auch das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Auf der einen Seite steck Ich Ihr das Geld in den Ar., auf der anderen Seite doch nur deswegen, damit meine Kids den Lebensstandard wie während unserer Ehe haben können... Alles was ich unternehmen würde, um mehr Umgang kämpfen, weniger Unterhalt zahlen, um meine Bedürfnisse kämpfen, würde den Kindern schaden. Mir sind die Hände gebunden... Sie ist stinkfreundlich, als wär nix, und ich red kein Wort mehr mit Ihr, wird mir eh nur immer im Hals rumgedreht, dann heißt's ich sei emotional noch zu sehr verbunden etc. und wenn ich nicht aufpass, könnte mir das Sorgerecht entzogen werden... Wenn die Eltern nicht mehr miteinander reden können... Ich nehm jetzt einmal die Woche unbezahlten Urlaub, weil ich meine Kids nur noch einmal die Woche von 12:00 bis 19:30 Uhr sehen "darf" - wie das schon klingt. Wer gibt Ihr das Recht, meinen Kids vorzuschreiben, wann Sie mit Papa zusammensein dürfen? Und was kann ich als Vater dagegen unternehmen? Mit der Polizei oder dem Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen und um herausgabe der Kinder bitten? Ohnmächtig. Ausgeliefert. Gefügig. Zum Wohle der Kinder. Aber trotz der neuerlichen vier-Tage-Woche zahle ich den gleichen Unterhalt, den es würde ja meinen Kids schaden, wenn ich weniger zahlen würde...
An die Zukunft mag ich gar nicht denken. Ich komm zwar mit meinem Single-Leben sehr gut klar. Lebe zwar sehr zurückgezogen, hab beim besten Willen keine Lust auf Gesellschaft oder Diskussionen, Gespräche... Mir taugt das Eremiten-Leben so. Wenn's mal so weit sein sollte und sein muß, dann komm ich schon wieder aus der Höhle. Aber dafür hab ich grade echt kein Bedürfniss...
Mann, jetzt hab ich mich ja grad ergossen. Da merkt man mal, was sich so alles anstaut. Worüber ich gar nicht mehr reden will. Hier kann niemand "Ja, aber..." sagen oder "Du mußt..." oder... hier kann ich einfach schreiben. Das hab ich getan. Und es tat gut.
Danke für's Zuhören
