Birgit_
Gast
erst einmal Danke, dass es so ein tolles Forum hier gibt.
Die letzten Tage habe ich hier viel gelesen, was mir auch sehr geholfen hat.
Am Wochenende war die Trennung von meinen "Freund". Freund ist nicht so der richtige Ausdruck, dafür fühle ich mich mit fast 50 zu alt. Ich möchte mich zur Trennung kurz fassen. Wir waren nur 1,5 Jahre zusammen und dazwischen auch mal für 5 Wochen getrennt. Er hat sich am Wochenende erneut von mir getrennt. Der Grund ist wie beim ersten Mal, er sieht sich nach einer langen Beziehung und einer gescheiterten Ehe nicht mehr beziehungsfähig. Es läge definitiv nicht an mir. Er mag mich sehr, er findet mich begehrenswert, aber er merkt, dass er mir nicht gut tut. Er ist nicht immer sehr aufmerksam, aber trotzdem ein lieber Kerl! Ich kann ihn auf einer Seite sehr gut verstehen. Er möchte einfach keine Beziehung mehr, er braucht Zeit für sich. Vor allem sagt er, er möchte sich nicht mehr ändern, oder überhaupt an einer Beziehung arbeiten. Ihn überfordert das, auch wenn wir uns nur am Wochenende gesehen haben. Nun möchte er sich nicht weiter wie ein "Ar." benehmen gegenüber mir, denn das Körperliche hat ihm immer viel Spaß gemacht, aber eine Beziehung hat keine Zukunft. Seiner Meinung nach habe ich etwas besseres verdient! Ja, das mag sein und ich verstehe seine Entscheidung auch, trotzdem tut es mir sehr weh, zumal er mir vor kurzem noch Blumen geschenkt hat. Ich habe es nicht kommen sehen! Durch Corona hat er auch viel Stress im Job und Homeoffice und er ist nicht sehr stressresistent.
Ich weiß, wir sind sehr unterschiedlich und ganz ehrlich, für eine richtige Partnerschaft wäre das was uns verbindet nicht genug!
Ich habe ihn trotzdem sehr lieb!
Ich hatte mich gestern etwas aufgerappelt. Nun hat er vorhin angerufen und gefragt, wie es mir geht, da hatte ich gleich wieder einen Kloss im Hals. Ich vermisse ihn. Er möchte weiter mit mir befreundet sein, weil er mich gern hat, aber halt ohne Nähe oder wie er sich eben am Telefon ausgedrückt hat, mit Corona bedingtem Abstand! Er wollte Freitag mit mir Spazieren gehen, das habe ich aber gerade per WhatsApp abgesagt, ich bin noch nicht soweit.
Ich bin einfach überfordert. Vom Kopf her verstehe ich das alles aber ich bin verletzt.
Nach mehreren Schicksalsschlägen in den letzten 6 Jahren, wie den Tod meiner Mutter, Trennung von meinem Mann und dem konfliktreichem Auszug meiner Tochter war da endlich mal wieder jemand, der meinem Selbstbewusstsein gut getan hat. Der mich hat fühlen lassen, dass ich als Frau noch begehrt werde! Er hat mir durch eine schwierige Situation geholfen und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Gestern hatte ich den schönen Gedanken, dass er vielleicht für eine gewissen Zeit in mein Leben treten sollte, um mir wieder zu zeigen, dass ich noch "Frau" bin, stark und alles meistern kann.
Ich weiß nur nicht, ob das mit einer Freundschaft klappen kann. Ich habe mich in letzter Zeit bei ihm immer sehr zurückgenommen, ihn versucht wenig zu nerven, nicht zuviel zu verlangen! Das war auch manchmal sehr anstrengend. Ich weiß nicht ob ich das Gefühl abstreifen kann, ihm eigentlich zuviel zu sein.
Ich bin einsam, leider habe ich nicht viele Kontakte. Ich habe immer gern gearbeitet. Durch meinen Job im Handel und der Kurzarbeit bin ich nur noch zu Hause, das macht es alles nur schwieriger. Ich habe mich die letzten Corona Wochen immer gut aufgerafft, aber die letzten Tage war ich noch nicht einmal draußen, ich bin mental einfach fertig und Zweifel an allem.
Meint ihr Freundschaft kann klappen?
Ich würde mich jetzt gerne an seiner Schulter ausweinen, aber das würde er nicht zulassen!
Ihr habt recht, es tut gut, sich mal seine Geschichte vom Herzen zu schreiben. Ich weiß, mir wird es nicht ewig so gehen, auch die erste Trennung von ihm hatte ich überwunden! Was er mich noch gelehrt hat ist, dass ich noch Träume habe und nicht mehr alleine sein möchte. Ich dachte nach der Scheidung damals, dass ich nie wieder jemanden kennenlernen werde/möchte. Ich habe ihn nicht gesucht, wir haben uns zufällig durch unsere Kinder kennengelernt. Nun denke ich, dass ich vielleicht doch noch ein Chance habe auf mein Glück. Dafür muß ich an mir arbeiten, noch selbstbewußter werden und nicht mehr so schüchtern. Ich habe soviel zu geben und irgendwo wird es doch noch jemanden geben für mich
Danke euch fürs zuhören


Jetzt ist da wieder ein neuer Chat! Ich muß über mich selber den Kopf schütteln. Ich weiß, es braucht etwas Zeit. Es ist ja doch ein Verlust, ich habe einen Gesprächspartner und Freund verloren. Klar, den Freund könnte ich wohl noch haben, aber dafür brauche ich noch Abstand, wie ich heute wieder gemerkt habe.