Einfachatmen
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da ich aktuell oft mit meinen Gedanken allein bin und nichts schlimmer ist als ein Gedankenkarussel schadet vielleicht ein Blick von außen auf meine Situation nicht.
Vielleicht vorab zu meiner Situation.
Ich bin seit 20 Jahren verheiratet und wir haben 4 Kinder. Seit drei Jahren haben vor allem 2 unserer Kinder ziemliche Baustellen unter anderen wurde eine Autismus Spektrums Störung diagnostiziert. Bei den 2 anderen ist der Blick nun geschärfter und wir (ich) unterstützen wo wir können. Ich arbeite nicht und manage im Prinzip Kinder.
Mit der Diagnose kam die Erkenntnis das der Autismus wohl aus der Familie meines Mannes kommt und manche seiner Eigenheiten sich damit gut erklären lassen.
Wir hatten in unserer Beziehung viele Höhen und Tiefen und ich dachte eigentlich dass uns das noch mehr zusammengeschweißt hat. Ich weiß das mein Mann schon immer Probleme mit Nähe hat, aber meist haben wir es trotzdem gut hinbekommen. Mit zunehmenden Stresslevel klappt das aber immer schlechter.
Ich dränge schon lange zu einer Therapie (ich hatte den Verdacht auf Burn Out und Depressionen bei meinem Mann schon seit ca. 10 Jahren) und / oder zu einer Paartherapie aber das wurde immer abgeblockt.
Nun, einen Monat vor Weihnachten hat er sich entschlossen sich zu trennen. Für mich ein Schock!
Es ist ja nicht so das wir uns nicht mögen, wir können gut miteinander, sind ein Team, mögen uns auch - der Einzige Punkt wo wir große Differenzen haben und hatten ist die Emotionale Seite / Gefühle / Nähe - hier gab es von meiner Seite auch "Druck", mir ist Nähe und Sexualität wichtig in einer Partnerschaft.
Er schiebt seine Depression auf unsere Partnerschaft, er kann mir nicht geben was ich brauche (seine Worte), mit der Trennung ist die Depression schon viel besser geworden (Na klar, merkt man total + sorry für die Ironie).
Er hatte die Idee von einer Art WG mit Freundschaft, auch Urlaub fahren, aber eben nicht mehr.
Inzwischen geht er auch zu einem Therapeuten und wir waren bei einer Trennungsberatung.
Für mich fühlt sich das alles nicht rund an, es passt einfach nicht, warum Trennung und keine Paartherapie.
Lohnt es sich für mich noch dran zu bleiben und kann ich mich der Trennung "verweigern" - natürlich nicht um jeden Preis, aber ich wüsste zumindest gern was sich für ihn geändert hat.
Er kann mir keine meiner Fragen beantworten, z.b. was hat sich in unserer Beziehung so für ihn verändert, das er nur noch Trennung als Lösung sieht. Trennungsberatung hilft leider nicht, er sitzt nur drin, hört zu und setzt nichts um was wir ansprechen, für ihn passt es jetzt ja!
Wir wohnen in einem gemeinsamen Haus, unsere Jüngste geht in die Grundschule - ich kann auch nicht einfach die Kinder nehmen und ausziehen. Und eigentlich will ich das auch nicht. Ich sehe das er in einer Ausnahmesituation ist und will die nicht noch verstärken, aber ich brauche Antworten.
Ach ja, ich dachte das es daran liegt, das Sexualität und emotionale Nähe für ihn Stress ist, aber in einem unserer letzten Gespräche meinte er, das er eine neue Beziehung haben könnte, ohne das es seine Gefühle für mich beeinflusst. AHHHH, JA KLAR! Also, geht wohl eine Beziehung schon, nur nicht mehr zu mir.
Was würdet ihr machen? Weiter das Gespräch suchen und auf eine gemeinsame Therapie pochen?
Ich kann auch nicht in einer "Beziehung" leben die eine offene WG ist.
Ich habe aber auch Angst ob es bei unseren Kindern, mit ihren Problemen, nicht auch negative Auswirkungen hat, wenn wir alles auflösen. Aktuell sind unsere Kinder auf einem guten Weg, ich bin stolz auf sie und ich finde die Situation sehr schwer.
Danke euch!