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Typische Merkmale eines Borderliners

Bahia84


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Zitat von PizzaPeperoni:
Ich glaube sie ist 26 oder 27.

Ich nenn es mal die heiße Phase, ist sie in Behandlung?

Gestern 12:23 • #31


Guest


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Ich finde es als Borderline Betroffene und Psychologie Erfahrene Person echt erstaunlich wie viele falsche Thesen hier über das Krankheitsbild gesponnen werden.

Es gibt so viele Gruppen auch für Angehörige, wo man jederzeit Borderline Betroffene oder Psychologen befragen kann. Viele helfen sehr gerne das überaus komplexe Krankheitsbild zu verstehen. Stattdessen stigmatisiert und verurteilt ihr lieber Menschen von vornherein, die ihr überhaupt nicht kennt. Es gleicht nicht selten schon der Verfolgung mit Mistgabeln und Fackeln! Sagt man offen, dass man Borderline hat, wird man als Monster gesehen, als Übel, dass andere zerstören möchte. Betroffene fühlen sich durch genau solche Aussagen wie eure nicht selten als Monster, verheimlichen genau deshalb ihre Diagnose vor jedem und werden tagtäglich heftig stigmatisiert. Eigentlich wäre aber der offene Umgang für alle Beteiligten genau der richtige Weg, um mit der Erkrankung umzugehen und als Angehöriger zu entscheiden, ob man diesen Weg mitgehen möchte oder kann. Denn leicht ist dieser Weg wirklich nicht. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass eine Beziehung sehr wohl funktionieren kann. Allerdings ist das gewiss nicht für jeden etwas und erfordert sehr viel Arbeit. Borderline ist wie Narzismus und weitere Krankheitsbilder eine Persönlichkeitsstörung, bei der mehrere Symptome gegeben sein müssen. Bezüglich Narzismus sehe ich täglich nebenbei erwähnt den selben Fehler. Es wird Menschen eine Narzismus Diagnose unterstellt, die vielleicht vielmehr einfach A. Menschen sind. Fehldiagnosen sind aber auch für Angehörige sehr gefährlich. Persönlichkeitsstörungen sind sehr, sehr komplex in jeglicher Hinsicht. Narzismus und Borderline ist ganz vereinfacht gesagt genau das Gegenteil voneinander. Es gibt auch Betroffene, die an beides erkrankt sind. Da wo Narzissten Anerkennung benötigen, ist es Menschen mit Borderline auch oft zu viel Nähe. Aus Angst. Angst vor Nähe kommt daher, dass man als Kind immer verlassen und allein gelassen wurde oder man wurde geschlagen, missbraucht. In der Kindheit entwickelt sich psychisch so sooo vieles was gravierende Folgen haben kann.

Zunächst mal Borderline entsteht oftmals in der Kindheit durch sehr schwerwiegende Traumata. Ihr hört oft beispielsweise im Fernsehen von den Kindern, die Missbrauch und Gewalt erleben? Oft empfindet man Mitleid und Traurigkeit. Aber genau diese Kinder, die anfangs bemitleidet wurden, entwickeln nicht selten durch das Trauma und die schlimme Vernachlässigung eine Borderline Störung und werden dann als Erwachsene geächtet und verfolgt.

Jedenfalls muss man auch gleich mal erwähnen, dass jede Borderline Erkrankung sich innen und außen anders äußert. Ich sage bewusst nicht Störung, denn wenn man es wirklich lernt damit umzugehen und auch sein Umfeld positiv miteinzubeziehen, dann hat Borderline auch durchaus positive Aspekte. Man ist sehr emphatisch, kreativ und tiefgründig, sieht die Welt quasi mit anderen Augen.

Damit eine solche Beziehung in egal welcher Hinsicht funktioniert, ist eine Therapie die absolute Voraussetzung. Und nochmal: man muss sich das als Partner wirklich gut überlegen. Leicht ist es nicht! Aber für meine Traumata in der Kindheit und daraus resultierenden Problemen kann ich nichts. Das sage ich als Betroffene Person. Mit einer Person, die keine Therapie möchte und sich weigert, sollte man aus Selbstschutz wirklich keine Beziehung eingehen. Natürlich ist es für mich und meinen Partner oft nicht leicht trotz intensiver Therapien. Aber wir lernen jeden Tag damit umzugehen. Vor allem beziehe ich in mit in meine Therapien ein und er darf jederzeit mit zu Therapeuten und Fragen stellen. In den Therapien können beide verschiedene Werkzeuge lernen mit diversen Situationen umzugehen. Jeder Mensch hat zum Beispiel auch Grundannahmen wie ich bin nicht gut genug. Bei Menschen mit Borderline sind diese oftmals sehr, sehr negativ aufgrund Erfahrungen in der Kindheit, Jugendlichen Zeit etc. Grundannahmen bestimmen aber die Art wie wir auf andere Menschen zugehen, wie wir kommunizieren, wie wir und selbst sehen und behandeln. Man muss daran arbeiten, sonst funktioniert es nicht.

