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Tür offen, Herz braucht Zeit Wie verhalte ich mich?

B
Zitat von Paragon:
Aber das hätte Zeit bedeutet. Umso mehr er festgestellt hatte, das seine Freunde ihn nicht ablehnen, desto mehr wurde deer Gedanke vertrauter, sich vor seinen Eltern zu outen.


du schreibst doch hier selbst, dass er noch gar nicht selber wusste, ob ihm die Freunde ablehnen oder nicht, nachdem er sich geoutet hatte. von einer totalen Offenheit. In der Gesellschaft ist das doch total weit weg,! und dass man dann annimmt, dass die Eltern das gutheißen ist, auch noch total weit weg!

ich weiß das so genau, weil in meinem Herkunftsland es damals auch schwierig war als mein Bruder erwachsen wurde. Mein Bruder hat sich übrigens nie offiziell geoutet, heute würde es machen, denn heute sogar in diesem europäischen! Land, auch einiges offener.

Es ist nicht zu verwechseln mit dem Landleben! Dort wird zwar jetzt auch offen drüber gesprochen, aber die Akzeptanz ist trotzdem nicht richtig da. Es ist noch ein riesiger Unterschied zu Deutschland

x 3 #31


S
Warum müssen Menschen andere Menschen immer abwerten und ablehnen, nur weil sie anders sind?

#32


A


Tür offen, Herz braucht Zeit Wie verhalte ich mich?

x 3


FoolishHeart
Zitat von Sincerite:
Warum müssen Menschen andere Menschen immer abwerten und ablehnen, nur weil sie anders sind?

Weil sie so aufgewachsen sind und - zum Teil - so erzogen wurden...

x 2 #33


Paragon
Zitat von BrightnessLove:
du schreibst doch hier selbst, dass er noch gar nicht selber wusste, ob ihm die Freunde ablehnen oder nicht, nachdem er sich geoutet hatte.

Ähm, nein. Ich habe geschrieben: "Umso mehr er festgestellt hatte, das seine Freunde ihn nicht ablehnen,"

#34


Arnika
Wir wissen doch gar nicht, ob das überhaupt eine Rolle spielte, als er Schluss machte. Dass sein Kopf ja sagt, aber sein Herz nicht (was ja seltsam ist), könnte genauso bedeuten, der Kopf rät zum Europäer, aber sein Herz zu einem jungen vietnamesischen Reisbauern.

#35


Paragon
@Arnika

Mit dem "jungen" kann ich halt nicht konkurrieren 🤪

x 1 #36


M
@Paragon
Du schreibst Du kennst seine Eltern nicht. -Und das
nach 3 Jahren Beziehung !?
Und jetzt wo Du drauf und dran bist wegen ihm nach Vietnam zu ziehen,
macht er Schluss. -Das sagt doch schon alles !

Kennt er Deine Eltern bzw. irgendwelche Familienangehörige von Dir ?

Ich glaube er hat Dich hingehalten und Zukunftspläne mit Dir gemacht,
damit er die Liebelei mit Dir so lange wie möglich aufrechterhalten kann.
Seine Eltern wissen nichts von Dir oder seiner Neigung !
Und jetzt wo es ernst wird,
springt er natürlich ab.
Das tut mir leid für Dich ! Aufmunternde Emojis

Aber jetzt vers.a.u. Dir wegen diesem Menschen bitte nicht noch Dein ganzes Leben !
Und am besten suchst Du Dir auch
keinen vietnamesischen oder sonstwie problematischen Partner mehr,
sondern einen hier aus Deutschland und fertig !
Du musst es Dir doch nicht unnötig kompliziert machen !

Vergiss' bitte nicht, dass viele Menschen nach Deutschland ziehen,
damit sie hier freier leben können ! -Und Du machst es genau umgekehrt
und wilst dahin ziehen,
wo es für Dich schwieriger wird !? -WARUM ?!

#37


Paragon
Erstmal vielen Dank Euch allen für Eure Antworten. Es waren viele spannende Ideen, Anmerkungen und Fragen dabei, die mir, mit etwas Abstand, auch deutlich gemacht haben, wie ich weiterdenken und handeln kann. Manchmal hilft es ja, Dinge anzusprechen und dadurch einen klareren Kopf dafür zu bekommen, wie es weitergehen kann.

Mein „Fall“ ist etwas komplexer, weil neben den üblichen Dingen noch die Frage der Interkulturalität hinzukommt. Im europäischen und asiatischen Raum werden Dinge anders wahrgenommen, behandelt und entschieden. Insofern haben mich einige pauschale Beurteilungen sehr verwundert. Ich weiß, dass diese aus einem Blickwinkel des Wohlwollens heraus entstanden sind, dennoch haben sie mich teilweise überrascht.

