Vom Außen zum Innen oder umgekehrtDie Nacht war nicht so gut. Ich bin viel aufgewacht und habe reichlich Blödsinn geträumt. Allerdings war ER, wenn ich mich richtig erinnere, nicht dabei. Gut so!
Als ich heute Morgen den operierten Fuß von seiner Nachtschiene befreite, dachte ich, ich sehe nicht richtig.

Rank und schlank war er. Zum ersten Mal seit Wochen sieht er nicht aus wie ein Schlachtfeld und ist auch nur noch minimalst geschwollen. Gestern fand ich ihn noch sehr hässlich, denn eine der Narben zog in der Schwellung nach innen wie ein Polsterknopf und spannte zudem schmerzhaft. Außerdem stellte ich, meinen Augen kaum trauend, fest, dass die Kürzung des Knochens sichtbar zu einer Veränderung der Zehenlänge geführt hatte und dadurch meine Zehen etwas "durcheinander geraten" waren.
Doch heute ist die Narbe glatt und die Zehen stehen wie kleine Soldaten, der Größe nach geordnet, wieder in Reih und Gl.. Naja, fast. Aber auf jeden Fall viel schöner als gestern. Ich weiß, das sind nur Äußerlichkeiten, aber für mich hat das mittlerweile Symbolkraft. Es dauert ja auch schon lange genug und wurde zunehmend zur Belastung.
Hach! Ich freue mich so! .. und fühle mich in meiner Theorie bestätigt, dass die Heilung des Fußes durch das Seelenleid behindert wurde; vielleicht sogar viel stärker als ich selber bisher geglaubt habe.
Jetzt müssen "nur noch" Beweglichkeit und Belastbarkeit zurückkommen. Die Narben müssen verblassen und geschmeidig werden. Das gilt für den Fuß und für die Seele.
Hach! Ich freue mich so! .. und trotzdem ist die Einsamkeit von gestern Abend immer noch präsent. Sie sitzt auf meinen Schultern und will mich heute wohl wieder begleiten.
Heute sind es 12 Wochen.