Zitat von Ouabain: Meistens bedeuten solche Sätze, dass es nichts mehr wird. Es fällt einfach schwer, einem anderen Menschen einen vollständigen Korb zu geben
Oh, das hatte er bereits gemacht. Er hatte sich klar von mir getrennt. Ich habe einen Abschiedsbrief geschrieben, mich für die gemeinsame Zeit bedankt und ihm alles Gute gewünscht. Der Abschiedsbrief war auch solcher gedacht, um einen Abschlusspunkt zu finden und keinen ungeklärten Sachen zu hinterlassen. Erst danach ist das Gespräch von seiner Seite ins Rollen gekommen, in welchem wir zum ersten Mal über unser Konflikte geredet haben, die wir stillschweigend, jeder für sich, ausgetragen haben. In dem Verlauf hat sich gezeigt, wenn man das Gespräch früher geführt hätte, dann war es vielleicht gar nicht soweit gekommen. Das sind natürlich ganz viele Hätte-Wenn Konstrukte dazwischen.
Zitat von Ouabain: Da er derjenige ist, der den Freiraum sucht, muss auch er derjenige sein, der ggf. wieder kommt. Da Du es aber vermutlich nicht dabei belassen kannst, wäre mein Vorschlag, jetzt mindestens mal eine Woche durchzuhalten
Wir hatten tägliches Kommunikationsritual um irgendwie 10.000 km zu überbrücken und sind übereingekommen, dass wir das beibehalten wollten. Die Frage ist halt nur, ob und inwieweit man alte Beziehungsstille in der Kommunikation beibehält?
Zitat von Ouabain: Warum?
Weil ich ein spannendes Jobangebot da habe.
Zitat von HappyMike: Ich glaube, der wichtigste Punkt ist gar nicht die Frage, ob Du ihm zwei Wochen, vier Wochen oder drei Monate Zeit geben solltest.
Für mich steckt ein kleiner Widerspruch in Deinem Plan: Du möchtest ihm bewusst Freiraum geben – ziehst aber gleichzeitig wie ursprünglich geplant nach Vietnam.
Natürlich kannst Du sagen, dass Du inzwischen auch ohne ihn nach Vietnam möchtest. Trotzdem würde ich sehr ehrlich mit mir selbst prüfen, ob Du diesen Schritt genauso machen würdest, wenn Du mit absoluter Sicherheit wüsstest, dass es mit diesem Mann nie wieder eine Beziehung geben wird.
Denn aus seiner Perspektive kann dein Umzug durchaus Druck erzeugen, selbst wenn Du keinerlei Forderungen stellst. Der ursprüngliche Grund und gemeinsame Plan war schließlich Eure Beziehung. Jetzt hat er diese Beziehung beendet und kurz darauf ziehst Du trotzdem in sein Land. Da kann schnell das Gefühl entstehen: Er ist jetzt wegen mir hier, also muss ich irgendwann eine Entscheidung treffen.
Und genau diesen Druck würde ich vermeiden
Es war anfang klar, dass ich etwas in Vietnam finden muss, dass auch ohne ihn funktioniert und das habe ich. Ich habe ein spannendes Angebot auf dem Tisch liegen und ich sehe keinen Grund, wieso ich das ablehnen sollte. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich schon sie viele Hebel in Bewegung gesetzt und einige davon nicht wieder zurück bewegt werden können.
Zitat von Hola15: Aber die tatsächlichen Beweggründe oder Konflikte hast du ja nicht beschrieben.
Klassiker - Kommunikation. Glaubensgrundsatz: Man/kann sollte Menschen nicht ändern. Hat dazu geführt, dass Dinge nicht ausgesprochen wurden, bis es einfach zu spät war. Konflikte haben wir dann eher für uns alleine und im Stillen ausgetragen, bis wir beide einfach erschöpft gewesen sind.
Zitat von Akelei76: Weiß seine Familie, dass er Männer präferiert?
Heiße Eisen, welches auch schon zu Konflikten geführt hat. Während ich sehr offen und sehr klar bin, ist er da sehr zurückhaltend; das betrifft aber nur die Familie, seine Freunde kennen uns beide als Paar. An der Stelle muss ich aber auch einfach kulturelle Unterschiede berücksichtigen.