Brausekopf
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Ich habe ein Kleinkind , bin schwanger im 6. Monat, habe mich im Herbst von meinem Ehemann getrennt, weil dieser wirklich schlimm gelogen hat in den letzten Jahren. Das habe ich schon lange geahnt und ich habe mich schon länger emotional von ihm distanziert.
Wir haben seit der Trennung fast nur gestritten und quasi Krieg geführt, was uns alle an unsere Belastungsgrenze geführt hat. Er wohnt noch in der gemeinsamen Wohnung, aber wird laut eigener Aussage ausziehen, wenn er eine Wohnung findet.
Das alleine ist schon belastend genug, weil da in den letzten Monaten so viel kaputt gegangen ist und weiter zusammen wohnen ist halt auch eher ungesund auf Dauer.
Ausserdem habe ich mich parallel im Herbst in einen anderen Mann verliebt, der mir glaubhaft vermittelt hat, dass er sich eine Zukunft mit mir wünscht und seine Ehe eh nur noch wegen den Kindern besteht. Wir haben sehr viele Berührungspunkte im Alltag (Kita, Kirchengemeinde, Spielplätze usw, wir wohnen nah beieinander -->gleicher Lebensraum).
Unter Tränen hat dieser andere Mann mich angefleht, ihm etwas Zeit zu geben bzgl der Trennung von seiner Frau (kurz vor Weihnachten, fand ich auch total okay, ich habe ihm da keine Deadline gesetzt, dass er sich trennen will, kam auch ohne dass ich danach gefragt habe) und mir gesagt, wie sehr er mich liebt.
Er hat at auch Außenstehende eingeweiht. Hat seine Kinder und mich bewusst zusammengeführt, mir immer wieder versichert, dass wir zusammengehören. Hat Pläne gemacht, auch für mein ungeborenes Kind, halt alles was so langfristig zu einer Patchworkfamilie dazugehört . Das volle Programm.
Mein Noch-Mann hat in dieser Zeit mehrfach in mein Handy gesehen, Fotos von meinen Chats mit dem anderen Mann gemacht und an die Ehefrau geschickt.
Auch dort sind drei Kinder involviet und der Mann, in den ich mich verliebt habe, hat innerhalb weniger Tage alle Brücken zu mir abgebrochen und mich verlassen, obwohl er noch so froh war, dass alles raus ist und mir versichert hat, dass wir das schaffen, weil wir zusammengehören.
Dass er sich in mich verliebt hat, hat er dann noch seinen Kindern, in der Schule und in der Kita erzählt.
Die Beziehung zu mir konnte er aber nicht direkt und fair beenden. Plötzlich war er quasi verschwunden.
Das alles hat dazu geführt, dass ich wegen psychischer Überlastung und Angst vor einer Fehlgeburt im Krankenhaus gelandet bin.
Bei unserer letzten Begegnung dann kurz vor Weihnachten, zu der man ihn wirklich drängen musste sagte er, er hat den Kontakt abgebrochen, meine Nummer blockiert, wohl auf die Bedingung seiner Frau hin, dass Trennung und Scheidung und alles um die Kinder friedlich verläuft.
Er ist so kaputt, er weiß nicht wer er ist, er vermisst aber jede Sekunde mit mir, allerdings braucht er jetzt nur Zeit für sich zum sammeln, will mich nicht warm halten. Und dass wir uns da noch mal kurz getroffen haben nach ein paar Tagen Stille verstößt gegen die Auflage seiner Frau. Das alles sagte er zitternd und Tränen unterdrückend. Er konnte aber auch nicht sagen, dass er mich nicht liebt. Das war's.
Ich hatte die Wochen danach natürlich noch eine leise Hoffnung, dass er sich meldet und wir einen Weg finden. Ich wäre auch zwanzig Schritte zurück gegangen mit ihm.
Seit dem hat er sich nie wieder bei mir gemeldet.
Einer anderen Mutter aus der Kita sagte er dann, dass er einen sehr harten Schlussstrich ziehen musste, dass es für ihn aber die richtige Entscheidung war und er jetzt alles aufarbeitet.
Mittlerweile weiß ich, dass seine Frau schwer depressiv ist und suizidgefährdet ist. Und ich war nicht seine erste Fremdliebe.
In der Kita ist er zu einigen Eltern hin um denen die ganze Story zu erzählen und mich als den größten Fehler seines Lebens zu platzieren. Angeblich hat er mir das auch klar gesagt.
Er bringt das jüngste Kind seit Wochen immer so, dass wir uns dort morgens nicht mehr begegnen müssen.
Was ich so schlimm finde ist, dass er sich jetzt noch so benimmt und noch alles breit tritt. Das ist doch für alle Beteiligten schmerzhaft genug. Und ich kann ihm meine Meinung nicht sagen, da er ja überall blockt. Ich kann ihn schlecht zwingen.
Es tut sehr weh, ich habe ihm geglaubt und vertraut.
Ich habe mich emotional auch auf seine Kinder eingelassen.
Ich habe ihm auch geglaubt, dass seine Ehe schon seit Jahren für beide eigentlich gelaufen ist.
Ich habe so viele Fragen im Knopf, die ich nie an der richtigen Stelle loswerden kann. Ich kann ihn nicht zum Gespräch zwingen und der aktuelle Status macht ein Gespräch sinnlos.
Das ist trotzdem zermürbend.
"Es ist vorbei, ich liebe dich nicht" wäre wohl zu viel verlangt gewesen, damit ich das verstehen und begreifen kann.
Er wusste doch, dass ich mit Hoffnung zurückbleiben werde. Und wie sehr ich deshalb leiden würde, war ihm auch klar.
An jeder Ecke hier in der Gegend kommen Erinnerungen hoch. Abstand ist eigentlich nicht möglich. Es sind auch viele Leute informiert, was natürlich auch unangenehm ist. Ich kann ja schlecht einen Aushang machen und klarstellen, dass er nicht nur seine eigene Frau übel betrogen hat, sondern gleichzeitig auch eine schwangere Frau in prekärer Lage für seine Spielchen benutzt hat unter Einbeziehung seiner eigenen Kinder.
Verantwortungslos und kaputt ist das Verhalten. Wie kann ein Mensch denn so zu anderen Menschen sein?!
Ich habe gute Freunde die mir beistehen so gut es geht, mein Kind ist toll, das zweite wird es auch sein.
Aber so blöd es klingt, als Mutter funktioniere ich noch ansonsten fühle ich entweder Schmerz und Verzweiflung oder einfach nur Kälte und Leere.
Durch die Schwangerschaft fehlt mir auch einfach ein Ventil. Ich kann nicht mal laut ausrasten und alles rausschreien, ich kann nicht bis zur Erschöpfung joggen. Bars und Alk. sind selbstverständlich auch nicht drin.
Ich kann das alles nur leise ertragen und "schlucken". Seit ein paar Wochen gehe ich zu einer Therapeutin. Das hätte ich so nie erwartet für mein Leben. Ich dachte sowas passiert nur anderen Menschen oder im RTL2-Programm.
Ich denke nicht mal, dass es irgendeinen guten Ratschlag für mich geben kann, außer die üblichen Phrasen.
Ich weiß auch, dass ich auch selber Schuld an meiner Lage bin. Das wird mich den Rest meines Lebens verfolgen und begleiten.
Und ja, auch seine Frau tut mir sehr leid. Ich wollte ihr nie weh tun!