Ich fange hiermit an
Zitat:>>Ich weiß es nicht, ob ich schon dazu bereit bin. Andersrum, ich hätte nie gedacht, dass ich überhaupt mal so weit gehen könnte, wie ich es bis jetzt getan habe. Und ich muss auch ehrlich sagen, je länger ich hier bei meiner Freundin bin, desto "besser" komme ich irgendwie damit klar bzw kann mich mit diesem Gedanken der tatsächlichen Trennung "anfreunden", wenn man es denn mal so sagen kann. Aber wie du schon sagst, es wird alles in allem wirklich noch ein sehr schwieriger Schritt werden.<<
Ich denke, dass du den wichtigsten Schritt der inneren Distanzierung schon getan hast, der steht vor allem anderen. Und in dem Moment, in dem dir klar wird, dass er nur noch Kind und nicht mehr Partner ist, hast du dich innerlich distanziert.
Zitat:>> Aber das, was du mit der Verantwortung ansprichst, kommt halt auch noch dazu. Ich fühle mich halt verantwortlich für ihn und daher kommt dann natürlich auch das schlechte Gewissen. Aber inwieweit kann das noch Liebe für einen Ehepartner sein, zumal man auch schon seit Monaten nicht mehr mit ihm schlafen möchte/kann?!<<
Du kannst nur selber beurteilen, ob da nicht Liebe ist. Es gibt ja auch die Liebe zum Kind. Partnerschaftliche Liebe kann es kaum noch sein, denn dazu gehört nun mal Ebenbürtigkeit.
Zitat:>> Du sprichst auch die juristischen Schritte an...davor habe ich momentan ehrlich gesagt am Meisten Angst und das habe ich ihm gegenüber auch noch nicht erwähnt. Ich weiß auch nicht, ob ich das gleich könnte. Also ich würde mich sicher erst mal um meine restlichen Sachen kümmern, irgendwann sollte ich mich dann vielleicht auch mal ummelden...aber ob ich das jetzt gleich schon mit der Scheidung schaffe...ich glaube, da brauche ich noch etwas Zeit. Auch, wenn ich schon öfter mal drüber nachgedacht habe, also was das jetzt auch alles heißen würde, da einen ja auch gewisse Fragen beschäftigen in diesem Zusammenhang..<<
Du musst ja jetzt auch noch nicht die Scheidung einreichen. Meines Wissens kann man den Scheidungsantrag auch erst zum Ende des Trennungsjahres stellen. Aber ein Besuch beim Anwalt wäre hilfreich, allein schon um zu wissen, was du falsch machen könntest. Du brauchst nun mal für eine Trennung auch Verbündete. Und dazu gehört anwaltlicher Rat. Eure finanziellen Verhältnisse sind ja möglicherweise auch alles andere als normal. Und Ummelden gehört eh dazu. Du wirst dir erst einmal eine Wohnung suchen müssen.
Zitat:>>Nein, er unternimmt irgendwie wirklich keinen Versuch, es zu ändern. Denn sonst hätte er mir ja zum Beispiel auch schon längst gesagt, was an diesem besagten Donnerstag passiert ist. Aber das macht er noch nicht mal, nach dem ich gegangen bin. Und er hätte mich aufgehalten, wenn es ihm wichtig gewesen wäre. Zumindest hätte ich so gehandelt.<<
Das weißt du nicht, ob du so gehandelt hättest und es ist auch unwichtig. Er hat wichtige Gründe, bei seinem Geheimnis zu bleiben. Denn wenn er es sagen würde, wäre es kein Geheimnis mehr und er setzt sich der Gefahr aus, dass es öffentlich bekannt wird, was er getan hat. Das will er nicht, davor hat er Angst, vermutlich zu Recht.
Zitat:>> Und genau deshalb denke ich auch, dass selbst eine Therapie nichts bringen würde. Denn das mit dem Geld einteilen haben wir ja unter anderem auch gemacht, damit er mal lernt, mit Geld umzugehen und es sich einzuteilen. Aber selbst da zeigt er, aus meiner Sicht, keinen Willen. Er sagt immer wieder, er kann mit Geld nicht umgehen, aber ruht sich dann irgendwie darauf aus. Ist Geld da, gibt er es aus und kann es sich nicht über den Monat einteilen.<<
Er hat auf diese Weise in ein aus seiner Sicht lebenswertes Leben zurück gefunden. Das ist subjektiv gesehen optimal. Dass es für dich zur Last wird, will oder kann er nicht sehen. Zumindest kann und will er dir diese Last nicht abnehmen.
Zitat:>>Ich weiß nicht, ob ich das kann bzw was ich dagegen tun kann. Davor habe ich ja immer die meiste Angst gehabt, dass er dadurch bzw meinetwegen wieder rückfällig wird. Darum habe ich diese Gespräche und alles auch immer gescheut. Vom Kopf her weiß ich, dass ich es eh nicht ändern kann und ich es hinnehmen bzw akzeptieren muss, wenn es passiert. Aber das Gefühl ist halt immer etwas anders.<<
Das solltest du vielleicht nicht unterschätzen. Schlimmstenfalls könnte er das sogar noch triggern, wenn du die Trennung aussprichst und er dann klar stellt, dass er ohne dich verloren ist oder wieder rückfällig werden wird. Das ist zwar nur eine Vermutung von mir, sie liegt aber nahe. Und selbst wenn er es nicht ausspricht, wirst du es denken. Du müsstest dich also von dem Gedanken lösen, dass der "deinetwegen wieder rückfällig wird", wie du es oben formulierst. Er würde es nicht DEINETWEGEN, sondern er würde es SEINETWEGEN. Auch wenn du lange Zeit für ihn Halt, Retter und Anker warst, so liegt die Verantwortung für sein Leben doch bei ihm und nur bei ihm.
Solche Trennungen sind wegen der Schuldgefühle nicht einfach und möglicherweise brauchst du sogar therapeutische Hilfe dabei. Aber das wird die Zeit zeigen. Vor allem steht die ENTSCHEIDUNG zu gehen oder nicht.
Zitat: >>Ich weiß nicht, was ich tun kann, um es zu lernen und mich nicht mehr verantwortlich zu fühlen. Ich muss halt Stück für Stück die Verantwortung abgeben...<<
Ja und zwar indem du genau das sagst: "Ich gebe dir die Verantwortung für dein Glück, dein Leben du dein Handeln zurück. Ich kann sie nicht mehr tragen, jetzt bist DU wieder an der Reihe." Egal ob er es hört, versteht oder akzeptiert oder nicht. Es ist für dich wichtig, dass du es sagst. Es bewirkt etwas IN DIR.