Oftmals liegen die entscheidenden Details in den Dingen, die man nicht geschrieben hat. Denn die Herausforderung liegt darin, einen Abriss zu formulieren, der den Ratgebern (vielen Dank Euch dafür!) einen Überblick darüber gibt, was passiert ist, ohne dabei jedes Detail ausführen zu können. Insofern hätte ich mir an manchen Stellen eher Fragen als pauschale Beurteilungen gewünscht.

x 2 #38


Arnika
Auch wenn es eine Beurteilung ist, aber hab jetzt nochmal über die Kopf-Herz-Geschichte nachgedacht. Ich denke, das ist der asiatischen Höflichkeit geschuldet.

Der Vietnamese weiß, dass der Deutsche wegen ihm sein ganzes Leben umkrempelt und nach Vietnam zieht. Sein Kopf sagt „Ja“ zu dieser enormen Liebesbekundung. Er empfindet tiefe Dankbarkeit und Respekt dafür. Es wäre unhöflich und verletzend (ein massiver Gesichtsverlust), am Flughafen ein kaltes „Es ist vorbei“ auszusprechen. Ein klares „Nein“ bricht dem anderen das Herz. Ein vietnamesischer „Kopf“ wählt in solchen Momenten fast immer den Weg der Schadensbegrenzung: Er hält die Situation in der Schwebe („Kein Ja, kein Nein“), um den Abschied harmonisch zu gestalten. Er sagt im Grunde: „Ich will ein guter Mensch für dich sein (Kopf), aber ich schaffe diese Beziehungs-Last emotional nicht (Herz).“

Was auch immer eure Probleme waren, muss das nicht automatisch etwas mit eurer Orientierung zu tun haben, dass er es beendete. Wobei ich durchaus auch auf das Dilemma der Dynastie hinweisen würde.

Wie seid ihr denn eigentlich zusammengekommen? Habt ihr euch in D kennengelernt oder Fernbeziehung, und er kam dann zu dir oder wie muss man sich das vorstellen?

x 2 #39


M
Zitat von Paragon:
Es waren viele spannende Ideen, Anmerkungen und Fragen dabei



Du willst doch nicht etwa gehen, oder !?
Wir wollen wissen, wie es mit Dir weitergeht !
Selbst wenn Du nach Vietnam gehst und die vietnamesische Staatsbürgerschaft
annimmst,
halte uns bitte auf dem Laufenden !

x 1 #40


Paragon
Zitat von Arnika:
Was auch immer eure Probleme waren, muss das nicht automatisch etwas mit eurer Orientierung zu tun haben, dass er es beendete. Wobei ich durchaus auch auf das Dilemma der Dynastie hinweisen würde.

Ich glaube, hier kommen drei Dinge zusammen, wobei jedes auch ein Mix aus Persönlichkeit, kultureller Prägung und dem Ergebnis eine Fernbeziehung ist.

1. Ich bin straight beim Ansprechen der Probleme; manchmal etwas zu straight. Er ist eher zurückhaltend und hat/hatte den Glaubenssatz, das man Menschen nicht verändern kann und sollte. Was dazu geführt hat, das er Dinge, die ihn am mir nerven, nicht angesprochen hat.

Ich finde eher, dass gerade diese Fähigkeit zur Veränderung, eine Beziehung besser werden lässt. Es geht dabei nicht im Selbstaufgabe, sondern um die Frage wo man es selber abgef**** hat und was sich daraus lernen lässt, wo Kompromisse gemacht werden sowie die Kunst zu erkennen, was ein fauler Kompromiss ist.

2. Wir führen seit April wieder eine Fernbeziehung. Wir sprechen zwar jeden Tag, aber einige Dinge lassen sich dann doch nicht so gut besprechen. Wenn ich drüben war, dann wollte wir einfach eine gute Zeit miteinander verbringen und nicht unbedingt irgendwelche Diskussionen führen. So haben die Konflikte unterschwellig weitergekocht und sind nicht geklärt wurden, und ich kann mich davon nicht freimachen. Es gab Dinge des Friedenswillen, die ich nicht angesprochen habe, obwohl ich es hätte machen sollen.

3. Wir sind einfach viel zu schnell zusammen gezogen. Es machte Sinn und es ware für uns praktisch. Nochmal machen würde ich es aber nicht.
Zitat von Arnika:
Wie seid ihr denn eigentlich zusammengekommen? Habt ihr euch in D kennengelernt oder Fernbeziehung, und er kam dann zu dir oder wie muss man sich das vorstellen?

