KBR
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Da beschloss ich, mir einen ambulanten Therapieplatz zu suchen, nachdem das mit der Klinik gescheitert war und ich in genauso desolatem Zustand (und einem Sack voll unfassbarer Geschichten) wieder rausgekommen wie reingegangen war, und wieder arbeiten zu gehen.
Welche Wahl hätte ich gehabt? Ich habe weder ein besonders tatkräftige Familie (damals hatten wir noch Kontakt), noch einen Partner oder neben meinen Freunden sonst jemanden, der mich unterstützt hätte.
Ich brauchte Geld. Ich hatte kurz vorher meine Wohnung finanziert und zu dem Zeitpunkt im Leben nicht daran gedacht, dass es mich mal so aus dem Sattel werfen könnte. Energie und Kraft, die Hütte wieder abzustoßen und günstiger zu leben, hatte ich nicht.
Was ich damals hatte, war eine Affäre, die mich sehr getragen und gestützt hat. Im Grunde war das meine einzige freiwillige Verbindung zur Außenwelt. Ich habe da sehr viel bekommen. Da ich nicht verliebt war, war das eine gute Kombination für mich in dieser Situation. Ich konnte alles loslassen, war in schönen Hotels und genoss einfach da Zusammensein und den Austausch. Die Affäre ging übrigens in die Brüche, als ich wieder anfing zu arbeiten.
Für mich war es der richtige Weg, die Zügel wieder selbst in die Hand zu nehme, auch wenn es sich nach unmenschlichem Kraftaufwand anfühlte. Ich weiß, dass ich immer gefährdet bleibe. Ähnlich wird es wohl leider bei Dir sein.
EDIT:
Weil ich um die Gefährdung weiß, bin ich so unglaublich froh darüber, dass es mich nicht zwar niedergeschmettert, aber nicht in dieses besondere tiefe schwarze Loch gezogen hat, als ich verlassen wurde.

