Zitat von Magnoli:Hallo, ich bin neu hier und versuche mich kurz zu fassen. Mein Freund und ich sind seit 2 Jahren ein Paar und seit einem wohnen wir zusammen. Wir lieben uns sehr - mMn. Unsere Einstellungen, Humor etc. passt gut. Allerdings ist die Nähe bzw. der S. für mich zu einem massiven Problem geworden. Wann und wie sich das eingeschlichen hat, weiß ich nicht mehr genau. Aber wir hatten dann eine Flaute von 2 1/2 Monaten (wohlgemerkt nach schon knapp 2 Jahren Bez.). Wir reden relativ offen und er konnte mir nur bedingt sagen woran es liegt: Streit, zuviel Druck, er ist ...
Liebe @Magnoli !
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In Deiner Geschichte sehe ich zwei unterschiedliche Lebensphilosophien. Du, Anfang/Mitte 30, im besten gebärfähigen Alter mit Wunsch nach "altmodischer" Lebensweise in Form von Familiengründung, Heiraten und viel Kuscheln,, 6 und Schmusen - halt das ganze vielzitierte "Hollywood-Programm".
Er ist da ganz anders drauf: Sehr auf sich bezogen, kein Heiraten, wie geht er mit Deinem Kind um(?), akzeptiert es vermutlich und kümmert sich vielleicht auch mit um das Kind, will aber kein Kind zeugen.
Du schreibst, er will keine Verantwortung und Bindung. Dem ist ja nicht ganz so, denn er will Deine Nähe, fordert gewisse Dinge ein und (bisher) hast Du nicht geschrieben, dass er damit ein Problem hat, auch nicht mit Deinem Kind (was vermutlich nicht von ihm ist, oder).
Nun, ich kann Dich ein ganzes Stück weit verstehen. Bei Frauen gibt es meistens den latenten Kinderwunsch, mit 30 aufwärts schrillt der "Wecker" immer lauter. Heiraten, okay, da ist jeder Mensch anders. Früher hab´ ich so gedacht wie Du, heute, nach einer gescheiterten Ehe und den damit unangenehmen Folgen, die mich noch lange begleiten werden, kann ich nur jeden Menschen davon eher abraten als dafür begeistern. Aber auch das ist ne individuelle Sache, es freut mich, dass Du Dich an so einem Gedanken trägst, denn das ist keine Selbstverständlichkeit heutzutage mehr. Die Anzahl der nicht ehelich gebundenen Beziehungen nimmt zu, weil sich eben vieles in der Welt und Zeit geändert hat - Ansichten, Stellung der Frau in der Gesellschaft, mögliche Konsequenzen für potentielle Väter bei Scheidungen und vorheriger Kindszeugung etc. Darf man alles nicht außer acht lassen.
Deinen Partner kann ich daher verstehen, was die Abstandhaltung betreffen in Sachen Kindzeugung und Heirat. Ich wäre da, mit heutigem Wissen, auch sehr viel vorsichtiger. Nun bin ich Mitte 40 und gehe auf die 50 zu, ich würde und werde kein Kind mehr zeugen. Auch wenn´s medizinisch möglich wäre, aber alleine das Bild: Kind ist mit 18 erwachsen und steht neben seinem 64-jährigen Erzeuger, welcher der Großvater sein könnte. Nein, danke. Muss ich nicht haben. Dazu habe ich mit meiner Ex drei Kinder großgezogen, waren eine Patchworkfamilie. Ich kenne also das volle Programm vom hosensch..senden Piepmatz bis zum ausgewachsenen Kind mit allen Freuden und Leiden. Ist nicht unbedingt für jeden Menschen zu empfehlen.
Was ich
nicht verstehe ist die Abhaltung Deiner 6uellen Bedürfnisse und Deinem Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeiten wie Intimität, Küssen mit Zunge etc. durch Deinen Partner.
Möglichkeit 1: Er kann das nicht so zeigen, Küsse mit Zunge mag er vielleicht nicht (kenne ich aber eher von Frauen als von Männern) und Nähe ist vielleicht auch ein Problem für ihn, weil Du seinen "Hoheitsbereich" betrittst. Kann mich irren und glaube ich auch eher nicht, aber vielleicht steckt da ja auch ein Körnchen Wahrheit drin.
Möglichkeit 2: Er ist sehr egozentrisch und eher durchweg auf seine Bedürfnisse gerichtet. Das erscheint mir aktuell wahrscheinlicher, weil Du ja schreibst, wenn es
von ihm ausgeht, ist es okay. Wenn Du etwas möchtest und einforderst, bleibst Du oft alleine stehen.

Das ist traurig und sehr schade.

Welcher Mann wünscht sich nicht eine Frau, die sich für Nähe, Zungenküsse und 6 begeistern kann?
Vermutlich ist es sein Ego, er ist sehr auf sich bezogen. Das mit Verantwortung und Bindung, da wäre ich sehr vorsichtig, hier über ihn zu richten. Vielleicht hatte er ja vor Dir auch andere, nicht so schöne Erfahrungen mit anderen Frauen gehabt oder in seiner Familie, bei den Eltern beispielsweise, gab es negative Erlebnisse, die ihn prägen. Da lehne ich mich nicht soweit aus dem Fenster, ist aus der Ferne ohne Backgroundwissen kaum ergründbar.
Mein Tipp wäre:
Sprich offen und offensiv an, was Dir fehlt und was Du Dir wünscht. Versuche ihn im Dialog zu "fangen", dass Du ihn liebst, aber dass er es eben deutlich mehr zeigen könnte durch die fehlende Nähe und dass auch Du Zeitpunkte hast und erwünscht, wo Du ihn mal - salopp gesagt - flachlegen möchtest.
Und dann schau, wie er reagiert und überlege Dir dann, wie Du damit umgehst und wie es überhaupt weitergeht. Ich werde Dir nicht zu einer Trennung raten, dazu bin ich viel zu weit weg und ich finde, es sollte erst einmal geklärt werden, warum bei Euch diese Disbalance besteht. Und danach würde ich, wenn Gespräche nichts bringen, handeln. Vielleicht wirst Du ungeliebte Kompromisse eingehen müssen, um die Beziehung zu erhalten. Vielleicht "switched" er noch um, kommt mehr auf Dich zu, was wünschenswert wäre, aber Du nicht generell abgreifen kannst. Vielleicht liegt es an ihm im psychischen Bereich oder so, glaube ich zwar eher nicht, aber der Thread ist ja noch "jung" .. .. ..
Ich wünsche Dir, dass Ihr über die Situation reden könnt und werdet und dann schau, wie sich das entwickelt, ob er auch zu Kompromissen bereit ist und ob das ganze für Dich/Euch Sinn macht.
Liebe Grüße