Wir haben uns am Flughafen in Hanoi kennengelernt. Er war gerade angekommen und ich war gerade am boarden. Zeitfenster von 2 Minuten. Er hatte mir, über einer dieser berühmten Apps, ein Nachricht geschrieben und ich habe geantwortet. Irgendwie haben wir es geschafft in Kontakt zu bleiben und jeden Tag zu schreiben. Nach vier Wochen habe ich einen Flug gebucht und wollte rausbekommen, ob das was Echtes werden könnte; was es dann auch geworden ist.

Mir war von Anfang klar, ohne echt Option, dass wir irgendwann am selben Ort sein werden, kann das nicht lange aufrecht erhalten werden. Er ist dann für mich nach Deutschland gekommen, hat ihr gearbeitet, bis er ein Angebot aus VN bekommen hat, was er unmöglich hätte ablehnen können (Ich habe ihm dazu geraten das Angebot anzunehmen). Er hat mich gefragt, ob ich mit ihm kommen möchte und ich habe zugestimmt.

Für mich wäre der Schritt jetzt nicht soooo groß, wie man meinen sollte. Ich war schon sehr oft in diesem Land. Kenne zu mindestens die Grundlagen der Leute und der Kultur. Ich spreche fließend English, habe schon mehrere Auslandsaufenthalte hinter mir und es war von vorne rein erstmal auf drei Jahre angelegt, weil ich nicht wusste, ob ich es schaffe wirklich in diesem Land anzukommen.
Zitat von Multiversum:
willst doch nicht etwa gehen, oder !?

Du Entscheidung ist noch nicht ganz gefallen. Ich muss rausbekommen, aber da gerade mein Trotz spricht. Im Grunde kann nicht sooo viel passieren und wenn ich merke, dass es nicht funktioniert, dann ist durch das zeitliche Limit, ein Licht am Ende des Tunnels.
Zitat von Multiversum:
Selbst wenn Du nach Vietnam gehst und die vietnamesische Staatsbürgerschaft
annimmst,
halte uns bitte auf dem Laufenden !

Awww das ist sehr süß von dir😍

Die vietnamesische Staatsbürgerschaft werde ich nicht bekommen und auch nicht gerne haben wollen. Es seid denn, es gibt die doppelte Staatsbürgerschaft. Ihr habt keine Ahnung, was das für ein Aufwand ist, fast überall auf der Welt sich um ein Visa kümmern zu müssen. Da ist mir die Deutsche schon lieber.

x 1 #41


Arnika
Zitat von Paragon:
Ich glaube, hier kommen drei Dinge zusammen, wobei jedes auch ein Mix aus Persönlichkeit, kultureller Prägung und dem Ergebnis eine Fernbeziehung ...

Spannende Geschichte, fast filmreif! Ist halt die prinzipielle Frage, ob er das, was ihn an dir nervt, in asiatischer Zurückhaltung wirklich ansprach bei eurem Gespräch - oder ob er dennoch bei vielem schwieg, weil er davon ausgeht, das kannst du ohnehin nicht ändern. Was vielleicht auch stimmt. Oder für ihn zu viel dagegen sprach, was seine Gefühle abkühlen ließ. Deine Einschätzung?

Aber 3 Jahre Vietnam, wieso nicht? Wenns mit ihm nix wird, dir dein Vertrag ausläuft oder du dort aus anderen Gründen nicht so happy wirst, musst du ja nicht für immer dort bleiben. Aber ansonsten: Schönes Land, interessante Kultur, gutes Essen. In der Großstadt bist du wohl sowohl in der LG-Community als auch in der der Expets schnell drin. Und wie gesagt, du musst ja nicht für immer bleiben.
Was du keinesfalls machen solltest ist, ihn damit unter Druck zu setzen. Das geht nur gewaltig nach hinten los.

#42


Ouabain
@Paragon
Grundsätzlich finde ich das ja schon Klasse, dass Du die Chance hast, die Welt so kennen zu lernen.
Also - wenn Du es für Dich machst - nicht wegen ihm - dann nur zu. Auch ein Aufenthalt im Ausland kann sicher ein gutes Mittel gegen Liebeskummer sein. Tapetenwechsel, neue Kontakte - idealerweise bleibt da wenig Zeit für Trübsal.

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B
Zitat von Paragon:
Ähm, nein. Ich habe geschrieben: "Umso mehr er festgestellt hatte, das seine Freunde ihn nicht ablehnen

Du scheinst es nicht zu verstehen : er musste UM SO MEHR feststellen ! D.h. Es ist nicht selbstverständlich .

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M
Passt nicht ganz ich weiß, aber habe ich gestern im Radio gehört, und da musste ich
an Dich denken @Paragon . Lachendes Gesicht

#45


A


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