Fine84
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In diesem Jahr wären mein Mann und ich 9 Jahre zusammen, davon 5 Jahre verheiratet. Mein Mann ist spielsüchtig und ich wusste, das als ich ihn heiratete. Damals war ich jung und unbedarft und war davon überzeugt wenn man sich so sehr liebt, wie wir das getan haben schafft man alles. Heute denke ich, dass wir gescheitert sind. Im August vergangenen Jahres haben wir uns erstmal auf Zeit getrennt und er zog aus. Die Situation war unhaltbar geworden, nur noch Streit. Doch während der Trennung merkte ich wie sehr er mir fehlt und wir näherten uns wieder an. Er versprach mir eine Therapie zu machen. 2011 hatte er bereits eine Therapie gemacht, erfolglos wie sich herausstellte. Während der ganze Jahre hat er mich belogen, betrogen und teilweise auch bestohlen. Er hat seinen Arbeitsplatz mehrfach verloren und bekam Probleme mit dem Gesetz. Doch immer war ich hoffnungsvoll. Dann kam die Trennung und ich war überzeugt jetzt schaffen wir es, jetzt wird alles besser. Doch es war ein Trugschluss, ich fand Wettscheine, ich deckte erneute Lügen wegen Geld auf und nun gestand er mir, dass sein Konto gesperrt worden ist obwohl er mir Ende des Jahres geschworen hatte, dass Nichts mehr offen ist. Zum Glück hatten wir immer getrennte Konten.
Wenn ich ehrlich zu mir bin, habe ich die ganze Zeit gespürt, dass es nicht funktioniert. Doch immer wieder kommen diese Gedanken, warum muss uns das passieren. Wenn doch diese Krankheit nicht wäre könnte alles so schön sein. Er ist ein liebevoller Mensch und wir waren mal so unendlich glücklich zusammen, haben viele schwere Zeiten (nicht wegen der Sucht) überstanden, unsere Familie verstehen sich hervorragend, er war mir oft eine Stütze, doch ich weiss tief in mir drin, dass es eigentlich keinen Sinn mehr hat. Er liebt mich, das weiss ich und ich denke auch, dass ich ihn noch liebe aber ich werde so in diesem Leben nicht glücklich - auch das weiss ich. Trotzdem ist es so schwer, es ist auch die Angst vor dem Ungewissen. Ich bin 30 Jahre alt alle in meine Freundeskreis bauen Häuser, bekommen Kinder und wenn ich alleine bin und darüber nachdenke wie mein Leben sein könnte zerreist es mich. Doch ich habe auch Angst davor noch einmal komplett neu anzufangen. Ich habe mir immer gewünscht mit diesem Mann alt zu werden und glücklich zu sein, aber ich denke das wird nichts. Ich schreibe vermutlich nichts Neues hier und die Betroffenen werden diese Gedanke alle kennen, doch trotzdem hilft es mir. Es ist so schwer, Menschen in normalen Beziehungen können das meistens nicht verstehen und sagen: dann trenn dich! Sie haben auch recht aber es ist so ungerecht und schwer sich von jemandem trennen zu müssen, den man eigentlich nicht verlieren will und man trotzdem weiss, dass es nie funktionieren wird.
Über einen Austausch würde ich mich freuen