Meinen Partner oder Ex Partner angelogen habe ich noch nie! Genauso wenig betrogen! Das ist also auch eine charakterliche Sache und liegt nicht direkt an der Borderline Diagnose, auch wenn ihr das immer wieder denkt. So ist bei mir eher oft das Problem gewesen, dass ich vor vielem im sozialen große Angst habe, weil ich keinem absichtlich weh tun möchte und oft nie weiß wie ich mich verhalten soll. Und dann so oft auch richtige sch. baue und Menschen sehr unfair wegstoße. Vieles ist aber einfach aus großer Angst bei Borderline Betroffenen. Nähe ist mir oft zuviel. Selbstverletzendes Verhalten ist bei Borderline oft ein Thema, weil man sich selbst hasst, nicht mit seinen Gefühlen (die 100 mal intensiver wahrgenommen werden als bei gesunden Menschen) klar kommt oder absolut nichts fühlen kann. Durch Therapie kann man das aber im Griff kriegen, ich hab mich auch seit 5 Jahren nicht verletzt. Mein Partner hat mich schon größtenteils therapiert kennengelernt.

Viele mit Borderline sind innerlich wie kleine Kinder, weil sie viel zu früh auf schlimme Art erwachsen werden mussten und oft in Angst gelebt haben. Sie haben keine gute Kommunikation erlernt, nicht wie man mit anderen oder sich umgehen sollte. Darauf beruhen viele Symptome. Nicht aus Missgunst oder um euch absichtlich zu schaden, sondern aus Angst. Ich rate jedem Angehörigen auch auf sich aufzupassen und sich schützen. Im Kontakt auch mal nein zu sagen und Grenzen ziehen. Notfalls den Kontakt wirklich lassen. Übrigens habe ich viele meiner Symptome nur in einer Partnerschaft. Freundschaften sind bei mir zum Beispiel bis auf das mit der Nähe gar nicht betroffen. Ihr solltet einfach wirklich mal Betroffene zu Wort kommen lassen, die bereits therapiert sind!

Gestern 12:56 • x 5 #32



Typische Merkmale eines Borderliners

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PizzaPeperoni

PizzaPeperoni


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@Bahia84 Direkt diagnostiziert wurde es nicht, zumindest wurde es nicht offen kommuniziert. Er weiß, dass sie ab und zu zum Psychologen geht, sie selbst sagt aber, sie macht das nur, wenn sie merkt dass sie überlastet ist. Jedenfalls sind ihm bestimmte Dinge aufgefallen, die sehr herausstechen Natürlich kann er oder wir da jetzt auch keine Diagnose stellen, wir sind ja nicht von Fach, aber Gedanken darf man sich ja mal machen.

Dinge die ihm aufgefallen sind, sind sowas wie: im ersten Moment ist sie Feuer und Flamme und trotzt nur so vor Liebenswürdigkeit, das schwankt dann aber wohl von einer zur nächsten Sekunde um, in extrem distanziertem und kühlem Verhalten. Er meinte auch, dass er das Gefühl habe, sie stelle Bedürfnisse anderer, immer über ihre eigenen. Wenn es eine Auseinandersetzung gibt, verhält sie sich manchmal mehrere Tage kühl, bis sie ganz plötzlich wieder ganz "zärtlich" ist. Vor längerer Zeit, bevor sie zum Psychologen ging, wollte sie sich wohl auch was antun, aber darauf möchte ich nicht genauer eingehen, das ist zu persönlich. Ganz doll ausgeprägt ist wohl auch das Gefühl "der letzte Dreck" für jeden zu sein. So hat er es mir beschrieben.

Gestern 22:42 • x 1 #33


PizzaPeperoni

PizzaPeperoni


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@guest Finde ich sehr interessant sowas mal aus der Sicht eines Betroffenen zu lesen. Das Thema und allgemein solche Themen die sich um solche Dinge drehen, sind im Ganzen sehr interessant, meiner Meinung nach.

Danke für deine Offenheit

Gestern 22:47 • x 1 #34




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